Montag, 20. Juni 2016

Zügig laufen ist viel zu anstrengend

Hallo,

das Wochenende stand eigentlich ganz im Zeichen des Feuers:


Bei uns im Ort wurde nämlich Sonnwende gefeiert und wir von der Feuerwehr haben einen netten Turm aufgebaut der dann Samstag Abend angezündet wurde. Und da es dann eben auch viel zum schaffen und schauen gibt war meine Nacht auf Sonntag nicht die längste.

Aber trotzdem kroch ich am Sonntag früh um halb 7 aus dem Bett. Sehr müde, aber wenn ich mir was in den Kopf gesetzt habe dann ziehe ich es auch durch. Oder wenn ich eben einen Startplatz gewonnen habe. Und zwar für den Stuttgart Lauf. 21,1 Kilometer mehr oder weniger durch Stuttgart. Sondern eben auch an Weinbergen und dem Neckar entlang.
Also auf nach Stuttgart, Startunterlagen abholen und am liebsten nochmals schlafen. Bis kurz vor dem Start saß ich nur im Halbschlaf da und hoffte das es schnell vorbei gehen würde.


Pünktlich um 9 Uhr dann der Startschuss und da ich als Zielzeit in meinem Überschwang eine Zeit von unter 1:30 h angegeben habe durfte ich mit 500 anderen Verrückten ganz vorne losrennen. Irgendwie habe ich das nach 300 Meter schon bereut. Aber da die nächste Gruppe erst drei Minuten später starten sollte war langsamer und dann lange Zeit alleine laufen irgendwie auch keine Option. Dann lieber einfach mal schauen was geht.
Und es ging was. 5 Kilometer in unter 20 Minuten, das Drittel nach starken 28 Minuten. Und ich begann hochzurechnen. Eine Zielzeit von 1:24 h? Nee, das hältst du nicht durch. So kam es auch. Aber erst bei Km 13 wurden es dann etwas langsamere Zeiten. Aber noch fühlte es sich gut an.
Auch wenn der Wind zwar immer wieder etwas auffrischte und die Sonne und draußen war. Und Sonne kannte ich in den letzten Wochen nicht mehr und war beim Laufen noch nie mein Freund.
Und immer wieder kleinere Anstiege die meinen schweren Beinen richtig zu schaffen machten. Zwar am Ende nur 90 Höhenmeter, kam aber eher vor wie 200 :-)
Ab Km 17 ging dann nichts mehr. Ich war platt und nun auch wieder müde. Aber hey, 4 Kilometer noch. Und ne Zeit von unter 1:30 h wird es auch noch. So quälte ich mich 2 Kilometer lang um dann bei Kilometer 19 von einem wirklich zügigen Läufer überholt zu werden. Denn kannte ich vom sehen und heftete mich an seine Fersen. So kamen dann auch nochmals 2 Kilometer in unter 4 min/km zustande und als ich dann in die Mercedes-Benz-Arena, das Fußballstadion in Stuttgart, einlaufen durfte war ich ganz alleine auf der Bahn und genoss diese 100 Meter!
Zwar spielt die Zeit für mich keine Rolle mehr, aber nach 1:25:40 h und damit meiner zweit schnellsten Zeit war ich im Ziel. Nur 3 Minuten über Bestzeit. Und das ohne Tempotraining. Aber dafür auch nahe am ko...... ;-)
Was zu schnell ist ist eben zu schnell. Und genußvoll laufen will eben noch perfektioniert werden. Ich werde weiter daran arbeiten.

21,1 km - 90 HM - 4:04 min/km - - Ø HF - 14 °C - 2035 kcal

Bis dahin:
Zügig laufen ist viel zu anstrengend

Markus

Montag, 13. Juni 2016

Wenn andere schlafen

Hallo,

Sonntag früh, 4:30 Uhr. Mein Wecker klingelt. Ja wie schon Montag? Nein, nur die Lust nach einem tollen Lauf.
Tage vorher hatte ich mir schon grob die Laufrunde rausgesucht und nachdem ich ein paar Kilometer mit dem Auto gefahren bin um nicht über endlose Asphaltpisten, die ich sowieso schon auswendig kenne, laufen zu müssen war ich auch am Startpunkt.
4.58 Uhr hatte ich dann ein GPS-Signal und der wilde Ritt sollte starten. Geplant waren rund 30 Kilometer mit einigen Höhenmeter. Und genau mit diesen ging es gleich los. Es sollte zum höchsten Punkt des Landkreises gehen. Schnell hatte ich den gut ausgeschilderten Wanderweg gefunden und erklomm die Höhenmeter. Als dann jedoch nach 3 Kilometer mir ein Jugendlicher beim morgendlichen Ausführen des Hundes entgegenkam war ich zumindest froh nicht der einzigste mit Schlafstörungen zu sein :-)

Oben angekommen war der Weg mir dann nicht mehr so bekannt. Nur die grobe Richtung. Aber durch den bewölkten Himmel und den nun einsetzenden leichten Regen hatte ich im Wald erst recht keine Orientierung mehr. Also lief ich einfach. Mal ein Stück runter, dann wieder hoch. Links, rechts, immer in der Hoffnung schon nicht ganz falsch zu sein. Zwar gab es ab und an ein paar Wanderschilder aber die Orte darauf sagten mir zumeist alle nichts. Ich war eben doch in einer ziemlich abgeschnitten Umgebung unterwegs. Natur Pur eben.



So lief ich meine Kilometer, entdeckte bei Kilometer 15 einen tollen Waldspiel und -grillplatz und beschloss hier mal mit meiner Familie hinzuwandern und lief weiter. Keine Müdigkeit und Erschöpfung machte sich breit sondern das Gefühl von Zufriedenheit. Nur gerne gewusst wo ich bin hätte ich gerne. 
Als ich dann nach 19 Kilometer endlich mal wieder einen Ort erreichte, denn ich allerdings nicht kannte und auch nicht zuordnen konnte, entscheid ich mich erstmal auf Asphalt weiter zu laufen bis die Orientierung zurück ist. Und so ging es hinab ins Tal den dort konnte ich einen Kreisverkehr mit vielen Hinweisschildern ausmachen. Und hey, nachdem ich diesen einmal umrundet hatte wußte ich auch dass ich hier nur 2 Kilometer vom Auto entfernt bin. Was für ein Zufall. Aber nur gute 20 Kilometer laufen? Nee, dafür war ich noch zu fit und meine Familie schlief schließlich auch noch. 
Also dort hin wo ich eigentlich hin wollte. Auf der anderen Seite wieder den Berg hinauf.  Von hier an wurde es anstrengend und herausfordern. Aber genau deswegen mache ich diesen Lauf schließlich auch. Es soll noch das ein oder andere nette Projekt dieses Jahr geben. Und ich wollte auch ganz hinauf. Auch wenn ständig Schilder nach links abgingen mit dem Hinweiß 2 - 3 Kilometer bis zum Dorf in dem mein Auto steht. Dann endlich oben und hinab sollte es gehen. Der Regen wurde nun stärker und leider meine Orientierung schwächer. Noch ein paar Mal falsch abgebogen bis ich dann tatsächlich nochmals Menschenkontakt hatte und nach dem Weg fragen konnte. Von da an ging es nur noch 2 Kilometer nach unten und ich war nach guten 31 Kilometer glücklich am Auto.

Was bleibt von so einer Tour?
Die Tatsache dass man auf Orte trifft in denen man sich nicht verfahren kann: 

Das pure Naturerlebnis, fast ohne Menschen. Aber dafür mit 7 Rehen, einem Frischling, Schafen, Pferden und Kühen auf der Weide.

Und das schöne Sonntagmorgen Frühstück wenn man geschafft, aber mit Brötchen nach Hause kommt wo die Liebsten noch etwas schlafen konnten:



31,1 km - 663 HM - 5:30 min/km - - Ø HF - 14 °C - 3116 kcal

Bis dahin:
Und du auch ausgeschlafen?

Markus