Montag, 9. Juli 2018

Runden drehen für den guten Zweck

Hallo,

letzte Woche habe ich spontan Wind von einem Lauf bekommen und schon hatte es mich gepackt. Vor allem wenn es für den guten Zweck ist. Nämlich ein Lauf für Kinderrechte. Der 24 Stunden Lauf für Kinderrechte in Stuttgart. Man muss schließlich nicht durchlaufen und jede Runde zählt so meine Devise.
Und da ich seit Mai nicht mehr eine 20 km Strecke am Stück gelaufen bin ist das doch eine gute Gelegenheit mal wieder etwas länger zu trainieren.
So stehe ich dann Samstag Nachmittag pünktlich zum Start um 14 Uhr am Start und trabe los. Losrennen dürfen die Kinder die zahlreich vorhanden sind und ebenso Spaß haben.
Das ganze findet auf einer 400 Meter Tartanbahn statt. Ja, schrecklich, eintönig, zäh, ... so auch meine Gedanken. Aber in Wirklichkeit während meiner gesamten Zeit nicht einmal. Zum Einen sind da die vielen Mitläufer. Zum Reden, Anschweigen, Tempo finden und eben auch die ganzen anderen unbekannten zum Überholen und Platz machen. Und immer am Aufpassen niemanden umzurennen. Denn so mancher bleibt einfach stehen. Und der Höhepunkt ist jede 2 Stunden der Richtungswechsel. Denn nach 1 1/2 Stunden merke ich als ich zum Trinken mal Stehen bleibe deutlich einen Drehwurm. Und schon geht es weiter. Runde um Runde, Schritt für Schritt. Mal im 6er Schnitt mal auch unter 5 min/km, je nachdem wie viel los ist und wer mich begleitet. Nach drei Stunden halte ich an der Anzeigetafel mal an und schaue wie viele Runden es schon waren. Und die Anzeige weicht von meiner Uhr um 3 Runden ab. Ärgerlich. Aber egal. Viel interessanter. Platz 1. Auch wenn es sich hier um einen Gruppenlauf handelt und ich mit meinem Team unter den Top 10 bin ist das noch ein kleiner Anreiz obwohl ich weiß das ich die Nacht nicht mehr vor Ort verbringen werde.
Bis zum Marathon laufe ich durch und trinke regelmäßig. Die Sonne strahlt ununterbrochen auf uns herab und mein Magen braucht ab und an einen Bissen. Dann wird eben auch mal eine Runde gegangen aber weiter bewegt. Etwas Ehrgeiz ist schon noch da. Und irgendwann näher ich mich auch den 50 Kilometern. Zumindest auf meiner Uhr. Als diese dann auch auf der Anzeige ersichtlich sind war es dies für mich. Spaß hat es gemacht, viel gelaufen und Geld erlaufen bin ich auch und Quälen stand heute nicht auf der Tagesordnung.
Zwar bedauern einige meinen Abgang im Team, aber als Führender einfach mal so es sein zu lassen hat etwas. Und auch eine Stunde später habe ich noch geführt :-)
So ging es nach Hause und bei viel Essen, leckerem Kuchen und kaltem Radler ließ ich den Abend ausklingen.



























Der nächste Morgen: Am liebsten wäre ich liegen geblieben, aber meine Jungs nicht :-)
Beim Spielen und Frühstücken reift mein Gedanke den ich dann auch mit meiner Frau bespreche: Wieso nicht nochmal ein wenig dort laufen. Meine Startnummer habe ich mit heim genommen und meine Kinder wollten sowieso schon gestern mit laufen. Kurz Tasche gepackt und dann ging es hoch. Erstaunlicherweise treffe ich sofort bekannte Gesichter. Meine Startnummer befestigt, der Familie welche besorgt und schon rannten sie los. So auch ich. Meine Beine motzten überhaupt nicht und es fühlte sich locker an. Der Untergrund der Bahn spielt da sicherlich auch eine Rolle. Zwar war an diesem Morgen ein gleichmäßiges Laufen nicht möglich aber ein paar Runden mit den Kids zu drehen entschädigt das allemal. Und so rannte ich im zügigen 4:30 Schnitt wann immer ich durfte und entspannte alle paar Runden bei der Familie. So waren nach 1 1/2 Stunden als die Kinder nicht mehr wollten immerhin 15 zusätzliche Kilometer auf der Uhr.

Ergibt dann für mich offizielle 164 Runden bzw. 65,6 Kilometer. Für eine spontane Idee mit ganz viel Spaß und für den guten Zweck vollkommen ausreichend. Und meine Familie hatte auch Spaß, vor allem an der aufgebauten Dusche durch die es jede Runde zu laufen ging und die eine willkommene Erfrischung war.




Bis dahin:
Kinderrechte ins Grundgesetz!

Markus