Dienstag, 11. März 2014

Mein Bienwald Marathon 2014

Hallo,

nachdem der erste Frust sich nun gelegt hat dass ich es nicht geschafft habe eine persönliche Bestzeit beim diesjährigen Bienwald Marathon zu erzielen möchte ich kurz von diesem Tag berichten. Vielleicht wird es aber auch länger ;-)

Nach einem sehr frühen Start am Sonntag Morgen erreichten wir, meine Frau und mein Sohn, gegen halb 9 das Start- und Zielgelände in Kandel. Dort war schon mächtig was los. So viele Menschen sieht das doch sehr beschauliche Dorf, oder doch schon Stadt, wahrscheinlich nur an diesem Sonntag im Jahr. Trotzdem lief an diesem Morgen alles problemlos. Vom Einweisen in einen nahe gelegen Parkplatz über die sehr schnelle Abholung der Startunterlagen bis zum Zurechtfinden auf dem überschaubaren Areal.
Für 30€ kann man als Voranmelder einen Marathon laufen und erhält in diesem preis sogar noch ein Funktionsshirt von Saucony. Für 3€ extra kann man sich dann auch noch eine Medaille kaufen.
Schon am Morgen vor dem Start lachte mich das Essenbuffet an. Dort gab es leckere warme Speisen, aber vor allem über 100 hausgemachte Kuchen. Da muss doch wohl noch was übrig sein bis ich ins Ziel komme?


 Bild 1: Vor dem Start



Um 10h ging es dann nachdem ich mich kurz warm gemacht habe und es kurze Ansprachen der lokalen Prominenz gab gemeinsam mit den Halbmarathonläufern los. Insgesamt liefen etwas über 1800 Läufer los.
Zu Begin ging es, wie immer, erstmal sehr zügig los. Jeder wollte einen guten Platz haben an dem man frei Laufen kann. So war der erste Kilometer dann auch der schnellste im ganzen Rennverlauf.
Die Strecke führte zu Begin durch das Städtchen Kandel und dann über eine Landstraße in die nächste Ortschaft Minefeld. Nach einem Schlecker dort gab es am Ortsausgang nach 5km auch schon die erste Verpflegungsstation. Dort gab es Wasser, Tee, einen Energiedrink und Bananen, Äpfel und Mandarinen. An den letzten Verpflegungsstellen vor dem Ziel kam dann auch noch Cola als zusätzlicher Energieschub hinzu.
Die Helfer an der Ausgabe waren super eingespielt und reichten einem die gewünschten Getränke wunderbar direkt an die Strecke. Es war also kein Anhalten notwendig und konnte flüssig weitergelaufen werden. Auch darin sieht man wie eingespielt das Team rund um den Marathon durch die inzwischen 39. Auflage dieses Laufes ist.
 

Bild 2: Nach dem Start



Leider merkte ich aber schon bereits nach etwa 5-6km das es bei mir an diesem Tag nicht so rund lief. Erst zwickte ein Muskel unter der Achsel bei jedem Armzug und dann fühlte ich mich auch einfach nur schlapp. Okay, mein Frühstück war zu diesem Zeitpunkt auch schon 4 Stunden her und vielleicht hatte ich zu wenig gegessen, aber eigentlich habe ich mich verhalten wir vor jedem Marathon.

Bei Km 7 traf ich dann erneut, wie schon direkt nach dem Start, auf meine Familie. Das gab mir dann einen erneuten Schub und von da an ging es dann auch in den Bienwald.
Leider habe ich von diesem kein Bild aber ich versuche mal ihn zu beschrieben: Ein Mischwald mit großen Sumpfgebieten, sehr flach, der Wald wird sich selbst überlassen und überall liegen tote Holzstämme herum. Ein sagenhaftes Schauspiel bietet sich da einem. Und durch diesen Wald führt eine zweispurige Kreisstraße die an diesem Tag für den Verkehr gesperrt ist und wir darauf laufen dürfen. Zusätzlich nutzen noch einige Radfahrer und Inlineskater das aus und genießen das herrliche Wetter.
 

Bild 3: Nach 7km



Das hatte an diesem Tag nämlich Höchstwerte versprochen. Im Laufe des Tages sollte es noch 20°C geben. Da galt es auch genug zu trinken.
Aber erstmal hieß es auf dieser durchweg asphaltierten Straße weiterlaufen. Das Tempo war hier, nach 14km immer noch sehr gut, und nun stand auch die Entscheidung an ob man nicht doch lieber nur den Halbmarathon laufen will. Geschätzt über 2/3 der Läufer drehten hier dann auch um und liefen auf einem kürzen Stück zurück ins Ziel. Für mich ging es von nun an deutlich einsamer weiter. Bis zu diesem Zeitpunkt waren zumindest noch viele Läufer um mich herum. Aber der Wendemarke wurde es aber sehr still und einsam. Zuschauer waren komplett Mangelware. Aber dies war auch ersten vorab bekannt und zweitens logisch. Oder wer stellt sich schon Sonntags mitten in den Wald?
Nur an den Verpflegungsstellen, auch denen vom Rückweg, gab es aufmunterte Worte oder eine kleine, aber feine, La-Ola-Welle.
Bei Km17 stand dann auch eine Guggenmusikband. Hier war dann auch etwas Stimmung. Nach unserer Wende etwa bei Km18 kamen wir dann auch bei Km19 nochmals hier vorbei. Von nun an ging es auf der Kreisstraße zurück.
Bei Km21 ging es dann nochmals in eine andere Straße ab um die zusätzlichen Kilometer zu laufen. Die Halbmarathonmarke durchlief ich dann bei 1:27h. Also alles noch voll im Plan. Allerdings wurden meine Kilometerzeiten schon langsamer.  Bei Km26 stand dann erneut ein Wendepunkt an und da sah ich die 3h Pacemaker schon nur noch 200m hinter mir. In diesen Moment wusste ich schon, dass ich mein Ziel nicht erreichen würde. Jetzt versuchte ich es noch mit Anstand nach hause zu laufen.  
Als ersten Schritt genehmigte ich mir nun an den allen 5km aufgebauten Verpflegungsstellen mehr Zeit, d.h. auch mehr Getränke und etwas zu essen. Durch die Hitze und das Schlappfühlen schon zu Begin war ich nämlich bereits hier nach 2/3 des Marathons merklich ausgepowert. Diesmal kam der Mann mit dem Hammer nicht erst nach 30 oder 33km sondern eben bereits merklich früher. So lief ich dann mit über 5Min/km langsam aber doch konstant in Richtung Ziel. Jedoch immer wenn mir mein Körper signalisierte es geht jetzt grad nimmer legte ich auch ein paar Gehschritte ein. Lieber so wie das ich im Wald liege!
 

Bild 4: Beim Einlauf ins Stadion



Und so wusste ich auch dann bereits bei Km 36, dass es auch keine persönliche Bestzeit werden würde. Von da an ging es meinem Körper sowieso fast nur noch darum anzukommen.
Bei Km40 kamen dann als ob es nicht schon reichte leichte Wadenkrämpfe hinzu. Aber ich versuchte doch tapfer durchzulaufen. Als ich dann nach 42km endlich die Tartanbahn als Ziel erkannte galt es nur noch den Applaus der Zuschauer aufzusaugen und nach einer ¾ Runde auf der Bahn glücklich, aber geschafft ins Ziel und in die Arme meine Liebsten zu laufen.
Dort war ich dann nach 3:13:23h. Das bedeutet Platz 75 und Platz 15 in meiner AK. 
 

Bild 5: Zieldurchlauf



Im Ziel musste ich mich dann erstmal ausruhen und ordentlich was trinken. Ich war zwar etwas enttäuscht das es nicht hat sein sollen aber zu allererst mal glücklich das ich hier sein durfte.
 

Bild 6: Im Ziel überglücklich aber geschafft

Erst nachdem ich dann geduscht war und mir Kuchen und Fleischkäse gegönnt hatte wuchs die Enttäuschung. Und schon da war mir klar: Das hier heute war nicht das Ende meiner Fahnenstange. Und die nächsten Jahre werde ich einfach mal schauen was kommt.
Ursachen und Ausreden könnte ich jetzt viele finden. Von dem Wind der immer von vorne kam (tat er das wirklich?), über zu wenig trainiert im Vorgang (450km dieses Jahr) bis hin zu einen unzureichenden Ernährung im Vorfeld…
Aber wenn ich ehrlich zu mir selbst bin war es halt einfach nicht mein Tag! Und das ist okay so. Und da danke ich auch allen lieben Kommentaren der letzten Tage nach meinen Zieldurchlauf!


Kurzbewertung:

Strecke:
Sehr flach, bestzeitentauglich, durchweg asphaltiert

Organisation:
Vorbildlich, familiär, absolut keine Mängel

Stimmung:
Am Start und Ziel und am Naturfreundehaus nach 7km sehr gut. In den Ortschaften und Verpflegungsständen vorhanden. Ansonsten tote Hose.

Verpflegung:
Wasser, Tee, Iso, gegen Ende auch Cola und im Ziel alkoholfreies Bier. Dazu Bananen, Mandarinen und Äpfel. Tolles Kuchenbuffet im Ziel.


Bis dann:
Es gibt wichtigeres im Leben als eine Bestzeit!

Markus


Kommentare:

  1. Schon das Bild im Stadion mit deinem Nachwuchs war den Lauf wert.
    Gute Regeneration!

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  2. Für deinen Zwerg bist du trotzdem der Beste :) und mit einer 3:13h muss man sich wirklich nicht verstecken! Die Saison fängr ja auch gerade erst an :)
    Ich wünsche dir auch eine gute Regeneration!
    Liebe Grüße

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  3. kann dem kommentar nur zustimmen!! das bild ist der hammer!!!! :D wie süß!!!!
    und ich finde du kannst trotzdem sehr sehr stolz auf dich sein! :)

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  4. Das letzte Foto mit Nachwuchs ist sowieso das schönste
    was ist dafür Bestzeit ?

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  5. Ich bin kein Freund von Zeiten, "Leistungen" usw. - dennoch wage ich mich mal auf dieses Feld und gratuliere Dir - das muß man erst einmal nachmachen. Also, sei zufrieden.

    Alles Gute,

    Marcus

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  6. Du hast genau die richtige Entscheidung getroffen und auf deine Gesundheit geschaut, das ist einfach die Nr. 1! Und wie du schon sagst, es gibt bestimmt noch andere Marathons bei denen du eine neue Bestzeiten laufen kannst. Ich gratuliere dir noch mal ganz herzlich - und euer kleiner Mann ist richtig süß :-))

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  7. So ein gepflegter Einbruch ist schon was frustrierendes. Aber wer kennt es nicht. Das nächst mal also....


    Alles Gute

    Jörg

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  8. Dann wirds eben das nächste mal besser, wer fehler erkennt, der weiß wie der Hase schneller rennt :) ! Das packst du und trotzdem super Zeit, für mich undenkbar ! xxx

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  9. Herzlichen Glückwunch zum Lauf! Tolle Fotos, vorallem das Letzte mit deinem Sohn finde ich klasse... :-)

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  10. Das Bild mit dem kleinen Knopf ist ja sehr toll - alles andre kann dir in dem Moment egal sein :)

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  11. Ich schließe mich meinen Vorrednern an: Herzlichen Glückwunsch, trotz Mühen gefinisht, Zeit ist doch prima und so hast Du Motivation zu einem neuen Angriff auf Deine PB! Und es ist eben so, läuft nicht immer alles nach Plan!
    Liebe Grüße
    Elke

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  12. Hallo Markus,
    du hast das beste aus dem Lauf gemacht, was möglich war - schon dafür herzliche Gratulation!
    Auch wenn es enttäuschend ist, seine Vorsätze nicht erreicht zu haben - du bist trotzdem eine super Zeit gelaufen und beim nächsten Lauf klappt es dann mit der PB!

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  13. Das Bild mit deinem Nachwuchs ist ja total suess. Auch wenn du keine PB gelaufen bist, war es doch ne super Leistung, wie deine Platzierung ja auch zeigt.

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