Montag, 13. Juni 2016

Wenn andere schlafen

Hallo,

Sonntag früh, 4:30 Uhr. Mein Wecker klingelt. Ja wie schon Montag? Nein, nur die Lust nach einem tollen Lauf.
Tage vorher hatte ich mir schon grob die Laufrunde rausgesucht und nachdem ich ein paar Kilometer mit dem Auto gefahren bin um nicht über endlose Asphaltpisten, die ich sowieso schon auswendig kenne, laufen zu müssen war ich auch am Startpunkt.
4.58 Uhr hatte ich dann ein GPS-Signal und der wilde Ritt sollte starten. Geplant waren rund 30 Kilometer mit einigen Höhenmeter. Und genau mit diesen ging es gleich los. Es sollte zum höchsten Punkt des Landkreises gehen. Schnell hatte ich den gut ausgeschilderten Wanderweg gefunden und erklomm die Höhenmeter. Als dann jedoch nach 3 Kilometer mir ein Jugendlicher beim morgendlichen Ausführen des Hundes entgegenkam war ich zumindest froh nicht der einzigste mit Schlafstörungen zu sein :-)

Oben angekommen war der Weg mir dann nicht mehr so bekannt. Nur die grobe Richtung. Aber durch den bewölkten Himmel und den nun einsetzenden leichten Regen hatte ich im Wald erst recht keine Orientierung mehr. Also lief ich einfach. Mal ein Stück runter, dann wieder hoch. Links, rechts, immer in der Hoffnung schon nicht ganz falsch zu sein. Zwar gab es ab und an ein paar Wanderschilder aber die Orte darauf sagten mir zumeist alle nichts. Ich war eben doch in einer ziemlich abgeschnitten Umgebung unterwegs. Natur Pur eben.



So lief ich meine Kilometer, entdeckte bei Kilometer 15 einen tollen Waldspiel und -grillplatz und beschloss hier mal mit meiner Familie hinzuwandern und lief weiter. Keine Müdigkeit und Erschöpfung machte sich breit sondern das Gefühl von Zufriedenheit. Nur gerne gewusst wo ich bin hätte ich gerne. 
Als ich dann nach 19 Kilometer endlich mal wieder einen Ort erreichte, denn ich allerdings nicht kannte und auch nicht zuordnen konnte, entscheid ich mich erstmal auf Asphalt weiter zu laufen bis die Orientierung zurück ist. Und so ging es hinab ins Tal den dort konnte ich einen Kreisverkehr mit vielen Hinweisschildern ausmachen. Und hey, nachdem ich diesen einmal umrundet hatte wußte ich auch dass ich hier nur 2 Kilometer vom Auto entfernt bin. Was für ein Zufall. Aber nur gute 20 Kilometer laufen? Nee, dafür war ich noch zu fit und meine Familie schlief schließlich auch noch. 
Also dort hin wo ich eigentlich hin wollte. Auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf.  Von hier an wurde es anstrengend und herausfordern. Aber genau deswegen mache ich diesen Lauf schließlich auch. Es soll noch das ein oder andere nette Projekt dieses Jahr geben. Und ich wollte auch ganz hinauf. Auch wenn ständig Schilder nach links abgingen mit dem Hinweiß 2 - 3 Kilometer bis zum Dorf in dem mein Auto steht. Dann endlich oben und hinab sollte es gehen. Der Regen wurde nun stärker und leider meine Orientierung schwächer. Noch ein paar Mal falsch abgebogen bis ich dann tatsächlich nochmals Menschenkontakt hatte und nach dem Weg fragen konnte. Von da an ging es nur noch 2 Kilometer nach unten und ich war nach guten 31 Kilometer glücklich am Auto.

Was bleibt von so einer Tour?
Die Tatsache dass man auf Orte trifft in denen man sich nicht verfahren kann: 

Das pure Naturerlebnis, fast ohne Menschen. Aber dafür mit 7 Rehen, einem Frischling, Schafen, Pferden und Kühen auf der Weide.

Und das schöne Sonntagmorgen Frühstück wenn man geschafft, aber mit Brötchen nach Hause kommt wo die Liebsten noch etwas schlafen konnten:



31,1 km - 663 HM - 5:30 min/km - - Ø HF - 14 °C - 3116 kcal

Bis dahin:
Und du auch ausgeschlafen?

Markus


Kommentare:

  1. Die Frage nach dem Ausgeschlafen darfst Du mir an diesem Montagmorgen nicht stellen ;-)

    Auf einem Sonntag bekäme mich freiwillig niemand so früh aus dem Bett.

    "Trotzdem" eine schöne Aktion. Zum Frühstück schon 31 km in den Beinen und den Tag noch vor sich zu haben hat ja auch was.

    VGV

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    1. Heute bin ich auch weniger ausgeschlafen wie gestern. Dem Fußball sei dank ;)

      Musst halt mal vorbeikommen dann bekomme ich dich schon aus dem Bett und dann hoffentlich auch mit einem schönen Sonnenaufgang :)

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    2. Wenn ich früh aufstehen soll, muß, dann komm ich nicht ;-)))

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    3. Du musst garnix, verpasst aber die schönsten Stunden des Tages ;)

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  2. Dieses zeitige Aufstehen ist wirklich der einzige Nachteil der Lauferei!

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    1. Ach, ob des n Nachteil ist weiß ich garnicht sicher. Ich genieße eher die Ruhe :)

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  3. Tolle Sache, ich lieeeeeeeeeebe solche Läufe, leider kann ich mich auch selten aufraffen, so früh aufzustehen, darum empfehle ich 12- oder 24-Stundenläufe, so schön, wenn es in der Nacht immer ruhiger wird und man erleben kann, wie der Tag erwacht - gut gemacht !

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    1. Ja, dafür lohnt sich frühe Aufstehen oder lange Laufen allemal!

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  4. Lieber Markus,
    wow - ein super Lauf!
    Es beruhigt mich ein wenig zu lesen, dass auch andere sich manchmal verlaufen und etwas planlos über Wiesen und durch Wälder laufen! ;)

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    1. Manchmal verlaufen? Immer - wenn ich nicht von daheim loslaufe. Aber macht irgendwie auch Spaß und man entdeckt tolle neue Orte und Wege

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  5. schöne aktion und toller lauf! "einfach so" 31km laufen - respekt!

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    1. Einfach so war's auch nicht. Aber toll war's trotzdem :)

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  6. Liest sich wirklich spannend - so ein "Orientierungslauf". das sind aber die schönsten Läufe, die auch am nachhaltigsten in Erinnerung bleiben! Was hast Du denn dieses Jahr noch geplant an Laufevents?

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    1. Ohja, Abenteuer pur! :)
      Es stehen wahrscheinlich noch 2 Marathons auf dem Programm und wohl noch ein Halbmarathon. Verschiebungen aber jederzeit möglich ;)

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    2. Ganz schönes Programm ;-) Viel Erfolg und Spaß beim Training ...

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    3. Danke dir. Du wirst davon lesen ;)

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  7. Lieber Markus,

    das ist doch ein großartiges Gefühl, mit der Tüte Brötchen nach so einer Tour heimzukommen, oder? Ich sag ja... der frühe Vogel.

    Gruß
    Anja

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    1. Absolut. Und alle waren dann am Morgen glücklich. Die einen ausgeschlafen und der andere ausgepowert :)

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