Montag, 24. September 2018

Lebt den der alte Holzmichel noch?

Hallo,

ja, ich weiß; weder bin ich ein oder der Holzmichel noch wollte ich irgendwem irgendeinen Ohrwurm verpassen, aber etwas rar habe ich mich durchaus gemacht in den letzten Monaten.
Und trotzdem bin ich gelaufen und auch etwas Rad gefahren. Aber habe eben auch gearbeitet, mit der Familie Zeit verbracht und war im Urlaub. 2 Wochen am Gardasee wollen auch genossen und verdient werden.
Nichtsdestotrotz war der August der bis dato laufumfangreichste Monat dieses Jahr. Ja, im Urlaub hatte ich auch ein wenig mehr Zeit und hab es genossen früh morgens mit Dutzenden anderen und doch alleine am Strand und der Promenade des See's zu laufen. Oder eben auch mal im Hinterland. Oder beides. Oder wenn ich es morgens verpasst habe und doch etwas tun wollte eben im klimatisierten Fitnessraum auf dem Laufband. Und meistens direkt danach in Laufklamotten direkt in's Wasser. Egal ob morgens um Sieben oder Nachmittags. Immer ein Genuss.
Und während ich so lief und mir eine mögliche offizielle Läufe von 10 km Volksläufen bis großen Marathons durch den Kopf gingen konnte ich mich nicht so recht entscheiden und so blieb es eben beim privaten Vergnügen.
Jedoch nicht ohne Herausforderungen. Denn während ich mein daheimiges Laufrevier für den Urlaub verlassen habe meinten andere mich auf Strava herausfordern zu müssen; in dem sie dort sogenannte Segmente schneller Laufen als ich. Und das teilweise deutlich und einem unter 3:30 min/km-Schnitt. Und so heißt es im September bisher ab und an für mich: Feuer frei. Und bis auf 3 der 9 Segmente sind wieder alle meine. Mal schauen wie lange. Und ja, auch 7,5 km lange schnelle Abschnitte können Genuss bedeuten. Auch im 4er Schnitt. Zumindest danach wenn man aus dem Grinsen nicht mehr rauskommt.

Doch mein Körper will nicht nur kurz und heftig belastet werden. Und was liegt näher als endlich mal wieder einen langen Trainingslauf einzuplanen. Und da ich schon Läufe für nächstes Jahr plane bei denen ich von ausgehe viel alleine unterwegs zu sein und bei denen es mir vielleicht nicht mehr ganz so gut geht weil meine Kräfte schwinden will ich versuchen zum ersten Mal alleine den Rößleweg zu meistens. Dieser Rundwanderweg um Stuttgart. Mit seinen gut 50 Kilometern und mind. 1000 Höhenmetern.
Und so stand ich am Samstag Morgen um 6:15h auf einem Parkplatz und lief los. Noch im Dunkel und vorsichtig; doch schon nach 3 Kilometern und den ersten Höhenmetern dämmerte es.

Nicht nur das ich die Strecke noch nie ganz alleine (3x in Begleitung) gelaufen bin, auch in diese Richtung habe ich sie noch nie gemeistert. Von meinem Ausgnagspunkt ging es anhand dreier längerer Steigungen bis Km 23 zum höchsten Punkt.
Unterwegs machte ich eine kleine Pause und füllte meine Wasserflasche an einem Brunnen und Frühstückte einen Riegel da ich bereits nach 90 Minuten Hunger bekam.

Stetig ging es nach oben und auch wenn der höchste Punkt samt Gipfelkreuz einen kleinen Umweg darstellte, daran vorbeilaufen kam nicht in Frage:


Mit herrlichen Ausblicken an diesem angenehmen Tag wurde ich immer wieder belohnt und kam auch noch dazu richtig gut voran. Weit weg von irgendwelchen Bestzeiten, aber das Ziel war auch nur anzukommen.
Kurz nach dem "Gipfel" verlief ich mich dann kurz, dreht um, fand einen Wegweiser wieder und versuchte nun auf dem richtigen Weg zu bleiben. Gelang allerdings dort nur kurz, aber ich wusste auch dass mein Weg parallel zum richtigen Weg führen sollte. Allerdings deutlich steiler. So wanderte ich nun das erste mal zügig. Und hatte meinen ersten Hungerast des Tages. Ich merkte deutlich wie mir die Energie fehlte und wusste allerdings auch dass noch 20 Kilometer vor mir stehen. Also essen, essen und essen. Es dauerte 3 bis 4 Kilometer und dann lief es wieder locker leichte. So wie es sein sollte. Bei Kilometer 38 konnte ich dann nochmals meine Wasserflaschen an einem weiteren Brunnen auffüllen und dann ging es hinab zum tiefsten Punkt der Strecke. Dann eigentlich ein Kilometer flach über Stuttgarts Hafen und Bundesstraßen hinweg (der hässlichste Abschnitts des ganzen Weges) aber ich konnte wieder nicht. Nach hinten gefasst, den letzten Riegel und eine kleine Packung Gummibärchen noch gefunden und verschlungen. 
Und wenn man unten ist geht's eben auch wieder hoch. Aber erstmal nicht mehr laufend. Was ich laufen konnte lief ich nun, den Rest wurde gewandert. Durch wunderschöne Weinberge. Nur leider verträgt mein Magen keine Trauben.


Irgendwann fand ich noch einen Apfel. Einen ziemlichen sauren. Aber das war mir da schon egal. Ich benötige Energie. Und die bekam ich. So lief ich nochmals ein wenig bis es durch Stadtteile Stuttgarts ging. Und dort auch einige Treppen hoch. Und ab da war es vorbei. Mit einem Schlag wurde es mir schwindelig, ich nahm den Treppenlauf um oben anzukommen und beschloss die letzen 4 Kilometer nicht mehr zu rennen. Nur noch gesund ins Ziel und daraus lernen. Und noch mehr Treppen zu laufen. Wenigstens gab es unterwegs noch ein paar Brombeeren. Und nochmals einen Apfel. Und so kam ich schon fast erholt nach fast 55 Kilometern am Auto an. Mein bis dato längster Traininglauf überhaupt.

Da kommt so ein Plakat das um Geschwindigkeitsbegrenzungen bittet doch genau richtig :-)

Durch das Auswandern fröstelte es mich ein wenig, also schnell trockene Klamotten an und daheim in die heiße Badewanne. Allerdings nicht allzu lange denn da kam dann ein Feuerwehreinsatz zu dem ich gerufen wurde, aber das ist eine ganz andere Gesichte, die allerdings genauso gut ausging wie mein Lauf. 

Und so lerne ich zumindest in Zukunft mehr Essen mitzunehmen und auch etwas Kleingeld, denn an Möglichkeiten etwas zu erwerben kam ich dann doch vorbei. Trotzdem weiß ich nun das ich gut gerüstet bin und freue mich auf das was kommen mag. Auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, der Holzmichel lebt noch.

Bis dann:
Allseits gute Beine

Markus