Donnerstag, 3. Juli 2014

Gastbeitrag - Aus der Sicht meiner besseren Hälfte

Liebe „Lauf Markus, lauf“-Leser,

mein Mann bat mich meinen ersten Lauf schriftlich festzuhalten und euch daran teil haben zu lassen.
Eigentlich wollte ich niemals mit dem Laufen beginnen. Wenn man einen so erfahrenen und erfolgreichen Läufer an seiner Seite hat, steht man immer irgendwie in seinem Schatten. Doch eine Schwangerschaft verändert so einiges im Leben einer Frau. Wenn ich das süßeste Baby der Welt betrachte, weiß ich, dass sich jedes zusätzliche Kilo auf meinen Hüften gelohnt hat. Doch manchmal kommt man in die Verlegenheit auch mal seinen eigenen Körper zu betrachten und sieht dringenden Handlungsbedarf. Eine Schwangerschaft ruiniert nicht die Figur! Die Figur braucht nur etwas mehr Schweiß und Muskelkraft ;-)
An meinem ersten Muttertag war ich so voller Mutterglück und beschwipst von einem Glas Sekt zum Frühstück, dass ich meinem charmanten Mann alles glaubte und meldete mich zu einem Halbmarathon im Oktober an. Mein Mann sagte, dass ich das kann. Seit dem trainiere ich mit einem Trainingsplan und meinem persönlichen Lauftrainer drei Mal die Woche. Der Plan sieht zwar vier Mal vor, doch das macht mein Körper (noch) nicht mit.
Jetzt komme ich gerade von einer Intervalleinheit auf der Bahn zurück, weiß was eine Pace ist, absolviere Steigerungsläuft, habe immer wieder Achillessehnenschmerzen, kenne den Unterschied zwischen Jogger und Läufer, besitze eine GPS-Uhr (Danke Schatz!) und ärgere mich über Walker mit ihren Stöcken. Das hätte ich mir vor wenigen Wochen noch nicht zugetraut. Und mein Mann auch nicht.  
Sechs Wochen hatte ich Zeit um mich auf den 7km-Lauf in Stuttgart vor zu bereiten. Das war echt hart, aber ich hab’s geschafft. Mein Trainer sagte, 50min seien realistisch, ich solle es langsam angehen, er ging mit mir das Höhenprofil durch, erklärt wann ich was essen solle, wie ich am besten an’s Trinken gelange und wie man den Becher richtig hält damit wenig daneben geht.

Ich hatte meinen eigenen Plan. Vielleicht etwas unkonventionell aber erfolgreich. Ich wollte von Anfang an Gas geben und keine Zeit mit Trinken verschwenden. Die Kilometer teile ich mir im Kopf gut ein und hatte die richtige Musik dabei (auch vom Trainer empfohlen). Von der Strecke weiß ich nicht viel. Die Läufermasse hatte mich erschlagen. Slalomlaufen war ich nicht gewöhnt und dachte bei jedem Ausbremser durch langsamere Läufer, ich muss mehr Gas geben um die Zeit wieder einzuholen. Mein Plan war Kilometer 4 langsamer zu laufen, um mich zu erholen, doch dazu kam es nicht. Kurz vor dem Ziel hatte mir eine Läuferin versehentlich von hinten ein Bein gestellt. Ich sah mich schon den Asphalt knutschen, doch alles ging gut. Von da an, konnte ich aber nicht mehr. Ich sehnte mir das Stadion endlich herbei. Das Einlaufen in‘s Station sollte ich genießen, sagte mein Mann. Ich war aber weder beflügelt noch hoch emotional, außer als ich meine beiden Männer winkend in der Menschenmasse im Stadion entdeckte. Ich war einfach froh nach 41:54 min im Ziel zu sein. Mein Plan ging auf :-) Der nächste Lauf steht bereits schon an. Mein Mann schenkte mir seinen Startplatz beim 10km-Lauf in Ludwigsbrug. Diesmal brauche ich eine andere Strategie. 10km bin ich bisher noch nie gelaufen. 

Zielsprint!

Grüße
Nadja

Kommentare:

  1. Ein toller Gastbeitrag. Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht, liebe Nadja. Deine Worte schüren meine Ängste noch ein wenig, bezüglich der Fülle bei einem Lauf und auch das "Über die eigenen Beine stolpern, weil jemand einem in die Hacke getreten ist", versehentlich. Ich hoffe, mein erster Lauf wird auch glimpflich ausgehen!

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  2. Ich lauf auch meinen ersten Halbmarathon im Oktober :) Aber ich war selbst so verrückt, mich dort anzumelden (zugegeben, ich wurde von jemandem ein wenig angepiekst). Früher war ich auch überbezeugte "Nichtläuferin" aber so langsam habe ich wirklich Spaß dran.
    Ich wünsch dir auch weiter viel Erfolg und Spaß beim Laufen

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  3. Hallo, Nadja,

    das liest sich sehr, sehr gut
    dein Mann und Vater eures Kindes
    hat dich mit dem Virus angesteckt
    ich finde das toll
    es lebt sich noch angenehmer
    wenn beide das gleiche Hobby haben
    ich weiß
    wovon ich spreche
    freut mich sehr
    deinen Bericht zu lesen
    viel Glück für den nächsten Lauf
    Markus wird dich schon bremsen
    wenn die Euphorie zu hohe Wellen schlägt
    Super !

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  4. Eine super Idee mit dem Gastbeitrag :) Gefällt mir sehr gut dein Erfahrungsbericht.
    Langsam aber sicher werdet ihr zu einer Läuferfamilie. Der Kleine wird wohl nicht vom Laufen verschont bleiben hihi
    Ich finds klasse, dass du nach deiner Schwangerschaft nun das Laufen ebenfalls für dich entdeckt hast und wünsche dir bei deinen noch kommenden Wettkämpfen viel Erfolg. Wenn die 7km jetzt schon so gut liefen, dann machst du die 10km mit Links!

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  5. Hallo Nadja
    Herzliche Gratulation zu deinem ersten Lauf und dem tollen, humorvollen Bericht davon!
    Dein Einstand ist super "gelaufen"!
    Ich wünsche dir viel Spass beim weiteren Training auf die neuen Ziele hin.
    Die Baby-Pölsterchen haben keine Chance dir treu zu bleiben ;-)
    Deine Muttertags-Entscheidung, mit dem Laufen zu beginnen finde ich genial.
    Wenn ich zurück könnte, würde ich der Kinder wegen keine soooo lange Sportpause mehr machen (12 Jahre...).
    Besser spät als nie - nun geniesse ich das laufend unterwegs sein zusammen mit meinem Mann doppelt!
    So wünsche ich euch dreien viele schöne gemeinsame Lauf-Erlebnisse!
    P.S. ein kleine Idee an Markus für seinen nächsten Einsatz als Zuschauer: vielleicht würde ein Tragetuch oder Tragesitz das Durchkommen mit dem Kleinen in Stadien und Zuschauermassen erleichtern ;-)
    Liebe Grüsse
    Marianne

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  6. Hey Nadja,
    Gratulation zu deinem ersten erfolgreich absolvierten Lauf! Wir bereiten uns auch gerade auf unseren ersten Halbmarathon vor und es ist schön andere Erfolge zu sehen - das spornt beim Training gleich zusätzlich an :-)
    Seit kurzem machen wir auch unseren eigenen Blog, vielleicht schaust du mal rein http://ichwilllaufen.blogspot.co.at/

    Liebe Grüße

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  7. Hallo Nadja,
    ganz herzliche Glückwünsche, klasse gemacht!
    Und weißt Du, immer, wenn man auch nur einen Meter mehr läuft als beim letzten Lauf, ist es etwas völlig neues. Also keine Angst vor den 10 km, und ein Halbmarathon ist auch nur mal der Siebener mal drei ;-)
    Ich finds klasse, dass Du die Initiative ergriffen hast, statt nur beim Jammern über ein paar Pfunde zu bleiben.
    Weiter so und viel Spaß!
    Liebe Grüße
    Elke

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  8. Auch von mir herzlichen Glückwunsch zu diesem tollen Lauf :-) Ich finde deine Zeit kann sich richtig sehen lassen - vor allem nach einer Schwangerschaft, du kannst echt stolz sein. Und neben so einen erfahrenen "Trainer" brauchst du dir vor deinen nächsten Wettkämpfen bestimmt keine Sorgen machen. LG

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  9. Glückwunsch zum ersten erfolgreichen Lauf, mögen dem noch viele folgen!

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  10. Hallo Nadja,
    Glückwunsch auch von mir zum ersten Lauf. Vielleicht sind wir uns dort sogar über den Weg gelaufen, ich war auch beim 7km-Lauf dabei. :)
    Deine Zeit ist super, vor allem da du erst seit ein paar Wochen trainierst! Mit deinem personal Trainer schaffst du sicher auch den Halbmarathon super. Ich trainiere übrigens auch gerade auf meinen ersten Halbmarathon im Oktober. :)

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  11. Hallo Nadja,
    Glückwunsch zum ersten offiziellen Lauf. Ich bin ich selten beflügelt, wenn ich irgendwo im Stadion einlaufe sondern froh und kaputt. Das schön/stolze Gefühl ob des Erreichten kommt meist später. Ich wünsche Dir viel Spaß beim Training zum Halbmarathon. Ich stelle es mir total schön vor, wenn beide Partner laufen (das geht bei mir leider nicht) und man gemeinsam am Sonntag schöne lange Läufe bestreiten kann, den kleinen Mann dazu mitgeschoben.
    Alles Gute bis dahin und wir werden hier ja sicherlich noch von Dir lesen. :-)

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  12. Hallo Nadja,

    Ihr beiden solltet künftig einen gemeinsamen Laufblog führen, es lohnt sich :-D Auf diesem Wege noch mal persönlich Glückwunsch zum erfolgreichen 7er!

    Eine klitzekleine Warnung möchte ich aber aussprechen: Übertreib es zu Anfang nicht zu sehr, sonst wird der Protest der Achillessehnen lauter!

    Viel Spaß beim weiteren Aufbau, da kommt sicher noch einiges auf uns zu :-)

    Achja, was ist denn jetzt genau der Unterschied zwischen Jogger und Läufer? ;-)

    Grüße aus dem hohen Norden
    Volker

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  13. Glückwunsch und danke für Deinen Erfahrungsbericht! Und -genau wie Volker- würde auch mich der Unterschied zwischen Jogger und Läufer interessieren. ;-)

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  14. Sehr schoen er Beitrag. Willkommen bei uns Laeufern

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