Montag, 11. Dezember 2017

Christkind vom Schnee begraben?

Hallo,

bereits zum dritten Mal ging es für mich in der Vorweihnachtszeit auf die Suche nach dem Christkind. Eingeladen zu einem gemütlichen Lauf unter Gleichgesinnten hatten wie jedes Jahr die Baur-Brüder. Und zwar nach Aalen auf die Ostalb.
Und wie das gestern eben so war fing es kurz bevor die 80 km mit dem Auto in Angriff genommen werden sollten an zu schneien. Aber eben nicht nur ein bißchen sondern gleich richtig. Die Autofahrt wurde so zu einem rutschigen Erlebnis aber wir kamen an.
Kaum angekommen ging es auch schon los. Der eisige Wind ließ den Schnee am Parkplatz waagrecht durch die Luft fliegen und ich beschloss zum ersten Mal dieses Jahr nicht mit kurzer Hose zu laufen.
Und so zogen wir zu 20igst hinauf auf die Berge und nach dem ersten Kilometer und 100 Hm war es mir dann schon warm. Zwar konnte man aufgrund er 15 cm Schneedecke nicht erkennen wo man hintratt aber das ging ganz gut. Das größte Problem war eher wenn man ganz vorne lief denn schmalen Trail zu erkennen. Der Rest ist dann einfach nachgerannt. Und so liefen wir Kilometer um Kilometer, rauf und runter, Radspuren hinterher, vorbei an Schlittenfahrern und bis zum Kocherursprung.
Durch den fast schon Pulverschnee zu laufen fühlte sich hierbei richtig geil an und machte Laune auf mehr. Auch wenn meine Beine immer schwerer wurden und die Kraft nachließ. Schritt für Schritt, Hügel für Hügel kamen wir näher und auch der letzte Anstieg wurde mitgenommen um bei einem rasanten Schneedownhill mal beim Laufen ins Driften zu kommen. Wow, macht das ein Spaß!
Am Parkplatz gab es dann noch warme Getränke, etwas Essen und Geschenke vom Christkind. Und dann schnell nach Hause, diesmal auf freier Fahrbahn.



Und so schön kann dann ein 2. Advent bei 16 km und 800 Höhenmeter zu Ende gehen und man freut sich schon auf das nächste Jahr wenn es wieder heißt: Wo ist das Christkind?

Bis dahin:
Ich liebe das Winter Wonderland

Markus

Dienstag, 28. November 2017

Rößleweg - welch ein Renntag

Hallo,

Sonntag 26. November 2017 - Totensonntag. Und der Rößleweg, der "Wanderweg" rund um Stuttgart mit seinen rund 1500 Höhenmetern auf mind. 52 km wird von über 30 Läufern belebt. 
Und zwar als kleiner RunMob mit ein wenig Renncharakter und sogar mit Verpflegungsstellen.


Los ging es pünktlich um acht Uhr nachdem die Anwesenheit geprüft war und jedem die Markierungen erklärt wurden. Der Initator hat sogar an vielen Stellen zu den vielen Markierungen noch weiße Pfeile aufgemalt und meiner Ansicht nach konnte man sich nicht verlaufen. Sahen andere anders :-)

Eigentlich wollte ich es gemütlich angehen lassen und in unter sechs Stunden die Strecke laufen. Mit dem Umweg zu zwei zusätzliche am Rande der Strecke befindlichen Hügeln / Aussichtspunkten sollten etwas über 56 Kilometer zusammen kommen. Eigentlich machbar. 
Aber wieder einmal war ich erkältet und war unter der Woche auch etwas fiebrig.  Die fehlende Kraft merkte ich jedoch nur an den Anstiegen, wobei die eben auch reichlich vorkamen.

So lief ich auch gleich zu Beginn vorne mit und konnte es mir nicht nehmen lassen auch mal kurz in Führung zu gehen um die anderen dann auf die Reise zu schicken. Erstaunlicherweise kamen die jedoch garnicht so weit weg und so liefen wir nach dem ersten Anstieg mehr oder weniger in einer 7er Gruppe durch die Waldebene. Ab und an ein nettes Gesprächen bis es dann plötzlich anfien zu schneien. Und wie. Ein Wind zog auf als wir gerade aus dem Wald waren, dichter Schneefall kam von vorne und ich wünschte mich schnell zurück in den Wald.




Dahin durfte ich dann bald auch wieder und wärmte mich etwas auf. Und jedes Mal wenn ein Anstieg kam fiel ich etwas zurück und hielt meine Kräfte so gut es geht zurück. Jedoch war ich immer wieder in Reichweite der Spitze wenn es ebener wurde. Und bei Km 19 sollte es dann auf den ersten Hügel / Berg gehen und dort gab es auch eine Verpflegungsstelle.  Und während sich die anderen etwas länger verpflegten lief ich schon nach kurzer Zeit weite rum nicht auszukühlen. Bald wurde ich jedoch wieder eingeholt und auf den nächsten Kilometern stelle ich fest dass ich die falsche Schuhwahl hatte.  Durch die regnerischen Tage zuvor war der gesammte Waldboden nass und rutschig und ich hatte keinProfil um dort entsprechend bergab zu laufen und kam einige Mal ins Schlingern. Aber ich bleib auf den Beinen. Dadurch war ich aber jedoch auch hier wieder bald alleine unterwegs.  Aber nur bis Km 30. Dort die nächste VP, diesmal fast ohne Pause für mich und als zweiter ging es weiter. Und die anderen schienen angestachelt davon zu sein und machten nun Ernst.




Mit Vollgas zogen sie bergan an mir vorbei und bei  Km 33 verabschiedete ich mich endgültig von Ihnen. Der nun folgende Anstieg konnte und wollte ich so nicht mehr mitgehen.
So sah ich bei Km 38 zwar noch zwei von der letzten VP weglaufen als ich um die Ecke bog aber ich genoss dieses Mal die Pause, trank Cola, ass reichlich Gummibärchen und lief dann etwas zäh weiter.  Hier war mein Tiefpunkt erreicht und ich war gespannt ob und wann mich jemand von hinten einholen würde. Die Beine wurden nun schwerer und etwas längere wenn auch leichte Anstiege spazierte ich nur noch.
Bei überschreiten der Marathonmarke rief ich dann zu Hause an und es gab kein zurück mehr. Ich werde ins Ziel laufen. Denn den besten Punkt zum Abholen war Überlaufen. Und so kam Kilometer um Kilometer und ich begann zu rechnen. 56 km in 5:30h möglich? Vielleicht. Wenn die Strecke nicht länge wäre. Dafür müsste ich jedoch inklusive dem letzten steilen bergan Stück unter 7min/km laufen. Machbar wie sich auf den nächsten 4 Kilometer herausstellte. Trotz Gehpausen. 
Also dann die Begenungsstrecke nach oben. Und während ich hoch spazierte liefen mir drei schnellere Läufer entgegen und Richtung Ziel. So weit vor mir waren die garnicht. 



Oben dann kurz die Aussicht genoßen und dann schnell weg von dem eisigen Wind und hinab die Weinberge ins Ziel. Die vier Kilometer waren zwar etwas schmerzhaft und meine Oberschenkel reibten aber auch die gingen vorüber. Dann die letzte Brücke und abbiegen ins Ziel. Die Uhr zeigt etwas über 56 Kilometer und noch deutlich un 5:30h. Viel mehr als ich erwartet hatte.

Auch wenn ich dieses Mal weite Teile alleine unterwegs war war es wieder ein tolles Erlebnis und ein guter Test für's neue Jahr.
Die Zeiten varierten übrigens zwischen 5:06 und 10:26h. Und das ganze soll nächstes Jahr wieder stattfinden. Auch mit dir?


Bis dahin:
Die 20km am Folgetag waren wunderbar zum Auslaufen

Markus

Donnerstag, 23. November 2017

Nur eine Zahl

Hallo,

wie viel man so läuft ist wirklich von vielen Faktoren abhängig:

Wie gesund bin ich?
Habe ich mich verletzt im Laufe des Jahres?
Habe ich Zeit um regelmäßig laufen zu gehen?
Lässt meine Kondition und Kraft längere Läufe zu?
Wie kann ich laufen mit der Familie vereinen?
Plane ich gerade einen Wettkampf?
Läuft es mal wieder nicht und brauche ich eine Pause vom Laufen?
...

Und obwohl nicht alles rund lief bei mir dieses Jahr habe ich bereits jetzt mein Ziel erreicht. Nein, leider kein Marathon in unter 3 Stunden. Auch nicht gesund durch das Jahr kommen, denn noch stehen ein paar Wochen an...
Ich habe meine geplanten und gewünschten Jahreskilometer für 2017 erreicht. Ein Ziel das ich mir Jahr für Jahr stelle und bisher immer nicht erreicht habe. Weil eben doch ambitioniert. Auch für mich.

3000 Kilometer sollten es werden.

3000 Kilometer voller Freude, Erschöpfung, Lust und Leidenschaft sind es nun auch bereits geworden.

Gekrönt wurde dieser Jubiläumslauf mit einer perfekten Mischung durch Schrebergärten, auf Kopfsteinpflaster, durch den Wald auf Trails, hügelig hinauf zum Aussichtspunkt und hinab durch Weinberge mit langsameren und schnelleren Kilometern bei wunderschönem sonnigem Novemberwetter wie es eben rundum nicht besser sein konnte.




Bis dahin:
Ich bin dankbar für diese erlebte Zeit und Kilometer

Markus

Montag, 13. November 2017

Wenn's draußen anfängt zu schneien ...

Hallo,

zwar habe ich vor drei Jahren geschrieben dass es ein einmaliges Ereignis war dass ich drinnen laufen, aber am gestrigen Tag war ich über den Umstand nicht ganz undankbar.
Zum zweiten Mal startet ich beim TÜV Rheinland Indoor Marathon in Nürnberg. 55 Runden durch die Prüfanstalt, im Obergeschoss hin, über 22 Treppenstufen eine Etage tiefer, dort ab zur Verpflegungsstelle und weiter bis zum nächsten Treppenhaus, wieder 22 Treppenstufen nach oben und zurück zum Startbereich. 767 Meter pure Lauffreude. Vor allem auf den ersten Runden.
Danach war ich immer froh wieder im Startbereich zu sein. Bei lauter Musik, beim Piepsen meiner Uhr wenn ich wieder eine Runde abdrückte um nicht mitzählen zu müssen und bei meiner Familie die mich begleitete.
Schon früh merkte ich an diesem Tag dass es für mich zäh werden würde. Selbst das reichhaltige Essens- und Trinkangebot alle paar Meter half mir nicht so sehr wie gehofft. Aber ich schleppte mich über die Runden. Eigentlich wäre ich gerne unter 3:30 h gelaufen, aber das war am heutigen Tag utopisch und schon nach der Halbmarathonmarke lief ich Rundenzeiten die nicht mehr auf eine solche Endzeit hindeuteten. Die Treppen nach oben wurden immer länger und irgendwann nahm ich mir vor zumindest bis Runde 40 durchzulaufen. Und so hatte ich erstmal ein Ziel.
Runde 40 kam und dann auch die 41, 42, 43, 44, 45. Aber danach wurde mir fast der Stecker gezogen. Immer im Treppenhaus wurde es mir nun schwindelig. Auch viel Cola half nur bedingt weiter so dass ich nun immer längere Gehpausen einlegte und es nur noch gesund ins Ziel bringen wollte.

Die letzten Runden zählte ich dann auch runter und als es in die letzte Runde ging und ich mitbekam wie sich Läufer mir hinter vom Personal ebenso verabschiedeten um ins Ziel zu laufen beschleunigte ich nochmal. Zumindest etwas Ehrgeiz war noch vorhanden. Und nach einem Zielspurt und einer längeren Pause dort war ich froh nach 3:48:57 h und 455 Höhenmeter = 1210 Stufen im Ziel zu sein.

Langweilig wurde es mir auf der gesamten Strecke wieder einmal nicht. Auch wenn man irgendwann jeden Winkel kennt so ist es doch spannend ständig jemanden vor sich zu haben den man vielleicht doch noch überholen kann. Und auch die Laufstile lassen sich spitze analysieren. Gerade Barfuß kam man wunderbar auf dem warmen Boden auf seine Kosten. Denn während es draußen zeitweise wirklich schneite konnten wir alle leicht bekleidet unsere Runden ziehen.  Tolle, wenn auch sehr kraftraubende Idee!

Hier noch zwei Videos von gestern (Auf einem bin ich zu finden):




Bis dahin:
Schwindelig ist's mir nicht mehr

Markus

Montag, 30. Oktober 2017

Mein Pacemacer-Einsatz im Bottwartal

Hallo,

zwar ist es schon zwei Wochen her, aber die waren stressig, lehrreich aufgrund Schulungen und nicht ganz so sportlich - aber trotzdem habe ich diesen Lauf in Erinnerung behalten. 
Und zwar ging es wieder zum Bottwartal Marathon. Genauer, zum Halbmarathon. Wieder, wie im letzten Jahr, als Pacemaker für die 1:30h Läufer.
Doch bevor ich Sonntags an den Start durfte wollte auch mein Großer noch eine Runde mitlaufen und dabei seine erste Medaille erhalten. Und so ging es bereits Samstag ins nahe gelegene Bottwartal und er durfte sich über 500 Meter austoben und ich bereits meine Startunterlagen, eine Mütze und eine Flasche Wein mit nach Hause nehmen. 

Sonntags ging es dann früh los und nachdem ich meine "Fahne", die mich als Pacemaker markierte abgeholt habe, und nochmals eine Flasche Wein, Kompressionsstrümpfe und ein Laufshirt erhalten habe, konnte ich mich endlich in den Bus zum Startort setzen. Denn die Strecke ist eine One-Way-Runde von Gronau nach Steinheim auf der zweiten Hälfte der Marathonläufer. 
Im Bus durfte ich mich dann einige Kommentare von Läufern anhören wie man den mit der "Fahne" rennen kann und auch so schnell und ich wußte es ehrlich gesagt selber nicht. Aber ich wollte es versuchen. Schließlich war diese an eine Art Rucksack befestigt der ziemlich eng zu sitzen schien. Nur die Höhe der Konstruktion machte mir etwas Angst.
Nachdem dann die ersten Marathonläufer an uns vorbei waren durften auch wir schon bald auf die Strecke und ich musste mich wie immer erstmal freilaufen. Die ersten zwei Kilometer sollte etwas bergan gehen, aber da war ja noch Kraft vorhanden. und als wir nach 4 Kilometer und dem gleichen bergab Stück wieder am Start waren konnte ich mehr oder weniger entspannt weiter laufen. 
Eigentlich eher weniger, hatte mich nach dem Köln Marathon, doch mal wieder eine Erkältung heimgesucht und fast eine Woche außer Gefecht gesetzt. Und auch bei diesem Lauf musste ich noch ziemlich Husten und spürte nicht ganz bei Kräften zu sein. 
Daher bremste ich mich zu Beginn auch nicht sondern lief lieber einen kleinen Vorsprung heraus den ich hinten hinaus brauchen würde. 
So vergingen die Kilometer bei herrlichem Herbstwetter und durch stimmungsvolle Ortschaften und ich konnte die Pace einigermaßen halten. Immerhin hatte ich im Gegensatz zum Vorjahr keine Bauchkrämpfe.


Auch die Gruppe um mich herum oder hinter mir war nicht all zu groß sondern bestand meist aus bis zu fünf Mann. Ab und an mal eine kleine Bemerkung wo es hinging und ständig der Blick auf die Ur mit der Gewissheit das es für 1:30h reichen würde. Auch wenn es zum Ende hin wirklich zäh wurde und ich doch pro Kilometer 15 Sekunden auf die Sollzeit verlor konnte ich dann mit 1:29:47 h glücklich und erschöpft ins Ziel einlaufen.
Und da mir dann auch von meinen Mitläufern gedankt wurde konnte ich nicht all zu viel falsch gemacht haben. 


Ob es jedoch nächstes Jahr ein nächstes Mal gibt weiß ich bis dato noch nicht, dafür ist die Jahresplanung einfach noch nicht ausgreift genug.
Eine tolle und stimmungsvolle Veranstaltung ist das aber auf alle Fälle!

Bis dahin:
Im Ziel ist die Anstrengung vergessen.

Markus

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Köln - schee bisch

Hallo,

das war er also, der Köln Marathon 2017.
Am Samstag früh bin ich mit Familie entspannt mit dem ICE angereist und da wir direkt an der Lanxess Arena ankamen holten wir auch gleich die Startunterlagen bei Dauerregen ab. Allerdings fand ich die Taschenkontrollen dort am Eingang schon etwas befremdlich, aber ansonsten war es eben eine Marathonmesse. Kennste eine, kennste alle :-)
Nach einem Abstecher zum Hotel und einer Rheinschifffahrt ging es dann zu einem kleinen, aber feinen Italiener und danach zeitig ins Bett...
..wo ich am nächsten Morgen aufwachte, auf die Uhr schaute und feststellte: "Mensch, die Kinder schlafen heute aber lange, ich sollte doch schon frühstücken". So ging es schnell und leise raus aus dem Zimmer wo jeder Tisch mit einer Person in Sportklamotten besetzt war. Spätestens da war klar was heute für ein Tag war.
Gegen 8:15 Uhr verließ ich dann das Hotel und pünktlich zum ersten Startschuß des Tages, dem Halbmarathon, stieg ich aus der Straßenbahn. Dort sollte dann über die nächste halbe Stunde noch Startschüße für die 15.000 Halbmarathonis fallen.
Leider hatte ich eine Jacke vergessen und so froh ich bereits frühzeitig auch wenn ein schöner und sonniger Herbsttag angekündigt war. Irgendwann setzte ich mich in den angrenzenden Bahnhof und konnte mich etwas aufwärmen, die Augen schließen und die Beine schonen. Das tat richtig gut. Dann nochmals bei den wie immer viel zu langen Schlangen vor den Dixis anstehen und die Morgensonnen genießen bevor ich in den ersten Startblock durfte. Und wie ich da so stand und von hinten immer mehr Menschen nachdrückten stellte ich fest dass ich auf Höhe der 3:00h Pacemaker stand. Nein, danke war mein erster Gedanke. Aber da kam auch schon die Streckenfreigabe und die Stadt lag uns zu Füßen.
Los ging es zügig, wohl zu zügig, aber ich war wieder so durchfroren dass ich mich erstmal warm laufen wollte. Und so lief ich mit den Pacemakern mit. Auch freilaufen musste erstmal sein. Diese Gedränge am Start macht mich jedes Mal auf's neue wahnsinnig.
So ging das dann 2 km bis zur ersten Pause. Denn da kam ich am Hotel vorbei und begrüßte erstmal meine Familie :-)
Dann weiter Richtung Süden, immer am Rhein entlang und schon da stellte ich das größte Problem des heutigen Tages fest. Der Wind. Zwar nicht extrem, aber durch die Straßenschluchten immer genau von vorne. Ich versuchte es bereits frühzeitig mit Windschatten hatte aber das Gefühl das es nichts brachte und lief lieber meine Pace weiter, die weiterhin jenseits von Gut und Böse lag.
Auch griff ich gleich zu Beginn zu etwas Wasser und wollte das so beibehalten und lieber zu viel trinken. Als es dann bei Km 14 wieder in Richtung Altstadt ging, ich ein zweites kurzes Päuschen bei meiner Familie einlegt hatte und die ersten Gummibärchen aus meiner Hosentasche verdrückt hatte rief plötzlich zwei nette Damen ganz wild meinen Namen. Gut, der Stand auch auf der Startnummer, an diesem Fall waren es Helge und Elke denen ich nur lachen und verduzt zuwinken konnte :-)



Weiter ging die Reise durch Köln und ich merkte das es nicht sonderlich gut lief. Ungewohnt früh habe ich bereits zuviel Kraft auf der Straße gelassen und damit auch etwas die Lust. Leider. Aber ich reise doch nicht so weit an um nicht ins Ziel zu kommen und das Ding vernünftig zu Ende zu laufen. Und so denke ich in Etappen. Ok, nächste Gummibärchen bei Km 20. Aber als ich die Verpackung in einen Mülleimer an einer Straßenbahnhaltestelle werfen will knicke ich am Bordstein um, hüpfe ein paar Schritte ziemlich komisch auf einem Bein und laufe dann an verdutzen Menschen weiter. Nix passiert. Glück gehabt. Langsam höre ich auch immer öfter meinen Namen rufen und freue mich über jede Anfeuerung. Das tolle sonnige Wetter hatte die Menschen sehr zahlreich an die Strecke getrieben und das tut und Läufern sichtlich gut. Km 24, Friesenplatz. Wieder Pause bei meiner Familie. Das ist alles gut, das beruhigt mich wenigstens und das Wasser direkt danach hilft auch, auch wenn ich jetzt gerne schon Cola hätte. Und auch helfen mir wieder die Anfeuerungen von Helge und Elke.
Jetzt kommen nach sehr vielen Zuschauern teilweise auch ruhiger Abschnitte und die Versuchung ist groß Gehpausen einzulegen. Warum ich es nicht tue weiß ich selbst nicht mehr. Aber ich laufe jetzt das erstmal eine Pace die die 3:15h Pacemaker aufholen lässt. Was mich aber nicht wirklich stört. Schritt für Schritt geht es weiter und ich versuche soviel es geht einzusaugen von der Umgebung; bekomme allerdings auch nicht mehr viel mit.
Dann geht es nach Norden und damit eine Begegnungsstrecke und ich sehr die sehr schnellen Läufer wie entgegen kommen. Auch da gibt es Gehpausen und Läufer an Straßenbahnhaltestellen die nicht mehr können. Hilft mir zwar nicht, war aber psychisch sehr hilfreich. So nehme ich bei Km 32 meine letzten Gummibärchen wie geplant und freue mich über Cola. Sonst nicht so mein Fall aber bei langen Strecken immer gerne genommen. Da ich weiß dass die Begegnungsstrecke mit Ausnahme einer kleinen Runde durch Nippes bis Km 37 mindestens geht nehme ich mir jetzt vor bis dorthin durchzulaufen. Ich weiß zwar nicht mehr viel davon, aber plötzlich drückt mir ein Helfer ein Gel in die Hand und kurz danach eine Cola. Beide waren von der gegenüberliegenden Straßenseite herbeigeeilt und erweiterten die Verpflegungsstelle einfach ein wenig. Danke. Das Gel war zwar eklig süß und ich hatte Angst es nicht zu vertragen aber die Hälfte nahm ich zu mir. Und ansonsten Schritt für Schritt. Nicht stehen bleiben. Und Km 38 das erstmal über einer 5er Pace.
Dann Km 39, meiner Familie, das letzte Mal abklatschen, dieses Mal keine Pause, sonst wäre ich nicht mehr weiter gelaufen sondern ab ins Ziel.



Kurz danach beginnen zahlreiche Absperrungen für die Zuschauer die nun bis zu dreireihig stehen und wie verrückt schreien und jubeln. Jetzt stehen bleiben ist sowieso keine Option mehr und dann eben ab ins Ziel.Ständig höre ich Markus-Rufe und sollte ich jemanden übersehen haben tut mir das leid, aber ich war spätestens da nur noch mit mir selbst beschäftigt. Noch eine Kurve und noch eine, irgendwann sehe ich auch den Dom und nach einer letzten Kurve auch das Ziel. Ich weiß dass es nicht mehr für unter 3:15 h reicht und laufe dann entspannt ins Ziel. 3:15:17 h bleibt dann meine Uhr stehen. Und ich auch. Endlich. Erstmal an ein Gitter lehnen und gut festheben. Mir wurde es sehr schwindlig und ich brauche einige Zeit um wieder bei Sinnen zu sein. 
Dann aber eine schützende Folie, etwas zu trinken und die Finishermedaille später geht es besser. Ich nehme mir 20 Minuten bei der sehr üppigen Verpflegung und versuche auch zu essen, aber Hunger ist nicht vorhanden, dafür literweise Durst. 
Nun endlich die Familie in den Arm nehmen, rein in die warme Dusche und dann ab zum Dom. Nach einer Pause und vielen schönen Gedanken und Gefühlen verbringe ich noch einen schönen Nachmittag mit meiner Familie am Rhein und im Schokoladenmuseum. Verlorene Kalorien müssen schließlich wieder aufgefüllt werden. Und tatsächlich bekomme ich erst 3 Stunden später endlich etwas Hunger. 


Nach einem Tierparkbesuch am Montag Morgen ging es dann auch leider zurück auch wenn mein Großer am Liebsten noch ganz lang geblieben wäre :-)
Auch mir hat es gut gefallen und ich hatte einen tollen Marathon auf einer abwechslungsreichen Strecke. Diese ist zwar meiner Meinung nach nicht Bestzeitentauglich, da zu wind anfällig und mit über 200 Höhenmeter auch zu "hügelig", aber eben ein schöner großer Stadtmarathon wenn jemanden den Trubel mag.
Mein Körper hat die Belastung auf jeden Fall gut weggesteckt und mich bereits in Köln noch 6 km und daheim schnelle 10 km laufen lassen. Denn nach dem Marathon ist vor dem Halbmarathon.

Bis dahin:
Danke Köln

Markus

Mittwoch, 27. September 2017

Interpretationsspielraum

Hallo,

bei dem folgenden Bild könnte man verschiedene Dinge interpretieren:



1. Der Markus sieht ganz schön fertig aus.
Stimmt. Könnte an der zwei Tage anhaltenden Magen-Darm-Grippe liegen die ich nach einem letzten Longrun über 30 km am Sonntag abbekommen habe. Nicht gerade der optimale Zeitpunkt und so fühle ich mich auch noch immer.


2. Der Markus schwitzt jetzt schon beim Auto fahren
Ja, habe ich - aber immerhin war ich davor auch auf dem Heimweg von der Arbeit ne Runde laufen. 11 km, 300 Höhenmeter. Tapering eben. Oder auch nicht. Und gerade aufgrund der Krankheit war es kein Vergnügen; aber wie es den Beinen geht wollte ich schon wissen.
Auf jeden Fall bin ich froh dass das Rheinland deutlich flacher ist.


3. Der Markus ist schon auf dem Weg nach Köln
Naja, nicht ganz. Aber bald. schließlich ist am Sonntag Marathon. Und da kann man doch dann schon mal ein schönes Familienwochenende in der Stadt verbringen und von Samstag bis Montag Köln erleben. Bin gespannt und freue mich. Auch ohne Ziel- und Zeitvorgabe für den Marathon sondern einfach mit viel Spaß.

Bis dahin:
Oder sonst noch Ideen?

Markus

P.S. Bin natürlich während des Fotos nicht gefahren :-)

Dienstag, 12. September 2017

Familienausflug zum Sport

Hallo,

am Samstag war es wieder soweit. Der Marbacher Gassenlauf stand an. Und wieder durfte die Familie mitlaufen. Also meine zwei Jungs. Und ich.
Zwar war das Wetter sehr wechselhaft und vor dem Kinderlauf Regen und nach meinem Lauf wurde es wieder sehr nass aber dazwischen hielt er sich zurück und so konnten wir viel Spaß haben.
20 Minuten bevor es für mich auf die 10,5 km lange Strecke ging waren meine beiden Jungs dran. 350 Meter um den Schillerpark und dann ab ins Ziel. Während der Große bereits beim Startschuss los rannte und die Strecke wunderbar alleine bewältige brauchte der Kleine noch etwas Motivation und Unterstützung. Kein Wunder bei seinem ersten Lauf mit 17 Monaten :-)


Im Ziel gab es dann für beide eine Brezel und Papa durfte sich für den Start bereit machen. 3 Runden a 3,5 km durch die wunderschöne Altstadt von Marbach standen an. Insgesamt mit über 200 Höhenmeter und vielen engen Kurven auf Kopfsteinpflaster. Also ziemlich anspruchsvoll und nicht bestzeitentauglich, aber ein großer Spaß und super Training.
Am Start sortierte ich mich nicht ganz vorne ein, da standen viele Schüler die jeweils nur eine Runde zu laufen hatten und gleichzeitig starteten. Aber bereits nach einem Kilometer hatten  wir diese überholt und machten uns in einer 10er Gruppe auf den Weg an den tiefsten Punkt. Ich versuchte irgendwie dran zu bleiben und meinen achten Platz zu halten. Garnicht so einfach. Aber auf den Weg zurück nach oben konnte ich dann zwei Läufer überholen während jedoch alle anderen vor mir immer weiter außer Sichtweite liefen. Kein Wunder wenn man nur wenige hundert Meter bis zur Kurve gerade aus sehen kann. Auf jeden Fall lief ich fast die gesamte zweite Runde sehr einsam. Bis zur letzten Steigung. Da standen dann die ersten Überrundungen an und es wurde wieder etwas interessanter auf der Strecke. Und so zog es sich auch die dritte Runde. Am tiefsten Punkte merkte ich jedoch wieder wie einer hinter mir etwas Gas gab und näher kam. So nicht, dachte ich mir und beschleunigte nochmals. Und als wir dann wieder oben waren und zum Abschluß auf die 350 Meter Runde laufen durften hatte ich einen guten Überblick und sah dass er doch 150 Meter hinter mir war. Genug um meinen Großen vor der Zielinie zu schnappen und gemeinsam mit ihm die letzten 30 Meter zu laufen. 5 Sekunden Vorsprung waren es dann noch, aber die reichen ja auch.





Im Ziel kam dann ein großer Regenschauer und die Gewissheit das zum sechsten Platz gereicht hat. Und zum ersten der Altersklasse. Und eine neue Bestzeit auf dieser Strecke. 42:28 min und damit über eine Minute schneller wie jemals zuvor. Hätte ich nicht gedacht und erwartet, nehme ich aber gerne mit.




Bis dahin:
Zusammen macht's mehr Spaß

Markus

Montag, 28. August 2017

Motivation für den Herbst

Hallo,

die letzten Wochen lief es leider gar nicht so gut bei mir. Aufgrund blöder Krankheitsumstände bin ich zwischendrin 9 Tage gar nicht gelaufen oder Sport gemacht. Als ich dann wieder laufen gehen konnte, durfte und wollte habe ich es natürlich gleich übertrieben.
Schwülige und sehr warme Bedingungen und 16 Kilometer später war ich fix und fertig daheim. Und das bei einer Pace die nicht der Ernennung wert ist. Die Muskelschmerzen der nächsten Tage sind kaum zu beschreiben. Wie auf Eiern lief ich umher und fühlte mich schrecklich. Und so ging es nun auch die nächsten Läufe. Viel zu heiß für mich aber immerhin ging es von Lauf zu Lauf etwas besser und gestern konnte ich sogar schon mal wieder Vollgas geben. Wenn auch nur über 9 Kilometer, aber eine Grundlage auf der man diese Woche wieder aufbauen kann.

Nach 12 km in KW 34 und sagenhaften 38 km letzte Woche sollen es doch bitte diese Woche wieder Kilometer werden die mich wieder auf ein gutes Niveau bringen. Schließlich habe ich noch was vor dieser Jahr.
Denn schon vor einigen Wochen habe ich einen Startplatz für einen Marathon gewonnen. Dabei durfte ich zwischen Frankfurt, München und Köln wählen. Frankfurt war ich schon, also raus.
Und meine Frau wollte lieber nach Köln wie nach München, also heißt es am 1. Oktober für mich: 42 km im Rheinland. Sicherlich nicht auf Bestzeitkurs sondern einfach zum Genießen. Aber um einen Marathon genießen zu können muss die nächsten Woche noch etwas Training sein.


Bis dahin:
Motivation ist da

Mittwoch, 9. August 2017

Herrlich dieses Stuttgart

Hallo,

ja, wirklich. Abseits von Feinstaub, Stauproblemen, Wohungsmangel und anderen Problemen unserer Gesellschaft ist es in Stuttgart wirklich schön. Naja, zumindest an den richtigen Orten. Oder auf den richtigen Wegen. Und ein so ein Weg war am Wochenende wieder einmal der Rößleweg um Stuttgart herum.
55 Kilometer voller schöner Momente. Zwischen Neckar und Weinreben. Im Wald und am Fernsehturm. Über den Nesselbach und kurze Trails. Mit netten Mitläufern und tollem Wetter.

Los ging es am Sonntag Morgen um 6 Uhr für mich. 14 Kilometer später stieß ich dann auch fünf Mitläufer und wir wollten gemeinsam den weiteren Weg laufen. Zwei von Ihnen hatten bereits am Vortag die Strecke in die Gegenrichtung komplett belaufen und wollten heute dann die 110 km vollmachen. Das hätte ich auch gerne gemacht, aber zu wenig Schlaf und ein leicht erkälteter Körper hielten mich von der doppelten Belastung ab.
So liefen wir dann zu sechst Kilometer um Kilometer. Mal schweigend, mal erzählend. Mal nach dem Weg schauen, der jedoch meist ganz gut ausgeschildert ist, und mal eine kurze Pause machend. Die erste längere Pause sollte dann für mich bei Km 32 erfolgen. Der Großteil war da bereits erlaufen und die höchsten Punkte lagen auch hinter mir.
Nun hinab ins Tal und noch zwei Anstiege und dann sollte es geschafft sein. Doch der erste Anstieg ging ordentlich auf die Reserven. Egal, oben waren ein paar Bänke für eine Weinwanderung aufgebaut und wir konnten frisches Wasser tanken. Zwar wurde uns Wein angeboten aber dankend lehnten wir alle ab.
Und als wir dann bei Km 50 für mich die letzte Steigung erreicht hatten und meine 2 Liter mitgeführtes Wasser leider vernichtet war war ich froh nur noch das kurze Stück bis zum Auto laufen zu müssen. Ein weiteres Mal beim Neckar angekommen verabschiedete ich mich dann und schickte die letzte verbliebenen Läufer auf die Zielgerade zu Ihren 110 Km.

Und so saß ich um 12 Uhr mittags wieder im strategisch schlau geparkten Auto, war um 55 km reicher und hatte zum zweiten Mal dieses Jahr und zum schnellsten Mal überhaupt den Rößleweg wieder einmal bezwungen.





Bis dahin:
Longruns kann man immer mal machen

Markus

Donnerstag, 13. Juli 2017

Muss das sein?

Hallo,

gestern auf'm laufenden Heimweg von der Arbeit ist mir was passiert was mich noch immer aufregt.
Ich laufe mehr oder weniger entspannt über die Feldwege, links und rechts von mir stehen Weizen, Gerste und Mais wunderschön da und von oben kommt ein kräftiger Schauer.
Wie aus dem Nichts kommt jedoch von hinten ein einhändig fahrender Radfahrer haarscharf an mir vorbeigezogen und das obwohl der Weg knapp 4 Meter breit sein dürfte. Aber gut, ist ja nichts passiert.
Was mich eher aufregte war dass als er zwei Meter an mir vorbei war etwas mit viel Kraft in ein Weizenfeld warf. Und während ich dem Wurf nachschaue und dann kapiere das da gerade die Plastikverpackung, seiner wohl notwendigen Energiezufuhr, mitten in das zukünftige Mehl wandert ist der Radfahrer leider schon 50 Meter weiter.
Von da an rege ich mich die letzten sechs Kilometer innerlich auf. Nicht nur über ihn der hier den Müll so dämlich entsorgt obwohl er einen Rucksack auf hatte und sicherlich darin Platz gewesen wäre. Nein, auch über mich, darüber dass ich nicht schneller reagiert habe und ich gefragt habe "Muss das sein?"

Bis dahin:
Schonmal ähnliches erlebt und wie reagiert?

Markus

Montag, 10. Juli 2017

Muskelkater-Alarm

Hallo,

spinne ich jetzt komplett? So gestern früh mein Gedanke als ich im Startbereich des Mudiator bei Ulm stehe. Über 16 Kilometer und rund 50 Hindernisse, verteilt auf 2 Runden, warten auf mich.
Wieso ich das mache? Naja, Startplatz gewonnen :-)

Und so stelle mich eben in die Startaufstellung und denke mir, läuferisch kann ich bestimmt mithalten, aber ob meine Muskeln im Oberkörper hier auch mithalten können bezweifle ich.
Und dann der Startschuss. Wie die Verrückten renne die ersten los. 3:30 Pace. Sagmal, was habt ihr vor?
Dann das erste Hindernis. ein 1m langer, ca. 30 cm im Durchmesser starker Baumstamm 50 Meter weit tragen. Noch geht das. Weiter wie die Hasen. Nun hieß es einen Traktorreifen immer wieder umzuschmeißen bis eine gewisse Strecke erreicht war. Oh, das wird hart. Immerhin gibt es bei dem dritten Hindernis eine Abkühlung und wir "dürfen" zwei Mal ins Wasser springen ehe wir nach einem weiteren Sprint Sackhüpfen müssen. Und ich spüre wie mich die Kraft verlässt. Es hilft ja nichts, es geht weiter. Auf Platz 7 liegend renne ich den anderen hinterher und erstelle erstaunt fest dass nun ein Schwebebalken auf dem Programm steht. Allerdings aufgrund der vor uns gestarteten 1 Runden Läufer ein erheblicher Stau dort entstanden ist. Und 10 Minuten warten will hier keiner. Also vorbei gerannt und zur Strafe 15 Liegestützen. So wie bei jedem Hindernis das man nicht schafft oder eben auslässt.
Weiter geht es mit dem Tragen von Betonklötzen, dem Überklettern von Absperrgittern und Wänden von bis zu 2,5 Meter, das Erklimmen von riesigen Strohballen, das Durchrobben von Autoreifen und unter Absperrgittern während man mit einem Feuerwehrschlauch nass gespritzt wird, ....
Und irgendwann ist man wieder im Startbereich wo die meisten Hindernisse auf einen warten. Klettern, Hangeln an Seilen, Ringen und Stöcken (ich fühlte mich wie ein nasser und unbeweglicher Sack) und zum Abschluss jeder Runde eine riesige aufblasbare Rutsche. Geiles Teil.
Nach der ersten Runde liege ich auf Platz 6, haben viel zu viele Liegestützen gemacht und ca. 3 Minuten Rückstand auf den Führenden. Und wenn das jetzt zu Ende wäre würde ich auch nicht jammern. Aber ich musste mich ja für 2 Runden anmelden :-)
Also weiter geht's. Und bis zum 2. Platzierten (zumindest dachte ich das er es ist) war es nicht weit. Also Hindernis für Hindernis wieder hinter mich bringen. Zu fünft im Abstand von 200 Meter laufen wir. Mal überhole ich zwei, dann liege ich wieder weiter hinten und ich habe langsam im Oberkörper keinerlei Kraft mehr. Und mir fehlt Energienachschub. Mein Frühstück liegt 5 Stunden zurück und seitdem hatte ich nichts mehr gegessen. Immerhin hatte ich reichlich Wasser. Die vorhandenen Bananen habe ich ignoriert.
Als wir wieder auf den Sportplatz einbiegen sind wir noch zu viert und alle gleichauf. Jetzt heißt es eben auch durchziehen. Schnell hier noch klettern, dort die Liegestützen machen weil warten jetzt nicht mehr geht und jemand schreit da kommt der Zweite. Meine Familie jubelt mir zu und ich gebe alles. Hoch geht's zum letzten Mal rutschen, direkt vor und hinter mir ein Konkurrent und dann im Sprint ins Ziel.
Völlig entkräftet liege ich da. Was war das nun? Auf jeden Fall nichts was ich öfters machen möchte. Und doch womöglich der dritte Platz?
Nach kurzer Erholung und Stärkung gehe ich zu den Zeitnehmern und schaue nach. Nix da Podium. 3 Sekunden trennen mich vom dritten Platz und auch drei vom 5. Platz.
Aber so muss ich bei der Hitze, die ich unterwegs gar nicht gemerkt habe, nicht noch 4 Stunden lang warten sondern kann nach Hause fahren. Mit dem Wissen einem ganz üblen Muskelkater zu erhalten. Aber auch mit einer ordentlichen Portion Stolz und Demut.





Bis dahin:
Aua

Markus