Montag, 6. März 2017

Marathon vor der Haustüre

Hallo,

während nahezu alle deutschen Großstädte einen mehr oder weniger etablierten Marathon durch ihre Straßen haben und einmal im Jahr diese gesperrt werden um tausende Läufer die Schönheit der Stadt näher zu bringen liegt Stuttgart hier weit zurück. Zwar gab es 1993 einen Marathon durch Stuttgart. Aber nur im Rahmen der Leichtathletik WM. In den Jahren darauf etablierte sich ab 1994 der Stuttgarter Halbmarathon der seitdem meist auf der damaligen Marathonstrecke ausgetragen wird und dabei eine Runde umfasst. Dieser ist mittlerweile einer der größten Halbmarathonläufe in Deutschland doch der Versuch hier auch einen Marathon zu etablieren schlug mehrmals fehl. 
Und so war es an Michael Weber, Mitglied im 100 Marathon Club Deutschland, diesen zu organisieren. Und zwar nun schon zum 3. Mal. Ging die erste Austragung mit 18 Teilnehmern noch an mir vorbei konnte ich bei der zweiten leider nicht. So war es dieses Jahr meine Premiere beim Neckarufer Marathon Stuttgart. 
Wie der Name schon verspricht führt uns die Laufstrecke entlang des Neckars. Und zwar in 4 Schleifen mit immer etwa 10 Kilometer. Und um auf die Marathonlänge zu kommen noch eine kleine Zusatzschleife in der ersten der beiden Runden.
So stehen dann gestern morgen 80 Teilnehmer am Neckar bereit, zahlen die lächerlich geringen Anmeldegebühren bar und unterhalten sich in diesem familiären Umfeld. 
Kurz nach neun Uhr geht es dann auch auf die Strecke die uns zuerst neckarabwärts führt und nach 5 Kilometer über eine Brücke samt Verpflegungsstelle und dann auf der andere Seite wieder zurück zum Start. Während die ersten 5 Läufer mit Vollgas davon gezogen sind versuche ich noch mich zu bremsen den mein Ziel ist es unter 3:30h zu bleiben. Mit meinem schweren Beinen die ich schon seit  Tagen habe wird auch das ein hartes Unterfangen. Und schon als wir wieder neckaraufwärts laufen und den Gegenwind spüren bekomme ich einen leichten Krampf in den Waden. Mist, ganz schön früh :-/
Einmal durch Start und Ziel und dann weiter neckaraufwärts. die zweite Brücke steht an und die lächerlichen Höhenmeter spüre ich trotzdem. Egal, dann wird das heute eben ein Kampf. Während wir Schritt für Schritt näher an die Innenstadt von Stuttgart kommen muss ich ein paar Läufer vorbeiziehen lassen und laufe weiterhin allein. Naja, fast. Denn die Strecke ist natürlich nicht abgesperrt und aufgrund des aufkommenden Sonnenscheins kommen die Menschen nach draußen. Wenigstens etwas Unterhaltung auch wenn die meisten aufgrund der Startnummer an meiner Brust etwas verwirrt sind. Denn bis auf einige Pfeile auf dem Boden an Abzweigungen und kleinen Schildern am Rand sieht man nichts von diesem Marathon. Klein aber fein eben.
Die Verflegungsstelle am anderen Ende des Neckars ist erreicht. 16 Kilometer gelaufen und ich gehe ein paar Schritte um vernünftig trinken zu können. Dann wieder über eine Brücke und zurück zu Start und Ziel. Jetzt mit etwas Rückenwind. Immerhin. Dann rund um den Max-Eyth-See, ein Naherholungsgebiet am Rande Stuttgarts und in direkter Umgebung zum Ziel, und ab geht es auf die zweite Runde. Die Beine werden immer schwerer aber wie oft darf ich hier schon einen offiziellen Marathon laufen?! Zwar kenne ich die gesamte Strecke von etlichen Läufen aber trotzdem sehe ich ab und zu kleine Neuigkeiten.
Als es auf der zweiten Runde dann wieder über die Brücke geht und der Wind nun von vorne weht ist die Luft fast mit einem Schlag weg. Gerade mal 26 Kilometer gelaufen aber fast nix geht mehr. Schritt für Schritt laufe ich die 5 Kilometer zum Ziel, schnappe mir einen Kuss von meiner Frau und Cola und gehe auf die letzte Schleife. War die Pace bis dahin die ganze Zeit noch unter 4:45min/km pendele ich mich nun bei 5min/km ein. Das jedoch bis zum Schluss. Denn nun wird fast komplett durchgelaufen. Nur am nächsten Verpflegungspunkt wird nochmal ordentlich Flüssigkeit getankt und dann Zeine beißen und ab geht's. Zwischenzeitlich sogar mit Musik auf den Ohren zur Ablenkung. Den andere Läufer dieser Veranstaltung sehe ich auf der gesamten zweiten Runde nicht mehr. 
10 Meter vor dem Ziel schnappe ich mir dann meinen großen und laufe mit ihm Hand in Hand durch das Ziel. Geschafft. Endlich. Nicht einmal das Bier im Ziel will schmecken. Ich bin einfach nur müde und schlapp und froh über etwas zu trinken und zu essen. Zwar habe ich mich auch unterwegs mit allerlei Leckereien (Stichwort Schinkenhörnchen) verpflegt aber all das schmeckt im Ziel noch besser. 
Dann ein Blick auf die Ergebnisliste: 3:19:58 h. Punktlandung

Und dafür das es nur ein langer Trainingslauf mit Verpflegung für das was da noch kommen mag dieses Jahr sein sollte äußerst gelungen. Klar, etwas Muskelkater gehört nun dazu und ein paare Tage wird das laufen noch schwer fallen aber gelohnt hat es sich trotzdem.






Bis dahin:
Zuhause ist es eben am schönsten

Markus