Freitag, 11. Juli 2014

Salomon 4 Trails - Die erste Etappe

Hallo,

in der Adventszeit gewann meine bessere Hälfte die Teilnahme an der Schnupperetappe des Salomon 4 Trails. Diese Schnupperetappe ist die erste Etappe der viertägigen Veranstaltung, die noch bis morgen läuft. Im gesamten geht es beim 4 Trails von Garmisch-Partenkirchen bis nach Samnaun in der Schweiz. 160 Kilometer mit mehr als 10.000 HM. 
Die erste Etappe, die mir meine Frau dankenswerter weise überlassen hatte, führt von Garmisch-Partenkirchen nach Ehrwald in Österreich. Und zwar über 36,3 Kilometer mit 2410 HM aufwärts und 2113 Hm abwärts.

Ich hatte mich im Vorfeld sehr auf diesen Lauf gefreut sollte er doch eine Kostprobe für meinen Ultralauf im August in den Bergen sein. Leider standen dann die Anzeichen an diesem Morgen garnicht so gut für mich:
- Ein Sonnenbrand vom Sonntag tat noch sehr weh und ich musste die ganze Zeit einen Rucksack tragen
- Die Anreise von der Ferienwohnung war fast 45 Minuten lang und wir mussten sehr früh aufstehen um noch an die Startunterlagen zu kommen
- Es regnete seit über 24 Stunden non-stop und ich wußte nicht wie gefährlich dies an diesem Tag werden könnte
- Mein Handy hatte einen Tag zuvor den Dienst quittiert und ich musste das meiner Frau für alle Fälle mitnehmen (Vorschrift Veranstalter). Allerdings konnte ich nun sie nicht mehr erreichen und auch sie mich nur unter erschwerten Bedingungen. 

So hatte ich nachdem ich meine Startnummer hatte wirklich ein sehr schlechtes Gefühl. Je näher jedoch der Startzeitpunkt 9:50 Uhr rückte umso besser wurde es. Immerhin.


Vor dem Start warteten wir alle noch im warmen. Wir, das heißt etwa 40 auf der Schnupperetappe und über 400 die alle 4 Tage laufen wollten. Ein herrliches Bild war das. Wer sonst bei einem Marathon schon von "Verrückten" spricht hätte sich das mal anschauen sollen :-)


Langsam ging ich in die Startaufstellung. Aber bevor ich da hin durfte wurde erstmal die Pflichtausrüstung kontrolliert und abgehakt: Lange Laufklamotten, Regenjacke, Handy, Trillerpfeife, Erste-Hilfe-Set, Mütze, Handschuhe und natürlich Getränke. Den unterwegs sollte es nur drei Verpflegungsstationen geben. Dann aber wirklich mit Vollverpflegung und der Möglichkeit seine persönlichen Getränkevorrat wieder aufzufüllen. 


Im Dauerregen am Start spürte ich dann wirklich so etwas wie Vorfreude! 

Und los ging's: Zuerst 2 Kilometer auf Asphaltstraßen aus der Stadt und sofort danach auf Schotterpisten Kilometerlang den Berg hinauf. Zu beginn noch im Laufschritt wechselten alle nach den ersten hundert Metern um mich herum in einen schnellen Gehschritt. 
Der Vorteil von geschätzt 2/3 der anderen Läufer war, dass diese Stöcke zur Unterstützung dabei hatten. Ich habe es bewusst ohne versuchen wollen um zu erfahren wie heftig die Anstiege den sind. Auch hatte ich keine Lust diese die ganze Zeit zu tragen wenn sie nicht benötigt werden. 



So sah ich etwa nach 8 Kilometer aus. Der erste Anstieg war geschafft und ich rollte zur ersten Verpflegungsstation. 


Dort habe ich mich gut gestärkt um dann den Anstieg zum heutigen höchen Punkt in Angriff zu nehmen. Und der Weg da nach oben war wunderschön. Schmale Singeltrails auf Schotter, Waldboden, Steinen und Wurzeln ließen uns in Serpentienen den Berg erklimmen.


Zwischendrin wurden wir dann auch mal aufgemuntert als es hieß das es ja nur noch 25 Kilometer seien ;-)

Von oben ging es dann auf solchen Wegen bergab. Teilweise war es dabei sehr rutschig und ich machte eher langsam. 
Leider fingen hier auch meine Schmerzen an. Und zwar an den Füßen. Meinen Salomon Speedcross boten mir zwar super Grip doch nun merkte ich, dass diese eindeutig etwas zu klein waren. Bei jedem Schritt stoß ich nun vorne mit den Zehen an und spürte richtig wie sich Blasen bildeten. 


Endlich unten war ich froh wieder leicht bergan laufen zu dürfen.  Das war richtig Wellness für die Füße.
Dann kam auch endlich Verpflegungsstation Nr. 2 und ich war haarscharf davor hier aus zu steigen. Aber alles dort was so motivierend und ich wusste auch nicht wie ich ins Ziel kommen sollte oder meine Frau erreichen sollte, also musste ich weiter.

Und wer dachte mit dem höchsten Punkt sei das anstrengendste schon geschafft täuschte sich gewaltig!
Den nun ging es so richtig steil bergan. Teilweise wie hier auch auf Skipisten. Aber stehen bleiben war nicht sondern dank eisernem Willen ein Fuß vor den anderen setzen!


Mit der Grenzüberschreitung nach Österreich wurde es dann leider nicht besser. Auch wenn hier erstmal ein schönes Stück im Wald kam das man laufen konnte. Und auch wieder wollte. 


Doch nach dem nächsten Abstieg kam für mich der schlimmste Anstieg: Schier unendlich ging es diesen Grashang nach oben. Ich kam kaum noch voran und war ehrlich gesagt der Erschöpfung auch sehr nahe. Aber irgendwie machte es trotzdem Spaß :-)


Oben angekommen und nach einen weiteren schönen Singeltrail sahen wir im Tal zum ersten Mal Ehrwald. Unser heutiges Ziel!


So wie oben auf dem Bild war die komplette Strecke bestens markiert. Entweder mit den Schildern, oder mit Kreidepunkten auf dem Boden oder mit Bändern an Bäumen. Verlaufen war unmöglich. Auch davor hatte ich etwas Angst.

Wie man sieht hatte ich dank des scheinbar nahen Ziel wieder richtig Freude an dem ganzen Lauf.


Allerdings sagte mir kurz danach jemand, dass es noch über 6 Kilometer und mindestens einem Anstieg bis ins Ziel ist. Von daher: Erstmal Euphorie bremsen.
Aber dank meines Adrenalins ging's von da an viel besser. Ich überholte noch einige und genoss den letzten Weg nach unten richtig.

Meine schmerzenden Füße und Knie / Oberschenkel, die auch schon länger nicht mehr so wollten wie ich, blendete ich aus und rannte ins Ziel. So gut es ging eben.
Nach 5:13 h war ich dann auch dort. Empfangen von Zuschauern und Mitläufern. Ein richtig schönes Gefühl!
Mit dieser Zeit wurde ich sogar Dritter in der Schnupperetappe. Aber von allen Läufern war ich wahrscheinlich nicht unter den ersten Hundert. Von daher ist alles relativ :-)

Aber ich war in diesem Moment auch froh an den nächsten Tagen nicht mehr laufen zu müssen. Da schmerzten mir meine Füße / Beine doch eindeutig zu viel!


Im Ziel musste ich dann erstmal meine Frau und Sohn suchen. Ich war nämlich schneller als geplant da und die waren noch nicht da. Aber wir fanden uns dann und ich freute mich auf die Heimfahrt. Aber nicht darauf die Schuhe auszuziehen und die Füße zu sehen.
Diesen Anblick möchte ich euch auch ersparen, denn auch heute, 2 Tage danach kann ich noch kaum laufen und habe schreckliche Schmerzen. An laufen ist nicht zu denken. Stattdessen lieber ein Bild meiner nassen, dreckigen Schuhe:


Fazit:

Ein richtig geiler Lauf! 
Wer schon immer mal zu Fuß durch die Alpen wollte kann ich diesen Mehrtageslauf nur empfehlen. Allerdings ist ein ordentliches Training mit Bergerfahrung notwendig! Der Vorteil zum TAR ist eindeutig, dass es auch alleine möglich ist zu laufen.

Ich bin jetzt erstmal weiter am regenerieren und freue mich schon auf meinen nächsten Lauf am Wochenende. 

Bis dahin:
Geil war's!

Markus

Kommentare:

  1. Genau solche Läufe machen uns hart
    tut weh
    aber im Ziel weiß man
    wofür man es getan hat
    für sich selbst
    und das tut so gut
    auch wenn es überall schmerzt
    Glückwunsch !

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    1. Ohja, wofür weiß ich ganz genau! Und es war einfach perfekt!

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  2. Ich bleib dabei: verrückt!
    Und so viele machen das auch? Noch verrückter :D
    Aber wenns spaß macht.

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    1. Es macht verdammt viel Spaß! Einmal ausprobiert und auch du wirst es lieben!

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  3. Oh wow, da hast Du aber gekämpft. Glückwunsch zum Durchhalten. Ich hab heute bei 14km mir zwei Blasen an den Zehn gelaufen und das waren nur 14... wenn ich da hätte weiter laufen müssen, na ich weiß nicht.

    Nur die Harten kommen in den Garten. :-)

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    1. Mir wäre ein schönes warmes Bad lieber wie der Garten ;) Aber besser wie nix :D

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  4. Gute 36,3 km in den Bergen in zu kleinen Schuhen und Du ziehst das Ding durch, Du bist echt ein Tier ...

    Wenn ich mir die Quälerei über die endlosen Grashänge so anschaue, kommt mir mein Motto wieder in den Sinn: Alles über Deichhöhe ist überflüssig! ;-)))

    Gilt nicht für Dich, Du hast ja im August noch was vor ...

    Liebe Grüße
    Volker

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    1. Miau :-)

      Du musst nur einmal so n Grashang geschafft haben, dann bist auch du hin und weg ;)

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  5. Hallo Markus
    Alle Achtung!!!
    2'400 "trailige" Höhenmeter auf 36'3 km - das ist ja ein Ding! Und du läufst das als "Training"!
    Mir reichen jeweils die 1'800 hm des Jungfrau-Marathons, und dieser wird erst auf den letzten 5 Kilometern zum Trail ;-)
    Ui, deine armen Zehen und Oberschenkel tun mir Leid, All diese Höhenmeter wieder runter zu "bremsen" war wohl fast die grössere Herausforderung, als die steilen Hänge zu erklettern.
    Nun gute Erholung und viel Freude an deiner tollen Leistung in der eindrücklichen, fordernden Berglandschaft!
    Liebe Grüsse
    Marianne

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    1. Naja, nicht nur Training, ein wenig ernst war dabei. Aber lieber das ganz dolle genießen wie zu verbissen sehen :-)

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  6. Ha, das liest sich doch herrlich und hört sich nach mächtig viel Spass an. Einen Teil der Strecke kenn ich, bei schönem Wetter ist es einfach grandios...

    Salut
    Christian

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    1. Das mit dem schönen Wetter glaube ich dir sofort. Würde auch sofort da wieder laufen!

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  7. Mich hätte der Regen abgeschreckt - ansonsten klingt´s gut - kenne ich: zwischendrin will man sich einfahc nur hinsetzen und heulen, fragt sich, wie blöd man eigentlich sein muss, um so etwas durchzuziehen - und wenn man´s geschafft, ist es einfach nur ei superduper-oberaffeng**les Gefühl! Glückwunsch und Anerkennung zur Leistung!

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