Mittwoch, 4. Oktober 2017

Köln - schee bisch

Hallo,

das war er also, der Köln Marathon 2017.
Am Samstag früh bin ich mit Familie entspannt mit dem ICE angereist und da wir direkt an der Lanxess Arena ankamen holten wir auch gleich die Startunterlagen bei Dauerregen ab. Allerdings fand ich die Taschenkontrollen dort am Eingang schon etwas befremdlich, aber ansonsten war es eben eine Marathonmesse. Kennste eine, kennste alle :-)
Nach einem Abstecher zum Hotel und einer Rheinschifffahrt ging es dann zu einem kleinen, aber feinen Italiener und danach zeitig ins Bett...
..wo ich am nächsten Morgen aufwachte, auf die Uhr schaute und feststellte: "Mensch, die Kinder schlafen heute aber lange, ich sollte doch schon frühstücken". So ging es schnell und leise raus aus dem Zimmer wo jeder Tisch mit einer Person in Sportklamotten besetzt war. Spätestens da war klar was heute für ein Tag war.
Gegen 8:15 Uhr verließ ich dann das Hotel und pünktlich zum ersten Startschuß des Tages, dem Halbmarathon, stieg ich aus der Straßenbahn. Dort sollte dann über die nächste halbe Stunde noch Startschüße für die 15.000 Halbmarathonis fallen.
Leider hatte ich eine Jacke vergessen und so froh ich bereits frühzeitig auch wenn ein schöner und sonniger Herbsttag angekündigt war. Irgendwann setzte ich mich in den angrenzenden Bahnhof und konnte mich etwas aufwärmen, die Augen schließen und die Beine schonen. Das tat richtig gut. Dann nochmals bei den wie immer viel zu langen Schlangen vor den Dixis anstehen und die Morgensonnen genießen bevor ich in den ersten Startblock durfte. Und wie ich da so stand und von hinten immer mehr Menschen nachdrückten stellte ich fest dass ich auf Höhe der 3:00h Pacemaker stand. Nein, danke war mein erster Gedanke. Aber da kam auch schon die Streckenfreigabe und die Stadt lag uns zu Füßen.
Los ging es zügig, wohl zu zügig, aber ich war wieder so durchfroren dass ich mich erstmal warm laufen wollte. Und so lief ich mit den Pacemakern mit. Auch freilaufen musste erstmal sein. Diese Gedränge am Start macht mich jedes Mal auf's neue wahnsinnig.
So ging das dann 2 km bis zur ersten Pause. Denn da kam ich am Hotel vorbei und begrüßte erstmal meine Familie :-)
Dann weiter Richtung Süden, immer am Rhein entlang und schon da stellte ich das größte Problem des heutigen Tages fest. Der Wind. Zwar nicht extrem, aber durch die Straßenschluchten immer genau von vorne. Ich versuchte es bereits frühzeitig mit Windschatten hatte aber das Gefühl das es nichts brachte und lief lieber meine Pace weiter, die weiterhin jenseits von Gut und Böse lag.
Auch griff ich gleich zu Beginn zu etwas Wasser und wollte das so beibehalten und lieber zu viel trinken. Als es dann bei Km 14 wieder in Richtung Altstadt ging, ich ein zweites kurzes Päuschen bei meiner Familie einlegt hatte und die ersten Gummibärchen aus meiner Hosentasche verdrückt hatte rief plötzlich zwei nette Damen ganz wild meinen Namen. Gut, der Stand auch auf der Startnummer, an diesem Fall waren es Helge und Elke denen ich nur lachen und verduzt zuwinken konnte :-)



Weiter ging die Reise durch Köln und ich merkte das es nicht sonderlich gut lief. Ungewohnt früh habe ich bereits zuviel Kraft auf der Straße gelassen und damit auch etwas die Lust. Leider. Aber ich reise doch nicht so weit an um nicht ins Ziel zu kommen und das Ding vernünftig zu Ende zu laufen. Und so denke ich in Etappen. Ok, nächste Gummibärchen bei Km 20. Aber als ich die Verpackung in einen Mülleimer an einer Straßenbahnhaltestelle werfen will knicke ich am Bordstein um, hüpfe ein paar Schritte ziemlich komisch auf einem Bein und laufe dann an verdutzen Menschen weiter. Nix passiert. Glück gehabt. Langsam höre ich auch immer öfter meinen Namen rufen und freue mich über jede Anfeuerung. Das tolle sonnige Wetter hatte die Menschen sehr zahlreich an die Strecke getrieben und das tut und Läufern sichtlich gut. Km 24, Friesenplatz. Wieder Pause bei meiner Familie. Das ist alles gut, das beruhigt mich wenigstens und das Wasser direkt danach hilft auch, auch wenn ich jetzt gerne schon Cola hätte. Und auch helfen mir wieder die Anfeuerungen von Helge und Elke.
Jetzt kommen nach sehr vielen Zuschauern teilweise auch ruhiger Abschnitte und die Versuchung ist groß Gehpausen einzulegen. Warum ich es nicht tue weiß ich selbst nicht mehr. Aber ich laufe jetzt das erstmal eine Pace die die 3:15h Pacemaker aufholen lässt. Was mich aber nicht wirklich stört. Schritt für Schritt geht es weiter und ich versuche soviel es geht einzusaugen von der Umgebung; bekomme allerdings auch nicht mehr viel mit.
Dann geht es nach Norden und damit eine Begegnungsstrecke und ich sehr die sehr schnellen Läufer wie entgegen kommen. Auch da gibt es Gehpausen und Läufer an Straßenbahnhaltestellen die nicht mehr können. Hilft mir zwar nicht, war aber psychisch sehr hilfreich. So nehme ich bei Km 32 meine letzten Gummibärchen wie geplant und freue mich über Cola. Sonst nicht so mein Fall aber bei langen Strecken immer gerne genommen. Da ich weiß dass die Begegnungsstrecke mit Ausnahme einer kleinen Runde durch Nippes bis Km 37 mindestens geht nehme ich mir jetzt vor bis dorthin durchzulaufen. Ich weiß zwar nicht mehr viel davon, aber plötzlich drückt mir ein Helfer ein Gel in die Hand und kurz danach eine Cola. Beide waren von der gegenüberliegenden Straßenseite herbeigeeilt und erweiterten die Verpflegungsstelle einfach ein wenig. Danke. Das Gel war zwar eklig süß und ich hatte Angst es nicht zu vertragen aber die Hälfte nahm ich zu mir. Und ansonsten Schritt für Schritt. Nicht stehen bleiben. Und Km 38 das erstmal über einer 5er Pace.
Dann Km 39, meiner Familie, das letzte Mal abklatschen, dieses Mal keine Pause, sonst wäre ich nicht mehr weiter gelaufen sondern ab ins Ziel.



Kurz danach beginnen zahlreiche Absperrungen für die Zuschauer die nun bis zu dreireihig stehen und wie verrückt schreien und jubeln. Jetzt stehen bleiben ist sowieso keine Option mehr und dann eben ab ins Ziel.Ständig höre ich Markus-Rufe und sollte ich jemanden übersehen haben tut mir das leid, aber ich war spätestens da nur noch mit mir selbst beschäftigt. Noch eine Kurve und noch eine, irgendwann sehe ich auch den Dom und nach einer letzten Kurve auch das Ziel. Ich weiß dass es nicht mehr für unter 3:15 h reicht und laufe dann entspannt ins Ziel. 3:15:17 h bleibt dann meine Uhr stehen. Und ich auch. Endlich. Erstmal an ein Gitter lehnen und gut festheben. Mir wurde es sehr schwindlig und ich brauche einige Zeit um wieder bei Sinnen zu sein. 
Dann aber eine schützende Folie, etwas zu trinken und die Finishermedaille später geht es besser. Ich nehme mir 20 Minuten bei der sehr üppigen Verpflegung und versuche auch zu essen, aber Hunger ist nicht vorhanden, dafür literweise Durst. 
Nun endlich die Familie in den Arm nehmen, rein in die warme Dusche und dann ab zum Dom. Nach einer Pause und vielen schönen Gedanken und Gefühlen verbringe ich noch einen schönen Nachmittag mit meiner Familie am Rhein und im Schokoladenmuseum. Verlorene Kalorien müssen schließlich wieder aufgefüllt werden. Und tatsächlich bekomme ich erst 3 Stunden später endlich etwas Hunger. 


Nach einem Tierparkbesuch am Montag Morgen ging es dann auch leider zurück auch wenn mein Großer am Liebsten noch ganz lang geblieben wäre :-)
Auch mir hat es gut gefallen und ich hatte einen tollen Marathon auf einer abwechslungsreichen Strecke. Diese ist zwar meiner Meinung nach nicht Bestzeitentauglich, da zu wind anfällig und mit über 200 Höhenmeter auch zu "hügelig", aber eben ein schöner großer Stadtmarathon wenn jemanden den Trubel mag.
Mein Körper hat die Belastung auf jeden Fall gut weggesteckt und mich bereits in Köln noch 6 km und daheim schnelle 10 km laufen lassen. Denn nach dem Marathon ist vor dem Halbmarathon.

Bis dahin:
Danke Köln

Markus

Kommentare:

  1. Lieber Markus,
    also uns (Elke und mich) hast du mit deiner Geschwindigkeit schwer beeindruckt. Gut, auch dir hat man gen Ende angesehen, das es schwer wird. Aber das ist bei einem Marathon ja zu erwarten.
    Wir waren uns nicht sicher, ob du uns erkannt hattest, aber wir haben uns ja Mühe gegeben, das du uns bemerkst :-D
    Gute Regeneration und dann auf zum nächsten Lauf
    Liebe Grüße
    Helge

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    1. Ihr wart nicht zu übersehen und -hören :-) Danke euch für das Anfeuern!
      Aber schön dass man es auch gesehen hat ;-)

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  2. Lieber Markus,
    ich schließe mich Helge an: Für das, was Du hier beschreibst sahst Du aber echt locker aus! Schade, dass wir Deine Familie verpasst hatten, am Friesenplatz standen wir dann ja relativ nahe beieinander und dann hätten wir sie noch bis km 39 mitnehmen können, der liegt ja gleich nahe bei und von dort ist das Ziel auch wieder nah.
    Ja, der Wind war echt unangenehm. Ich vermutete schon, dass er den Läufern zusetzt. Auf alle Fälle hast Du eine super Zeit hingelegt, ganz herzliche Glückwünsche!
    Liebe Grüße
    Elke

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    1. Locker war da leider nix mehr; aber man weiß ja worauf man sich einlässt.
      Ja, ihr standet 2 mal nur so 300 Meter auseinander :-) Vielleicht sah ich wegen den kurzen Pausen auch zu Beginn recht frisch und fit aus :)

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  3. Glückwunsch zur schnellen Zeit und zum gelungenen Familienausflug!

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  4. Da war ja die halbe Bloggerszene in Köln vertreten, nicht schlecht.

    Beeindruckendes Ergebnis, dafür dass es nicht so lief ;-)

    Glückwunsch zum super Finisch und erhol Dich gut.

    VGV

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    1. Es lief wirklich nicht gut und ich fühlte mich von Anfang an schlapp und müde. Über das Ergebnis bin ich selbst überrascht aber auch glücklich

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  5. Super, Markus, hätte auch nichts anderes von dir erwartet - Glückwunsch !

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    1. Ich von mir schon, aber eher schlechter ;)

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  6. Klasse, Glückwunsch zum schnittigen Finish!

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  7. Gratuliere Markus,
    Hut ab, dass du den Lauf so durchgezogen hast, obwohl er sich von Beginn an nicht so locker lief!
    Ich wünsche dir gute Regeneration und als Ausgleich, dass der nächste Lauf sich so locker läuft, wie auf Wolken! :)

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    1. Locker laufen wäre echt schön, aber daran glaube ich beim nächsten Lauf noch nicht :-)

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  8. Herzlichen Glückwunsch - gut durchgezogen! Und schön, dass deine Familie so begeistert anfeuert (und die Bloggerinnen).
    Erhol dich weiter gut!

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  9. Gratulation, das lief dann trotz nicht so guter Beine extrem schnell...was Du unter einem ruhigen Marathon verstehst, weiß ich jetzt auf jeden Fall 🤣

    Salut

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    1. Der sollte wirklich ruhiger werden. Das ich mich am Anfang etwas habe ziehen lassen war so nicht geplant ;)

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  10. So ist es halt nur mit dem Unterschied, dass ich eine Stunde länger unterwegs war, wenn ich mich schlapp fühlte.

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