Samstag, 31. Dezember 2016

Mein 2016

Hallo,

das war es also: 2016. Naja, fast. Nachher stehen noch 11,1 km beim Silvesterlauf in Bietigheim auf dem Programm. Dann sind doch tatsächlich 2522 km zusammen gekommen. Nicht schlecht wenn man das Jahr mal betrachtet.
Angefangen hat es im Januar & Februar ganz gut. Das Wintertraining lief hervorragend und die ersten 500 Kilometer waren erlaufen. Durch den Erwerb und Umbau unseres Traum vom Eigenheim war dann jedoch im März & April & Mai fast nix zu holen.  Highlight dieser Zeit waren neben den Läufen für die ich Zeit fand und dann auch voll und ganz genoss der Trollinger Marathon in Heilbronn. Eigentlich ohne Training gestartet lief es größtenteils entspannt und mit einer mehr als zufriedenstellenden Zeit.
Von nun an ging es langsam wieder in ein geregeltes Training über. Langsam baute ich über den Juni & Juli meine Form auf. Unter anderen bei einem 24h Lauf den ich aber leider nach 8 Stunden schon beenden musste.
Im August wollte ich dann den gesamten Allgäu Panorama Ultra laufen. Aber auch da musste ich feststellen dass eben nicht alles geht was man sich wünscht. Schwamm drüber...
Im September gab es dann gleich zwei Highlights. Der erste Lauf Hand in Hand mit meinem Sohn und der Remstal Marathon bei dem ich Revanche für vor 2 Jahren erlaufen konnte. So glücklich und entspannt hat man mich selten im Marathon Ziel erlebt!
Im Oktober sollte ich dann erstmalig Pacemaker sein. Beim Halbmarathon im Bottwartal war es soweit und es gelang eine Punktlandung.
Im November packte mich der Ehrgeiz dann wieder an diesem Laufkilometer doch etwas enttäuschten Jahr zumindest die 2500 Kilometer voll zu machen. Also Beine in die Hand und im Dezember dann am 2. Weihnachtsfeiertag das Ziel erreicht.

Welche Besonderheiten zeigen die Statistiken denn noch auf:
1. Deutlich mehr erlaufene Höhenmeter wie in den Vorjahren. Trotz weniger Kilometer. Über 35.000 HM sind es dann geworden.
2. Viel interessanter ist jedoch an wie vielen Tagen ich wirklich laufen war. Von den 366 Tagen dieses Jahr war ich 186 Tage nicht laufen. Das heißt ich war nur an 180 Tagen laufen. Also inaktiver war ich wohl schon lange nicht mehr. Das heißt aber auch dass ich pro gelaufenen Tag 14 Kilometer abgespult habe. Das liest sich doch dann gleich wieder positiv.

Was bleibt - was kommt?!?
Was 2017 genau bringen wird weiß ich nicht. Ich hoffe es wird, nicht nur auf mich bezogen, positiver werden wie 2016. Und lauftechnisch? Ein paar Läufe sind schon geplant und angemeldet. Aber vor allem will ich weiter Spaß am Laufen haben, verletzungsfrei bleiben und doch gerne an mehr Tagen laufen wie faul sein ...

Bis dahin:
Einen guten Rutsch

Markus

Samstag, 24. Dezember 2016

Montag, 12. Dezember 2016

Christkindsuche erfolglos

Hallo,

langsam aber sich geht es gen Weihnachten und so luden die Baur-Brüder wieder nach Aalen um das Christkind zu suchen und einen netten Traillauf zu erleben.
Mit etwa 25 verrückten ging es dann am frühen Abend los und wir liefen 19 Kilometer in ganz gemütlichen Tempo und 1100 Höhenmeter. 
Und das bei herrlichen Bedingungen. Trocken, warm genug für eine kurze Hose und astreine Trails führten dazu das wir garnicht genug bekommen könnten und uns schon auf nächstes Jahr freuen. Den das Christkind haben wir immer noch nicht gefunden und so müssen wir dann mal wieder los.






Bis dahin:
Eine schöne Vorweihnachtszeit

Markus

Dienstag, 6. Dezember 2016

Der Nikolauslauf hat mich geschafft


Hallo,

mein Nikolauslauf fand bereits am Samstag in einem großen Einkaufszentrum statt. Nein, kein Geschenkemarathon. Glücklicherweise.
Nur ein Lauf über eine knapp 1 km lange Rundstrecke. 90 Minuten lang. Mit ein paar Hindernissen gespickt wie Treppenhäuser, Betonbarrieren zum Überklettern, Netze zum Hochklettern und Taue zum Abseilen. Und das ganze teilweise auf Sand. Soll ja auch anstrengend sein. Und mindestens eine Nikolausmütze war Pflicht.
Und weil es um den guten Zweck geht sollte es auch keine Preise für die meisten Runden geben sondern am Ende eine Verlosung von zehn Preisen unter allen Teilnehmern. Wobei derjenige der mehr Runden schaffte größere Chancen hatte da wir auf jeder Runde eine kleine Christbaumkugel mit unserer Startnummer beschriften durften und diese dann in eine Lostrommel geworfen wurde.
Trotzdem wollte ich natürlich möglichst viele Runden laufen um die Chance zu erhöhen. Und so ging ich vom Start an vorne hinweg.
Vom EG startend ging es ins UG, durch das Parkhaus, über Treppen ins OG, über das Parkdeck, über Treppen ins EG, dann eine Runde auf einem Trampelpfad um den Sportplatz, über Betonbarrieren, direkt hoch ins Netz und von dort am Tau abseilen. Dann wieder Treppen hoch ins OG, über das Parkdeck, ins UG, durch das Parkhaus, ins EG und ab zur nächsten Runde nachdem die Kugel abgeben war.
Noch heute bekomme ich Muskelkater wenn ich an die Strecke denke und vor Ort hatte ich nach 3 Runden schon fast genug. Aber hier wird nicht gejammert und auch dort konnte ich mich Stück für Stück ein wenig absetzen. Und auch Überrundungen kamen dazu. Aber alles mit Spaß und guter Laune. Und so kam Runde um Runde dazu. Und als ich mich schon auf der letzten Runde wähnte und Abschied von den Helfern nahm machten die Kräfte wirklich langsam das Licht aus. Aber nicht so bei Start & Ziel. Dort wurde ich einfach nochmals losgeschickt. Na gut. Dann halt mal ganz langsam und dann auch derjenige mit den meisten Runden. 15 waren es dann doch in 1 1/2 Stunden. Immerhin. Von der Pace her war ich selten so langsam, von dern Kräften selten so kaputt.

Schnell zum Auto was trockenes anziehen und dann gespannt auf die Verlosung warten. Vielleicht sollte ich Glück haben?!
Von Platz 10 wurde herabgelost. Und Platz 10 geht an.... mich.
Super, bereits einen Einkaufsgutschein für 50 € in den Händen gehalten.
Und so wurden weitere Preise verlost. Und ich hatte noch 14 Kugeln in der Lostrommel.
Weiter ging's mit Einkaufsgutscheinen, Lautsprechern, einer Carrerabahn, Tankgutschein, ... leider hatte ich kein Glück mehr. Bis zum ersten Platz. Einen 200 Euro Gutschein für den Europapark. Und jetzt ratet mal wer gewonnen hat? :-)






Bis dahin:
Wann fährt die Achterbahn?

Markus

Sonntag, 27. November 2016

Keine Herbstlethargie

Hallo,

auch wenn es manch einer nicht glauben kann. Ich lebe noch. Und wie. 

Nachdem der Oktober nach dem Halbmarathon gar nicht mehr lief und ich mit Erkältung im Bett lag startete ich pünktlich am ersten November wieder durch. Das Ziel immerhin auf 2.500 Kilometer dieses Jahr zu kommen wollte ich noch nicht aufgeben auch wenn es manchen Tiefpunkt und Stillstand dieses Jahr gab.

So stand in der ersten Woche ein leichter Aufbau der Form wieder an. Aber nur um in Woche zwei gleich wieder anzugreifen und mit langen Läufen jenseits der 20 Kilometer und Intervallen meinen Körper wieder spüren zu lassen dass es jetzt wieder rund geht. Und er beklagte sich kaum. Ab und an meldete sich die letzten Wochen mein rechtes Knie zu Wort. Bereits schon beim letzten Marathon. Aber mit etwas Schonung und / oder Blackroll ging es dann auch wieder rund. 
Und als dann Mitte des Monats ein kleiner Trail-Gruppen-Nacht-Lauf anstehen sollte war ich natürlich auch da dabei. Viel zu lange (2 Monate) war ich nicht mehr richtig im Wald spielen. Und wie ich es vermisst habe. Eben nicht nur Tempo bolzen und auf langen Asphaltstraßen dahin rennen sondern über Lauf, Wurzeln und im Schlamm meinen Spaß haben und durch viel zu viele Höhenmeter meine Beine zu spüren. 
Und weil das so schön war war ich danach gleich noch zwei Mal diesen Monat in diesem herrlichen Revier. So auch heute morgen bereits. Und da entstanden Bilder die gerade auch zu meiner Situation passen. Langsam lichtete sich der Nebel und die Sonne entfalte ihre herrliche Wirkung und zauberte ein phantastisches Gefühl dahin das ich nur so über Stock und Stein springen konnte und schon fast traurig war als ich nach 15,5 km und 500 HM zurück war. Aber so ein Lächeln hält eben auch mal länger und ich weiß ich bin wieder auf dem richtigen Weg.




So sind es jetzt auch "nur" noch 222 Kilometer bis zu meinem korrigierten Jahresziel und das sollte neben dem Spaß am Laufen machbar sein. Den neben dem Spaß habe ich auch am Handgelenk und am Fuß etwas neues was ich dann zeitnah vorstellen werde.

Bis dahin:
Nach dem Nebel kommt auch wieder die Sonne

Markus

Montag, 17. Oktober 2016

Mein erstes Mal

Hallo,

gestern durfte ich wieder eine Premiere feiern. Zum ersten Mal Pacemaker bei einem Lauf. Und zwar beim Bottwartal Marathon. Allerdings "nur" über die Halbmarathondistanz. Das reichte mir aufgrund der letzten drei Wochen auch. Kaum Läufe, noch weniger Kilometer und nur zwei mal überhaupt über 10 Kilometer am Stück. Also eigentlich gar nicht vorbereitet. Ach, ist es dann nicht gut, dass man gleich eine Zielzeit von 1:30 Stunde hat?

Also Sonntag für zum Start- und Zielbereich Startunterlagen abholen. Dann erstmal warten und dann mit dem Bus zum Startbereich des Halbmarathons so dass wir halben eine Punkt zu Punkt Strecke haben. Schnell noch dass gestellte T-Shirt angezogen, Startnummer und nochmals auf dem Rücken eine Kennzeichnung mit Pace befestigt und langsam nervös geworden. Wie die Tage zuvor auch schon. Denn so wirklich laufen sollte es nie. Aber hey, 1:30h, also eine Pace von 4:15 min/km sollte irgendwie klappen. Und ein paar Leute zählen schließlich auf dich. Also nur den innerlichen Druck noch erhöht.
Kurz vor dem Start gab es dann noch einen bunten Luftballon und dann reihte ich mich in die Masse der Läufer ein. Tendenziell eher zu weit hinten wie ich an den erschrockenen Blicken der Läufer um mich herum erkennen konnte. Aber gut, nach vorne durchdrängeln wollte ich mich jetzt auch nicht. Dann lieber auf den ersten Metern.

Und so ging es dann auch kurz nach 11 Uhr los. Doofe Uhrzeit für mich, da ich schon wieder etwas Hunger hatte und der Bauch sich vom Frühstück noch nicht ganz beruhigt hatte.
Zu Beginn ging es erstmal 2 Kilometer etwas ansteigend und ich schaffte meine Pace. Irgendwo zwischen 4:10 und 4:20 min/km hatte ich mir vorgenommen um einiger massen konstant zu laufen.
Dann ging es jedoch auch 2 Kilometer bergab und wirklich bremsen konnte ich nicht so dass wir zwei Mal deutlich unter der Pace waren. Aber was wir haben haben wir. So auch die einhellige Meinung derer mit denen ich sprach.
Kilometer 5 bis 7 und ich beruhigte das Tempo wieder eine wenig. Ich hatte jetzt immer einen Läufer an meiner Seite und einige hinter mir. Aber trotzdem war es ein einsames Rennen. Denn alle waren mit sich selbst beschäftigt. Auch ich merkte bereits bei Kilometer 7 das dies nicht mein Tag ist. Die ersten Bauchkrämpfe kündigten sich an und auch die Kraft ließ deutlich nach. Aber noch sind 2/3 zu laufen.
Weiter ging es durch Stimmungshochburgen in den Städten und Gemeinden und dann wieder sehr ruhig auf Landstraßen entlang von Reben und Obstbaumwiesen. Sehr schön ist es dort im Bottwartal. Ein absolutes Highlight war ein Drive in Cafe für die ganz faulen Autofahrer die zum Brötchenholen nicht einmal mehr aussteigen wollen.
Die Kilometer liefen so dahin, mal mit mehr, mal mit weniger Bauchkrämpfen. Trinken war für mich zwar wichtig, verursachte aber immer mehr Krämpfe. Aber aufgeben oder langsamer werden wollte ich auch nicht. Nur gut das wir auf der ersten Stunde einen gewissen Vorsprung rausgelaufen hatte. Knapp 1 Minute war es nach 14 Kilometer. Von da an merkte ich auch, dass meine Kilometerangaben und die offiziellen nicht ganz zueinander passten. Laut meiner Uhr fehlten 200 Meter. Also nochmals etwas mehr als eine Minute.
Das kam mir natürlich sehr entgegen und so drosselte ich das Tempo und von nun an ging es eher mit 4:25 min/km Kilometer für Kilometer Richtung Ziel.
Ein Kilometer vor dem Ziel löste sich die Gruppe um mich herum, zeitweise etwa zehn Mann, langsam auf. Manche zogen einen Schlussspurt an, andere fielen leicht ab. Ich versuchte einfach vernünftig ins Ziel zu kommen und ließ mich entspannt übersprinten.
Und nach 1:29:51 h war ich dann auch im Ziel. Ich denke mal das die Zielvorgabe ganz gut umgesetzt wurde ;-)











Was bleibt mir von dieser Erfahrung?
Erstmal sollte man ordentlich trainiert sein und sich nicht gerade in einer Schwächephase befinden wenn man sich als Pacemaker zur Verfügung stellt.
Ebenso sollten eigene Ambitionen zurück gestellt werden. Du machst niemanden glücklich wenn du allen davon läufst.
Und ich sollte mich mehr um meinen Bauch / Magen kümmern. Auf Dauer geht das nicht gut.

Bis dahin:
Ähnliche Erfahrungen?

Markus

Montag, 10. Oktober 2016

Post-Marathon Wochen

Hallo,

zwei Wochen sind vergangen seitdem ich meinen Herbstmarathon erfolgreich gefinisht habe. Zwei Wochen in denen trainingsmäßig weniger, aber dennoch einiges passiert ist.
So ging es direkt am Montag Morgen nach dem Marathon auf Geschäftsreise. Wieder einmal Slowenien und wieder einmal hatte ich wie selbstverständlich meine Laufsachen dabei. Die Tage waren geprägt von arbeiten und die Beine gemütlich auslaufen, den einen gewissen Muskelkater hatte ich durchaus.
Freitags war ich dann wieder im Büro und zum Start ins Wochenende, und meinen Urlaub, gönnte ich mir eine schnelle, hügelige und anspruchsvolle Tour. Nur nicht zu lang. Ausgepowert und glücklich, auch dank meines neuen Equipments am Handgelenk, konnte es dann ab in den Urlaub gehen.

Und so war ich mit meiner Familie letzte Woche in Kreta und wurde bei 25° C und aufwärts verwöhnt. Fast jeden Morgen vor dem Frühstück versuchte ich meine Laufschuhe zu binden und in den Sonnenaufgang am Strand zu laufen. Und wenn ich schon mal da bin wurden auch ein paar zügige Kilometer eingeschoben. Man will ja auch für die Herausforderungen die da noch kommen gewappnet sein!
Schon vor Beginn der Reise hatte ich mir natürlich auch potenzielle Laufziele herausgesucht. Und neben dem Strand reizte mich vor allem ein netter Hügel im Hinterland.
Und so machte ich mich eines späten Nachmittags, die Temperaturen waren irgendwie erträglich, auf den Weg diesen zu erklimmen.
Durch Olivenbaumplantagen gegen die bei uns im Baumarkt angebotenen "Olivenbäume" wie Bambus aussehen kam ich dem Hügel immer näher. Wenn da nur diese Hunde nicht wären. Schon in Slowenien musste ich regelmäßig die Beine in die Hand nehmen wenn so ein Wachhund mich nicht mochte. Und so ging es hier gerade weiter. Nur eben zusätzlich noch ein paar streunende Hunde.
Egal, irgendwann war ich am Fuß des Hügels und begann den Aufstieg. Schritt für Schritt ging es in der wohl doch zu großen Hitze nach oben. Nicht zügig, aber doch gleichmäßig.
Verwundert konnte ich Glockengeläut vernehmen wie ich es sonst nur von den Kühen in den Alpen kennen. Hier waren es Schafe die sich allerdings gut im Gestrüpp versteckten und nicht vor die Linsen wollten.
Nach knapp 6 Kilometern war ich dann oben und machte erstmal eine Pause, Mein Körper war eben doch noch nicht wieder der alte. Ein paar Bilder später und ohne T-Shirt ging es dann in Richtung Meer und Hotel und nach knapp 12 schweißtreibenden Kilometern hatte ich mir das Abendessen dann auch verdient.




Auf jeden Fall konnte ich diese zwei Wochen nach dem Marathon richtig schön genießen und das ohne bisher auf den heimischen Strecken unterwegs gewesen zu sein. Das will ich heute dann endlich mal nachholen, auch wenn mich der deutsche Herbst dann doch etwas abschreckt und mir 20° C mehr gerade irgendwie fehlen.

Bis dahin:
Entspannt nach dem Marathon

Markus

Montag, 26. September 2016

Über 7 Brücken, oder eben auch mehr, musst du gehen...

Hallo,

vor zwei Jahren lief ich den ersten Remstal Marathon von Waiblingen nach Schwäbisch Gmünd. Damals bei sommerlichen Bedingungen endete es für mich in einem Fiasko.
Nach einem Jahr Pause sollte nun dieses Jahr die zweite Austragung stattfinden. Dieses Mal in die umgekehrte Laufrichtung, also tendenziell immer den Fluss Rems entlang abwärts.

Also von hier...                                                                                                                 .... nach hier













Nachdem ich bereits am Freitag meine Startunterlagen abgeholt hatte ging es Sonntag früh mit einem Shuttlebus von meiner Heimatstadt Waiblingen zum Start nach Schwäbisch Gmünd.
Ziemlich frisch war es morgens noch doch sollte dies nicht darüber hinwegtäuschen dass es im Tagesverlauf mit 25°C wieder sehr sonnig und fast zu warm werden sollte. Der Vorteil dieser Strecke bestand jedoch darin die Sonne fast die ganze Zeit im Rücken zu haben. Trotzdem sollte ich es schaffen im Gesicht Sonnenbrand zu bekommen :-)

Pünktlich um 9:30h fiel dann für 120 Marathon Staffeln, 700 Halbmarathon Läufer und 400 Marathon Läufer zeitgleich der Startschuss. Zum ersten Mal hatte ich mich nicht zu weit vorne positioniert sondern es vorgezogen lieber entspannt laufen zu wollen. Zu gewinnen sollte es für mich sowieso nicht zu geben und ich fühlte mich auch nicht richtig zu trainiert.
Nichtsdestotrotz überholte ich am Anfang einen Läufer nach dem anderen. Erstmal freilaufen war wie so häufig notwendig. Dies war in diesem Fall auch sehr gut so denn auf den ersten beiden Kilometern sollten ein paar Engstellen kommen. So lief ich entspannt, aber dennoch zügig weiter. Bald hatte sich eine kleine Gruppe gefunden und beim Blick auf die Startnummern konnte ich feststellen, dass ich nur von Halbmarathonläufern und Staffeln umgeben war.
Bis zur ersten Wechselstelle der Staffel und damit auch der ersten Stimmungshochburg ließ ich es dann einfach laufen. Ich hatte Bock darauf und fühlte mich gut. Und der psycholgische Vorteil sozusagen "nach Hause" zu laufen war schon sehr geil. Außerdem wußte ich dass bei Km 26 meine Familie das erste Mal warten sollte und wollte dort nach 2 Stunden zur ausgemachten Uhrzeit sein. So flogen die Kilometer an mir vorbei, ebenso wie vereinzelt gerade gestartete Staffelläufer. Und die Halbmarathonläufer beim Zielspurt. Diese waren dann bei 1:35h im Ziel und um mich herum war es plötzlich ziemlich leer. Hinter mit dann noch 2 Läufer und ansonsten Stille. Wo gerade noch eine Zielparty stattgefunden hat lief ich jetzt durch ein Industriegebiet und suchte neue Motivation. Die fand ich aber in den noch 5 Kilometern bis zu meiner Familie.
Ein Wort zur Strecke. Einerseits durch die Ortschaften und Städte entlang des Remstals wo teilweise gigantische Stimmung war so dass ich Gänsehaut bekam, dann wieder entlang Streuobstwiesen und dann gab es leider auch die Abschnitte wo es durch Industriegebiete ging oder entlang der Bundesstraße. Doch all das störte mich nicht. Auch nicht dass ich ab jetzt die Strecke fast auswendig kannte. Denn als ich mich gerade langsam darauf einstellen wollte das bald meine Familie am Wegesrand steht hörte ich Rufe nach mir. Sie standen schon hunderte Meter vorher da und ich bog erstmal kurz zu ihnen ab. Kurzer Plausch, 2 Riegel geschnappt und weiter ging's.

Verpflegung war in der Zwischenzeit auch wirklich nötig. Zwar gab es an der Strecke Wasser, Iso und später auch Cola. So essen jedoch Bananen und Äpfel und das ist beim Laufen nicht so meines. Also erstmal n Riegel und gestärkt und immer noch mit richtig viel Lust am Laufen ging es weiter. In 10 Kilometer sollten sie wieder am Rand stehen.
Bis dahin sammelte ich einen Läufer nach dem anderen ein und mir fiel auf, dass ich außer von einigen Staffelläufern noch von niemanden überholt wurde. Zwar ging meine Pace nun doch eher in Richtung von 4:45 min/km aber immer noch schnell genug.
Die Kilometer verflogen und ich warte auf den Einbruch. Auf den Mann mit dem Hammer. Zwischendurch noch mal einen Riegel und immer viel trinken und weiter ging es. Als dann selbst bei Km 36 noch alles wunderbar war dachte ich kurz über eine Endbeschleunigung nach ließ es dann jedoch aufgrund des inzwischen heißen Temperaturen lieber sein.


Lieber Schritt für Schritt gleichmäßig ins Ziel laufen. 
Dies ging bis Km 40 richtig gut. Dann merkte ich wie meine Oberschenkel zu machten und ich langsamer wurde Nicht stehenbleiben dachte ich mir und lief die letzten 2 Kilometer eben erstmal mit einer Pace von über 5 min/km. Na und?
In der Zwischenzeit kannte ich fast jeden Stein der Strecke und trotzdem wurde auch ich von der Streckenführung überrascht. Die ganze Zeit habe ich ich gezählt wie oft wir über die Rems liefen und irgendwann war mir klar da kommt nichts mehr. Und so hatte ich meinen Ohrwurm... "Über 7 Brücken musst du ...." :-)
Nunja, wäre da nicht die Streckenführung. Auch wenn wir bereits auf der Seite des Ziels waren so sollte es 1 Kilometer vorher nochmals hinüber gehen um dann 200 Meter vor dem Ziel wieder hinüber zu laufen. Eigenwillig, aber okay. 
Doch dann mein emotionaler Höhepunkt. Letzte Kurve. Meine Familie steht da. Ich klatsch meinen Großen ab, nehme ihn an die Hand und laufe mit ihm weiter. Doch nicht weit, dann wollte er nicht mehr. 100 Meter vor dem Ziel und 100 Meter von meiner Frau entfernt war stehen lassen keine Alternative. Also ab auf meine Schultern mit ihm und weiter gelaufen. Einen Tipp an alle: Das ist Oberschenkeltraining vom feinsten. Im Laufschritt ging es dann über die Ziellinie. 












Im Ziel erstmal kurz durchschaufen und dann lachen. So gut wie noch nie war ich so entspannt und vor allem so fröhlich einen Marathon gelaufen! Ich konnte es selbst nicht glauben.
Noch jetzt bin ich sprachlos wenn ich daran denke wie ich durchlaufen konnte, wie gut es mir auf der Strecke ging und wie viel Spaß ich hatte. Und bis zum Ende wurde ich nicht überholt.

Im Ziel dann zuerst einmal ausgiebig gestärkt, eine Massage genossen und geduscht. Nach gutem Essen hing dann auch eine Ergebnisliste aus und ich durfte erfreut feststellen das ich mit meiner Zeit von 3:17:34 h 16 gesamt und 2. meiner Altersklasse wurde. Also auch noch auf die Bühne, ein kleines Präsent und eine Urkunde abholen und diesen rundum perfekten Tag für mich abschließen.












Bis dahin:
So muss der Marathon laufen!

Markus

Montag, 12. September 2016

Marbacher Gassenlauf wird zu unserem Familienlauf

Hallo,

2 Jahre ist es her dass ich beim Marbacher Gassenlauf war und dort auch die kleinsten rennen sehen konnte. Und dieses Jahr kamen wir als Familie zurück.
Zuerst durfte mein Sohn bei den 4jährigen und Jünger über 350 Meter starten. Meist an meiner Hand ging es über die Strecke. Zwischendrin mit Pausen um den Zuschauern zu erklären das er hier gerade rennt. Und mit ganz viel Spaß. Im Ziel wollte er gar nicht aufhören und am liebsten mit Papa auch seinen Lauf bestreiten. Aber die 10,5 km wären dann, selbst auf meinen Schultern, zuviel gewesen.


So sollte es dann kurze Zeit später am Samstag Nachmittag bei noch über 30° C für mich zur Sache gehen. 3 Runden mit je über 50 HM durch die Marbacher Altstadt standen auf dem Programm. Etwa 200 Starter rannten mit mir pünktlich los und durften zuerst einmal bergab laufen. 
Einfach laufen lassen war erstmal meine Devise und mal schauen was geht. Hatte ich doch in den letzten Wochen ein ordentliches Trainingspensum und auch am Vormittag noch im Garten gearbeitet. 
Durch die engen Gassen mit vielen Richtungswechsel stürzten wir uns hinab und kurz darauf ging es dann auch die erste Steigung an. Eine von drei heftigen. Nicht lang, aber steil. Und die flachen Abschnitte zwischendrin reichten nicht um den Puls auf einen angenehmen Wert zu bekommen. Egal, Vollgas. 
In der erste Runde konnte ich mich so auf eine 4köpfige Gruppe heranziehen und diese auch überholen. Einer dieser war dann auch der Sieger auf der ein Runden Distanz, aber ich durfte noch weiter. Glücklicherweise wieder bergab und so konnte ich wieder Kräfte sammeln. Am tiefsten Punkt angekommen stand ein Zuschauer und rief mir zu ich sei 5. Was ich aber schon 200 Meter nicht mehr war denn da trat hinter mir einer an und ich konnte nicht mehr mitgehen. Die Steigungen auf dieser Runde machten mich fertig. Soviel trinken konnte ich gar nicht wie ich wollte. Und auch die duzend mit Wasserpistolen bewaffneten Kinder unterwegs gaben nicht genügend Abkühlung. Da kam ein Gartenschlauch gerade recht und frisch geduscht ging es weiter. 
Trotzdem musste ich nochmals einen Läufer ziehen lassen und fand mich in der dritten Runde auf Platz 7 wieder. Jetzt wollte ich diesen aber auch halten und entdeckte hinter mir auch erstmal keinen anderen mehr. Nun kam es auch zu Überrundungen und die Sache wurde etwas komplizierter. 
Als es dann wieder an die Steigungen ging sagte ich mir nur noch dieses eine Mal und zog es einfach durch. Läufer für Läufer überholte ich und als ich oben war und noch eine flache 300 Meter Schleife zu laufen war drehte ich mich erst wieder um. 100 Meter hinter mir der nächste Läufer. Das sollte reichen. Und so war es auch. Als 7. kam ich nach 43:33 min ins Ziel und konnte mich noch über den 3. Platz der AK und einen leckeren Wein freuen. 
Aber zuerst brauchte ich mal Wasser. Erst zum Trinken und dann, da die Umkleiden und Duschen in einem Hallenbad waren gab es ein Sprung direkt ins leere Becken. Kurz darauf zogen noch viele nach und ich freute mich auf die Siegerehrung und das Ausklingen dieses sportlichen Nachmittags beim Griechen.





Bis dahin:
Ab und an Vollgas darf sein

Markus

Dienstag, 16. August 2016

Ich komme zurück

Hallo,

ich komme zurück, so oder so ähnlich waren meine Worte vor knapp zwei Jahren als ich leider beim Allgäu Panorama Ultra aufgeben musste. Und ich bin zurück gekommen.
Am Samstag Nachmittag fuhr ich als ins Allgäu nach Sonthofen um dann nach einem Abendessen in der Turnhalle vor Ort zu übernachten. Wobei ich dort leider nie in den ruhigen Schlaf finden konnte und doch noch sehr gerädert am nächsten Morgen um 4 Uhr war als der Trubel losging. Also Frühstücken, Sachen packen und ab zum Start der auf 6 Uhr terminiert war. 
Frisch war es am Morgen aber ich hatte richtig Bock auf diesen Lauf! 70 Kilometer mit über 3000 Höhenmeter lagen vor mir und pünktlich ging es los. Zuerst 2 Kilometer flach bis zum Fuße des ersten Berges und ich lief mich etwas aus der großen Menge frei um frei und ohne durch fremde Stöcke blockiert zu werden laufen zu können. 
Der erste Anstieg. Man, sind meine Beine schwer. Ja, ich hatte unter der Woche nochmals ordentlich Höhenmeter trainiert dachte aber das es meinen Beinen besser gehen sollte. Doch der Schock kam erst noch. Bei Km 3 der erste leichte Krampf. NEIN! Nicht wirklich. Nicht jetzt schon. Am liebsten hätte ich mich hingesetzt und geweint. Habe ich aber nicht. Ich bin weiter spaziert. In der Hoffnung meine Beine gewöhnen sich heute an das Tempo und die Höhenmeter. Und immer wieder etwas laufen wenn es flacher wurde. Wurde es aber kaum. 
Von meiner Wunschzielzeit habe ich mich schon nach 10 Kilometer verabschiedet. Und wahrscheinlich auch schon vom Ziel. Aber nach 12 Kilometern waren wir endlich am ersten Gipfel. Dann lies ich es etwas runter zu rollen und merkte das die Form eigentlich da war. Nur die Beine nicht so ganz. Immerhin bergab lief es noch. Bis zum nächsten Anstieg. Und teils ewig vorkommenden Asphaltabschnitten bergan. Gebt mir ein Trail und es macht wenigstens noch etwas Spaß...
Nach 19 Kilometer die erste Verpflegung. Hier bin ich das letzte Mal ausgestiegen. Dieses Mal nicht.
Kuchen gibt es. Und das ganz sicher nicht zu wenig. Und schon Cola. Und ich greife zu. Wasser habe ich im Rucksack selbst dabei. Und dann betrete ich bei diesem Lauf Neuland.
Ganz angenehm geht es von nun an wellig, aber tendenziell anfallend weiter. Schöne Wanderwege, aber eben weiterhin mit Krämpfen. Das erste Mal melde ich mich zu Hause. Teile meine Hilflosigkeit mit. "Gesundheit ist das Wichtigste", bekomme ich als Antwort. Also, Aufgeben ist eine Option. Aber irgendwie läuft es bis Km 32 und der nächsten Verpflegung mit Essen. Auch zwischendurch gibt es Getränkestände, und auch das wird reichlich zu Cola getrunken. Soviel wie an diese Tag habe ich noch nie bei einem Lauf getrunken. Und das dankt der Körper auch.
Bei Km 32 sehe ich die erste Aussteigen. Verständlich. Den einfach ist das hier nicht!
Ich laufe jetzt jedoch hinab ins Kleinwalsertal. Und wer unten ist muss auch wieder hoch. Aber wenn ich gewusst hätte wie es da hinauf geht wäre ich auch davor ausgestiegen. Von Krämpfen, nun auch bereits beim bergab laufen, geplagt kämpfte ich mich berghoch. Besser spazierte. Und trotzdem musste ich mich zwei Mal hinsetzen. Tief durchatmen. Kräfte sammeln. Die aufmunternde Worte anderer entgehen nehmen. Und doch musste es weiter gehen. Hier kann ich ja nicht aufgeben. Als ich dann endlich oben war und kaum noch die zahlreichen Wanderer an diesem Tag überholen konnte stand mein Entschluss fest. Bis zur nächsten Verpflegung halte ich noch durch. Wenn diese doch nur hinter der nächsten Kurve gewesen wäre. 
Stattdessen ging es noch 10 Kilometer weiter. Nun auch mit Krämpfen im Schienbein. Bis dato wußte ich nicht einmal das es dort einen Muskel gibt. 
Aber ich litt nicht alleine. Kaum noch jemand um mich herum konnte noch vernünftig laufen. Die Berge hatten ihre Spuren hinterlassen. Und doch liefen wir so gut es ging.
Dann Oberstorf. Die Verpflegung an den Skisprungschanzen rückt näher. Nur noch durch die Häuser hindruch. Noch nie kamen mir 2 Kilometer so lang vor. Und noch nie war ich mir sicherer das es notwendig ist auszusteigen. 
An der Verpflegung habe ich mich erstmal hingesetzt und ließ mir was zu trinken reichen. Dann Uhr stoppen und mir deutlich machen, dass ich jetzt nicht aufstehe und weiter laufe. Oder gehe. 1000 Höhenmeter und 20 Kilometer lagen da noch vor mir. "Gesundheit geht vor". Denn zeitlich wäre das drin gewesen. Das Zeitlimit von 13 Stunden hätte ich gepackt. Hatte ich bis Km 49 doch gerade die Hälfte der Zeit benötigt. Aber was wenn ich irgendwo am Hang sitze und nicht mehr wegkomme? Nein, das tue ich nicht. Also mich abgemeldet und Glück gehabt dass mit mir noch einer ausgestiegen ist und mir per Shuttle sofort zum Ziel fahren konnten. Dort waren bereits die ersten im Ziel. Unglaublich.
Ich könnte mir erstmal eine heiße Dusche und ein ausgiebiges Bad das direkt am Ziel war. Und hatte die Gewissheit das richtige Getan zu haben. Und dafür sogar in den Ergebnisslisten aufzutauchen. Denn es gibt eine Extrawertung vor alle die es bis Km 49 schaffen. Und dazu gehöre. Und das sogar mit Medaille.
In den 2 1/2 Stunden Heimfahrt hatte ich viel Zeit zum überlegen ob es das für mich mit diesem Lauf war. Ob ich nun damit abgeschlossen habe. Und ich weiß es nicht. Was ich weiß. So spontan wie dieses Mal mache ich es nicht nocheinmal. Und nächstes Jahr auch nicht. Aber was irgendwann mal kommen mag schauen wir dann mal. Denn herrlich ist es dort, aber seht selbst:






Bis dahin:
Aufgeben darf eine Option sein

Markus