Mittwoch, 9. August 2017

Herrlich dieses Stuttgart

Hallo,

ja, wirklich. Abseits von Feinstaub, Stauproblemen, Wohungsmangel und anderen Problemen unserer Gesellschaft ist es in Stuttgart wirklich schön. Naja, zumindest an den richtigen Orten. Oder auf den richtigen Wegen. Und ein so ein Weg war am Wochenende wieder einmal der Rößleweg um Stuttgart herum.
55 Kilometer voller schöner Momente. Zwischen Neckar und Weinreben. Im Wald und am Fernsehturm. Über den Nesselbach und kurze Trails. Mit netten Mitläufern und tollem Wetter.

Los ging es am Sonntag Morgen um 6 Uhr für mich. 14 Kilometer später stieß ich dann auch fünf Mitläufer und wir wollten gemeinsam den weiteren Weg laufen. Zwei von Ihnen hatten bereits am Vortag die Strecke in die Gegenrichtung komplett belaufen und wollten heute dann die 110 km vollmachen. Das hätte ich auch gerne gemacht, aber zu wenig Schlaf und ein leicht erkälteter Körper hielten mich von der doppelten Belastung ab.
So liefen wir dann zu sechst Kilometer um Kilometer. Mal schweigend, mal erzählend. Mal nach dem Weg schauen, der jedoch meist ganz gut ausgeschildert ist, und mal eine kurze Pause machend. Die erste längere Pause sollte dann für mich bei Km 32 erfolgen. Der Großteil war da bereits erlaufen und die höchsten Punkte lagen auch hinter mir.
Nun hinab ins Tal und noch zwei Anstiege und dann sollte es geschafft sein. Doch der erste Anstieg ging ordentlich auf die Reserven. Egal, oben waren ein paar Bänke für eine Weinwanderung aufgebaut und wir konnten frisches Wasser tanken. Zwar wurde uns Wein angeboten aber dankend lehnten wir alle ab.
Und als wir dann bei Km 50 für mich die letzte Steigung erreicht hatten und meine 2 Liter mitgeführtes Wasser leider vernichtet war war ich froh nur noch das kurze Stück bis zum Auto laufen zu müssen. Ein weiteres Mal beim Neckar angekommen verabschiedete ich mich dann und schickte die letzte verbliebenen Läufer auf die Zielgerade zu Ihren 110 Km.

Und so saß ich um 12 Uhr mittags wieder im strategisch schlau geparkten Auto, war um 55 km reicher und hatte zum zweiten Mal dieses Jahr und zum schnellsten Mal überhaupt den Rößleweg wieder einmal bezwungen.





Bis dahin:
Longruns kann man immer mal machen

Markus

Donnerstag, 13. Juli 2017

Muss das sein?

Hallo,

gestern auf'm laufenden Heimweg von der Arbeit ist mir was passiert was mich noch immer aufregt.
Ich laufe mehr oder weniger entspannt über die Feldwege, links und rechts von mir stehen Weizen, Gerste und Mais wunderschön da und von oben kommt ein kräftiger Schauer.
Wie aus dem Nichts kommt jedoch von hinten ein einhändig fahrender Radfahrer haarscharf an mir vorbeigezogen und das obwohl der Weg knapp 4 Meter breit sein dürfte. Aber gut, ist ja nichts passiert.
Was mich eher aufregte war dass als er zwei Meter an mir vorbei war etwas mit viel Kraft in ein Weizenfeld warf. Und während ich dem Wurf nachschaue und dann kapiere das da gerade die Plastikverpackung, seiner wohl notwendigen Energiezufuhr, mitten in das zukünftige Mehl wandert ist der Radfahrer leider schon 50 Meter weiter.
Von da an rege ich mich die letzten sechs Kilometer innerlich auf. Nicht nur über ihn der hier den Müll so dämlich entsorgt obwohl er einen Rucksack auf hatte und sicherlich darin Platz gewesen wäre. Nein, auch über mich, darüber dass ich nicht schneller reagiert habe und ich gefragt habe "Muss das sein?"

Bis dahin:
Schonmal ähnliches erlebt und wie reagiert?

Markus

Montag, 10. Juli 2017

Muskelkater-Alarm

Hallo,

spinne ich jetzt komplett? So gestern früh mein Gedanke als ich im Startbereich des Mudiator bei Ulm stehe. Über 16 Kilometer und rund 50 Hindernisse, verteilt auf 2 Runden, warten auf mich.
Wieso ich das mache? Naja, Startplatz gewonnen :-)

Und so stelle mich eben in die Startaufstellung und denke mir, läuferisch kann ich bestimmt mithalten, aber ob meine Muskeln im Oberkörper hier auch mithalten können bezweifle ich.
Und dann der Startschuss. Wie die Verrückten renne die ersten los. 3:30 Pace. Sagmal, was habt ihr vor?
Dann das erste Hindernis. ein 1m langer, ca. 30 cm im Durchmesser starker Baumstamm 50 Meter weit tragen. Noch geht das. Weiter wie die Hasen. Nun hieß es einen Traktorreifen immer wieder umzuschmeißen bis eine gewisse Strecke erreicht war. Oh, das wird hart. Immerhin gibt es bei dem dritten Hindernis eine Abkühlung und wir "dürfen" zwei Mal ins Wasser springen ehe wir nach einem weiteren Sprint Sackhüpfen müssen. Und ich spüre wie mich die Kraft verlässt. Es hilft ja nichts, es geht weiter. Auf Platz 7 liegend renne ich den anderen hinterher und erstelle erstaunt fest dass nun ein Schwebebalken auf dem Programm steht. Allerdings aufgrund der vor uns gestarteten 1 Runden Läufer ein erheblicher Stau dort entstanden ist. Und 10 Minuten warten will hier keiner. Also vorbei gerannt und zur Strafe 15 Liegestützen. So wie bei jedem Hindernis das man nicht schafft oder eben auslässt.
Weiter geht es mit dem Tragen von Betonklötzen, dem Überklettern von Absperrgittern und Wänden von bis zu 2,5 Meter, das Erklimmen von riesigen Strohballen, das Durchrobben von Autoreifen und unter Absperrgittern während man mit einem Feuerwehrschlauch nass gespritzt wird, ....
Und irgendwann ist man wieder im Startbereich wo die meisten Hindernisse auf einen warten. Klettern, Hangeln an Seilen, Ringen und Stöcken (ich fühlte mich wie ein nasser und unbeweglicher Sack) und zum Abschluss jeder Runde eine riesige aufblasbare Rutsche. Geiles Teil.
Nach der ersten Runde liege ich auf Platz 6, haben viel zu viele Liegestützen gemacht und ca. 3 Minuten Rückstand auf den Führenden. Und wenn das jetzt zu Ende wäre würde ich auch nicht jammern. Aber ich musste mich ja für 2 Runden anmelden :-)
Also weiter geht's. Und bis zum 2. Platzierten (zumindest dachte ich das er es ist) war es nicht weit. Also Hindernis für Hindernis wieder hinter mich bringen. Zu fünft im Abstand von 200 Meter laufen wir. Mal überhole ich zwei, dann liege ich wieder weiter hinten und ich habe langsam im Oberkörper keinerlei Kraft mehr. Und mir fehlt Energienachschub. Mein Frühstück liegt 5 Stunden zurück und seitdem hatte ich nichts mehr gegessen. Immerhin hatte ich reichlich Wasser. Die vorhandenen Bananen habe ich ignoriert.
Als wir wieder auf den Sportplatz einbiegen sind wir noch zu viert und alle gleichauf. Jetzt heißt es eben auch durchziehen. Schnell hier noch klettern, dort die Liegestützen machen weil warten jetzt nicht mehr geht und jemand schreit da kommt der Zweite. Meine Familie jubelt mir zu und ich gebe alles. Hoch geht's zum letzten Mal rutschen, direkt vor und hinter mir ein Konkurrent und dann im Sprint ins Ziel.
Völlig entkräftet liege ich da. Was war das nun? Auf jeden Fall nichts was ich öfters machen möchte. Und doch womöglich der dritte Platz?
Nach kurzer Erholung und Stärkung gehe ich zu den Zeitnehmern und schaue nach. Nix da Podium. 3 Sekunden trennen mich vom dritten Platz und auch drei vom 5. Platz.
Aber so muss ich bei der Hitze, die ich unterwegs gar nicht gemerkt habe, nicht noch 4 Stunden lang warten sondern kann nach Hause fahren. Mit dem Wissen einem ganz üblen Muskelkater zu erhalten. Aber auch mit einer ordentlichen Portion Stolz und Demut.





Bis dahin:
Aua

Markus

Montag, 3. Juli 2017

Wieder zurück

Hallo,

ein Monat Elternzeit,
ein paar Tage Urlaub noch im Anschluss,
zwei Wochen Urlaub im Tannheimer Tal,
etwas Renovierungsarbeit zu Hause.
All das liegt in den letzten sechs Wochen hinter mir und nun hat mich der Alltag wieder eingeholt. Leider, aber nun gut.

Gerade die letzten zwei Wochen Familienurlaub im Tannheimer Tal gaben mir aber auch die Erholung und Kraft die ich brauchte.
Neben Wandern, Baden und Familienzeit kam das Laufen gerade hier aber auch nicht zu kurz, und so kam dabei dann doch ein kleines Trainingslager bei heraus.

Immerhin waren es in den 14 Tagen 129,4 km mit 5188 HM. Endlich mal richtige Berge vor der Türe. Und wenn an laufen mal nicht mehr zu denken war wurde es eben Speedhiking. Aber aufgeben kam eben auch hier nie in Frage.
Und so genoss ich neben frühmorgendlichen Runden um den traumhaften Vilsalpsee auch mehrere großartige Laufrunden bis auf knapp 2000 HM und teilweise gigantischen Aussichten.

Aber genug der Worte - hier die Bilder:



Immerhin gefiel es mir so gut dass ich am Ende lieber noch eine tolle Runde dort hinlegte und dann auf einen gewonnen Startplatz beim Montafon-Arlberg-Marathon verzichtete und lieber direkt nach Hause fuhr. Genuss ist wenn das Herz mitspielt.

Und so konnte ich gestern doch gleich mal zuhause meine Form "im Flachen" testen und was soll ich sagen. Wow. Gleich zwei Mal war ich gestern laufen und die über 20 km lief ich jeweils deutlich unter 4.30 min/km. Läuft also. Auch wenn nicht wirklich ein schneller Lauf geplant war oder ist. Manchmal muss man eben seinen Körper reizen.

Bis dahin:
Einen guten Wochenstart

Markus

Mittwoch, 7. Juni 2017

Halbe Sachen

Hallo,

auch wenn ich gerade in Elternzeit bin und mich mehr der Familie und einigen häuslichen Arbeiten zu Hause widme versuche ich das laufen nicht zu vernachlässigen und nahm auch an einem so tollen Lauf teil dass ich davon berichten muss.
Samstag 27. Mai. Das Thermometer zeigt bereits morgens um 7 Uhr Temperaturen bei denen man am liebsten den ganzen Tag im Wasser wäre. Aber ich setzte mich ins Auto und fahre eine gute Stunde bis nach Lichtenstein. Nein, nicht das Land in den Alpen. Sondern ein Ort auf der Schwäbischen Alb. Hier soll heute der Lichtenstein Trail Marathon und Halbmarathon stattfinden. Für den Marathon bin ich gemeldet. Gute 45 km und 2000 HM sind zu bewältigen. Für den halben immerhin noch 22 km mit 1050 HM. Würde mir heute auch reichen als ich um 10 Uhr am Start stehen. Gerade weil es mich freitags ordentlich erwischt hat. Starker Husten und eine brennende Lunge ließen mich schon zweifeln überhaupt zum Start zu fahren. Aber probieren kann man es ja mal; so mein Gedanke.
Schon nach 2 Kilometer und dem ersten heftigen Anstieg weiß ich das ich mich verkalkuliert habe am heutigen Tag. Zwar gibt es kein Zeitlimit aber nur am Husten macht das Laufen auch keinen Spaß mehr. Naja, erst einmal die wunderbare Strecke genießen so gut das geht.
Hier auf der Alb gibt es eben keine Steigungen mit mehreren hundert Höhenmeter am Stück sondern immer wieder kleine, aber steile Anstiege die einem die Kraft aus den Beinen ziehen. Und was für Trails. Wahnsinnig schön. Weicher Waldboden gemischt mit Steinen und Wurzeln schlingeln sich durch dichte Wälder und geben immer wieder einen Ausblick auf's Tal preis.  Zu schön um nach nicht einmal 10 km schon aufzugeben. Und außerdem: wie komme ich ins Ziel? Kenne ich mich doch garnicht aus. Erst später sollte es einen Abzweigung bei Km 18 geben an denen die Halbmarathonis direkt abbiegen werden. Diese sind 30 Minuten nach uns gestartet und deswegen will ich auf den schmalen Trails auch nicht umdrehen.
Nach knapp 15 Kilometer dann am Schloss Lichtenstein die erste Verpflegung. Mmmhh, lecker, was es da immer alles gibt. Ich glaube ich würde auch nur wegen dem Essen mitmachen :-) Gestärkt und mit einer handvoll Gummibärchen geht es weiter. Schon da ist mir bewusst ich laufen heute "nur" den halben und entsprechend habe ich meinen Wasservorrat nicht gefüllt. Und so laufe ich und laufe ich. Ein Trail jagt den nächsten und als wir mal für 200 Meter aus dem Wald abbiegen erblinde ich fast weil die Sonne den Kiesboden so hell macht das man nichts mehr sieht.
Aber da geht es schon weiter. Langsam, aber ich laufe noch. Schließlich weiß ich das ich es nicht mehr weit habe. Und so biege ich dann auch bei Km 18 den direkten Weg ab. Nicht als erster an diesem Tag und auch nicht als letzter.
Nun überholen mich auch bereits die ersten drei des Halbmarathons und als ich am Ziel ankomme werde ich als Vierplatzierter vorgestellt doch ich winke schnell ab. Nur noch hinsitzen, ordentlich was trinken und dann ab nach Hause und ausruhen.
Schon zwei Tage später bin ich wieder gesund und mir sicher Lichtenstein hat mich nicht das letzte Mal gesehen. Ob privat oder wieder beim Lauf, egal, einfach herrlich dort.
Nur 2 Tage Dinge sind mir wieder einmal bewusst geworden:
1. Erkältet sollte man es lieber nicht einmal probieren, auch wenn es sehr schade gewesen wäre
und
2. die Sonne und ich werden keine Freunde mehr.



Bis dahin:
Wird noch ein Weilchen ruhig um mich sein

Markus

Dienstag, 2. Mai 2017

Erfolgreiches Finish beim Innsbruck Alpin Trail Festival

Hallo,

das war wohl nix. Oder doch?
Die 85 km beim Innsbruck Alpin Trail Festival bin ich auf jeden Fall nicht gelaufen. Aber von Anfang an.
Die Woche vor dem Lauf gab es heftige Wetterkapriolen. Am Ende war es soviel Schnee dass die Spikes schon als Pflichtausrüstung eingepackt waren bis es am Freitag Vormittag nach Innsbruck gehen sollte. Eine Stunde vor der Abfahrt kam dann die E-Mail mit dem Betreff "Streckenänderung".
Darin wird erläutert dass aufgrund von Lawinengefahrt die Strecke massiv geändert werden musste und verkürzt wird. Wir sollen dann die gleiche Strecke wie die Teilnehmer des K65 laufen. Allerdings wird auch diese geändert so dass wir nie auf über 1000 Meter über Null kommen werden und entsprechend auch die Höhenmeter sich auf geplante 1900 reduzieren.
Die Hinreise bestritt ich entsprechend mit gemischten Gefühlen, hatte ich mich doch für was längeres vorbereitet und darauf gefreut, aber ganz klar war mir auch, meine Sicherheit geht vor.
Auch abends beim Streckenbriefing wurde mir das nochmals bewusst und als dann die Startzeit von 4 auf 6 Uhr verlegt wurde war mir das auch nicht ganz unrecht.
Die Nacht war trotzdem viel zu kurz und gegen halb 6 kam ich am Startgelände an und freute mich auf den Lauf. Immer noch nur mit der Vorgabe ins Ziel zu kommen, was bei 16 Stunden Zeitlimit durchaus machbar ist :-)
Und darüber hin aus mit der Hoffnung vor dem Sieger des "offiziellen" K65 ins Ziel zu kommen die nochmals 2 Stunden nach uns starten damit es sich auf der Strecke etwas entzerrt.
Kurz nach 6 Uhr ging es dann auch los und wir drehten erstmal eine Runde durch das gerade hell werdende Innsbruck und entlang der Inn. Dann ging es raus aus der Start und in Richtung Nordkette hoch. Durch den Dauerregen des Vortags und des feuchten Nebels heute morgen war die Strecke sehr durchweicht. Schritt für Schritt geht es nach oben und schon bald wird es so steil das man in den Gehschritt wechselt um Kräfte zu sparen. Nach 5 Kilometern haben wir dann den ersten Anstieg hinter uns und verlieren fortan gleich mal wieder 2/3 der erlaufenden Höhenmeter. Die Beine sind noch frisch, die Wege teilweise gut zu laufen und so kommt es dass ich es einfach rollen lasse und eine Pace von unter 4 min/km erreiche. Ziemlich unvernünftig, aber was soll's :-) Unten angekommen sollte es dann auf 2 km wieder die gesamten Höhenmeter bergan gehen. Nun gut, aber oben entlang ging aufgrund des vielen Schnees eben leider nicht. Auch wenn wir so leider auf viele Trails verzichten mussten und eher auf Wald und Forstwege ausweichen mussten.
Dann die ersten Verpflegung. Trinken hatte ich zwar noch genug dabei, aber die Wärme der Hütte nahm ich gerne an. Dazu ein paar Nüsse und etwas Schokolade für unterwegs. Und weiter geht's. Nun auf teilweise rutschigen und schneebedeckten Trails tendenziell hinab ins Tal. Unterwegs nochmals kurzer Stop um Schokolade und Salzbrezeln zu tanken und dann 2 Kilometer entlang der Inn. Und schon hatten wir 18 Kilometer geschafft. Keine zwei Stunden waren herum und ich fühlte mich noch richtig gut. Die feucht-nassen Bedingungen wurden auch langsam besser, aber meine Regenjacke auszuziehen traute ich mich nicht, war doch mein Shirt darunter in der Zwischenzeit durchgeschwitzt. Und auch die Armlinge als Wärmeschutz ließ ich erstmal noch an bis die versprochene Sonne wirklich ihre ganze Kraft zeigen sollte.
So kämpften wir uns den nächsten Anstieg, nun auf der Gegenseite der Inn hoch. Langsam hatte sich eine kleine Gruppe gebildet und man lief mehr oder weniger gemeinsam. Das tat gut und gab neue Kraft. Über ein paar tolle Trails gelangten wir nach 27 Kilometer zum Ziel des K25 und dem Start des K42 der erst später erfolgen sollte. Ausreichend verpflegt ging es dann wohl auf den schönsten Streckenabschnitt. Die Sonne kämpfte sich vereinzelt durch den Wald in dem wir auf schmalen Trails auf Wurzeln, schönen Steinplatten und weichen Nadelbaumböden liefen. Einfach herrlich. So hätte ich gerne den ganzen Lauf absolviert. Aber natürlich spukte uns auch diesmal der Wald wieder aus und wir waren an der Brennerautobahn. Nun hinab ins Tal nach Innsbruck. Von dort wären es nur wenige Meter bis ins Ziel, aber zahlreiche Streckenposten wachten entlang der gesamten Strecke darüber das niemand abkürzte und notierten sich die Startnummern. In Innsbruck war dann km 35 erreicht und damit Halbzeit wie ich bei meinem einzig verbliebenen Mitläufer anmerkte. Wir liefen nun zusammen ein paar Kilometer und gingen davon aus das schlimmte hinter uns zu haben. Noch waren wir auf Kurs 7 Stunden Endzeit.
Dann kam jedoch eine Steigung die mir die Kraft aus dem Beinen zog. Irgendwie ganz unharmonisch zu laufen und meine jedes Mal aufgestockten Schokoladenvorräte sollten bei Km 43 auch zu neige gehen. Ebenso wie mein Wasservorrat :-/ Und ich hatte keine Ahnung wie weit es bis zur nächsten Verpflegung sein sollte. Waren diese bisher doch recht nah beieinander gewesen so hatte ich mich dieses Mal verspekuliert. Endlich eine kleine Ortschaft und ich ging davon aus das sich irgendwo hier die Verpflegung aufgebaut haben sollte. Aber leider kam bis zum Ortsausgang nichts mehr. Dort stieß ich dann auch auf meinen Mitläufer und auch ihm fehlte langsam die Kraft. Hinab durch ein Tal und dann bei Km 47 endlich ein Schild mit "Verpflegung".
Hier gab's erstmal eine längere Pause. Ich zog endlich meine Armlinge aus, ließ die Regenjacke aber an und krempelte die bei Bedarf einfach bis zu den Ellenbogen. Und dazu wurde meine warme Mütze gegen eine Schildmütze getauscht. Die Sonne brannte nun doch stärker und so konnte ich meine Augen schützen. Die nächsten 5 Kilometer sollte es hinab ins Inntal nach Hall gehen. Leider waren die Wege nicht die schönsten und auch meine Oberschenkel und Waden machten sich nun bemerkbar. 53 km geschafft - 5.45 gebraucht und noch 15 Kilometer ins Ziel. Ich wusste schon dass das heute noch schwer werden wird und versuchte nach einer ausreichenden Verpflegung langsam wieder anzulaufen. Durch die Stadt gelang das noch ganz okay, aber als wir diese verließen und auf die Felder mit einer zähen Steigung kamen ließen meine Kräfte endgültig nach. Schritt für Schritt ging es weiter und leider auch mit leichten Krämpfen in Waden und Oberschenkeln. Nochmals eine Verpflegung und hätten die mir einen Stuhl angeboten wäre ich wohl so schnell nicht mehr aufgestanden. Auch die 8 Stunden Zielzeit sah ich nun schwinden als ich endlich am letzten Berg oben angekommen anlaufen wollte und mein rechter Meniskus aufschrie. Nicht das auch noch. Naja, Schmerzen gehören wohl dazu und irgendwie muss ich hinab ins Tal. Vorbei an der letzten Verpflegung und zu wissen da unten ist alles geschafft ließ ich es jetzt einfach laufen. Und irgendwann tat es auch kaum noch weh. Zwar bremste ich fast ausschließlich mit links, aber es klappte. Plötzlich und wie aus dem nichts waren wir in Innsbruck und nach einem Kilometer an der Inn und dem Überqueren einer Straße war ich alleine, wie fast vollständig die letzten 15 Kilometer, auf der Zielgerade. Nochmals umdrehen und dann genießen. 7:43 h war ich schlussendlich unterwegs und damit keine 5 Minuten vor dem Sieger der 2 Stunden nach uns gestarteten Läufer im Ziel. Aber geschafft ist geschafft.
Am Ende waren es knapp über 68 Kilometer mit rund 2300 Höhenmeter.
Jetzt erstmal 1,5 Liter Cola, eine Medaille und ganz viel in der Sonne sitzen und die Schuhe ausziehen.
Dann wurde ich müde, ging in meine Unterkunft, duschte lange und heiß und legte mich hin, konnte aber vor Aufregung nicht schlafen. Egal. Nach ein paar Stunden zurück in den Zielbereich und über die Expo schlendern und ein stark reduzierten Schuh mit Gutschein günstig erwerben :-)
Dann noch Pasta-Party und noch die Stimmung in Innsbruck aufsaugen und eine kleine Stadtbesichtigung machen. Meine Beine waren zwar schwer, aber spazieren ging für einige Kilometer dann doch ganz gut.

Auf dem Weg nach Hause hatte ich dann genug Zeit um nachzudenken ob ich es wieder machen würde und da kam ein klares "Ja" bei heraus. Zwar merke ich das ich irgendwo an meine Grenzen stoße und meine Muskeln nicht ganz so gut trainiert sind wie erhofft, aber darauf lässt sich aufbauen.
Meine Beine sind auch schon wieder fast wie neu und die zwei nach Innsbruck Läufe haben sie auch gut weggesteckt.

Und jetzt dass worauf man solange gewartet hat - Bilder:



Bis dahin:
Die nächsten Abenteuer warten

Markus