Dienstag, 19. November 2013

Meine Garmin Forerunner 210 - Ein Testbericht

Hallo,


seit Januar bin ich nun in Besitz einer Garmin Forerunner 210 und jetzt wird es auch Zeit meine Erfahrungen mit dieser Uhr weiterzugeben.

Die Uhr ist mit GPS ausgestattet und eignet sich für Läufer und Radfahrer.

Folgende Funktionen bietet diese Uhr:
-          Kilometerzähler
-          Stoppuhr
-          Aktuelle Geschwindigkeitsanzeige
-          Jeden Kilometer Anzeige der Pace
-          Intervallfunktion
-          Pulsmessung mit mitgelieferten Pulsband für den Oberkörper
-          Beleuchtetes Ziffernblatt
Bild 1: Pulsmesser und GPS-Uhr

Bild 2: GPS-Uhr

Bild 3: Meine Garmin Forerunner 210



Um darzustellen wie genau der Kilometerzähler durch den GPS-Empfänger ist habe ich mal vergleichen wie genau die Kilometer bei offiziellen Läufen gemessen wurden. Dabei kam es zu folgenden Ergebnissen:

Berlin Marathon:
Soll 42,195 km – Ist 42,55 km à Abweichung 0,8%

Fackellauf Bietigheim:
Soll 9,9 km – Ist 9,72 km à Abweichung 1,8%

Schurwaldlauf Rommelshausen Halbmarathon:
Soll 21,0975 – Ist 20,87 km à Abweichung 1,1%

Die Abweichung prozentual ist also völlig okay auch wenn es bei einen Marathon eben gleich ein paar hundert Meter ausmacht.

Allerdings kommt es auch zu unerfreulichen Messungen der GPS-Uhr. Als Beispiel hierzu soll folgende Trainingsaufzeichnung eines Intervalltrainings auf einer Tartanbahn dienen:
Bild 4: Aufzeichnung einer Intervalltraingseinheit

Ich bin die gesamte Zeit nur auf dieser Bahn gelaufen und ganz sicher nicht dort und so wie es die Uhr aufgezeichnet hat. Und erst recht nicht mit über 42km Höhenmeter!
Es kommt hier also durchaus auch zu Aussetzern auch wenn diese selten vorkommen.

Erkennen tut die Uhr bei mir ein GPS-Signal auf dem Balkon in der Regel locker bis ich angezogen bin. Also max. 3 Minuten. Anschließend schnell aus der Wohnung im Erdgeschoss raus und das Training kann sofort beginnen.
Es kam allerdings auch schon vor, dass die Uhr in engen Städten oder bei schlechten Wetterverhältnissen mal bis zu ca. 7 Minuten benötigt hat. Ist aber ein Einzelfall.

Die aktuelle Geschwindigkeit wird bei mir in km/h angezeigt. Mit etwas Übung und Erfahrung ist dies ganz einfach in die Pace (min/km) umgerechnet. Diese schwankt jedoch während des Trainings durchaus auch wenn man das Gefühl hat konstant zu laufen. Genauer ist hier die jeden Kilometer angezeigte Pace. Dies kann auch mit akustischem Ton erfolgen. Diese Anzeige erscheint etwa 15 Sekunden und verschwindet dann wieder. Sie kann jedoch auch früher händisch wieder weggedrückt werden.
Außerdem ist es möglich die Kilometer einzeln abzudrücken und so die Pace zu erfahren. Dies geht natürlich aber nur auf einer mir bekannten Strecke oder bei einem offiziellen Lauf bei dem jeder Kilometer beschildert ist.


Gerne verwende ich die Intervallfunktion. Hier lassen sich diverse Intervalle durchspielen. Planen wir einfach zusammen mal ein Intervalltraining:
Einlaufen? Ja oder nein?
Bei den Intervallen eine bestimmte Strecke oder Zeit schnell laufen / Rad fahren? Welche Strecke oder Zeit?
Die Ausruhphase mit Zeit oder Kilometer angeben? Auch hier welche Zeit oder Strecke?
Wie oft das ganze Wiederholen?
Und am Ende Auslaufen oder lieber nicht?

Das Ein- und Auslaufen muss man von der Streckenlänge vorab auch nicht angeben sondern kann es dann wenn man möchte beenden.


Die Pulsmessung erfolgt über ein Brustband. Dieses ist größenverstellbar. Hat man es jedoch zu lasch am Körper befestigt neigt es bei mir zum Rutschen.
Auch kam es schon vor, dass sich die Einhängung plötzlich gelöst hat und das Band Richtung Boden glitt. Das ist durchaus ärgerlich.
Hat man es jedoch fest an sich befestigt stört es mich nicht und liefert reibungslos Daten auf die Uhr die jederzeit nachvollziehbar sind.


Ingesamt hat die vier Knöpfe zum Einstellen und Bedienen der Uhr. Allesamt sind gut erreichbar und mit wenig Druck zu bedienen. Sowieso ist die Bedienung der Uhr in meinen Augen kinderleicht und fast selbsterklärend. Ich musste die Bedienungsanleitung kaum lesen.

Die Akkulaufzeit wird mit acht Stunden im GPS-Betrieb angegeben und das kommt auch ziemlich gut hin. Ca. eine Stunde bevor der Akku leer ist wird dies im Display auch nochmals mit der Meldung „Akku fast leer“ angezeigt. Ein Aufladen kann dann via USB am PC oder mit dem mitgelieferten Adapter direkt an der Steckdose erfolgen.


Nun aber zu den zwei nicht so erfreulichen Punkten:

Wenn man die Uhr aufladen will oder die Daten, die maximal sieben Tage auf der Uhr gespeichert sind, auf den PC übertragen will muss man die Uhr mit einem sehr merkwürdigen und fehlerbehafteten System anschließen.
Und zwar müssen vier Kontakte auf der Rückseite der Uhr mit einer Art Wäscheklammer verbunden werden die ihrerseits auch die vier Kontakte besitzt. Dies kann zu einem richtigen Geduldsspiel werden bis die Uhr vom PC erkannt wird. Nicht selten benötige ich hierfür zehn Versuche!
Wie die Datenauswertung am PC funktioniert möchte ich dann in einem weiteren Bericht beschreiben.
Bild 5: Hier müssen die Kontakte angeschlossen werden


Außerdem hatte ich das Problem, dass an meiner Uhr das Display von Innen beschlagen hat. Es ist also Wasser eingedrungen. Dadurch konnte man die Anzeige irgendwann gar nicht mehr lesen. Das folgende Bild zeigt eine Vorstufe hierzu.
 
Bild 6: Beschlagenes Display durch Wassereintritt

Ich habe mich mit diesem Problem an Garmin gewendet und die Uhr dann zum Reperaturservice geschickt. Dort hat man den Fehler, der wohl nicht zum ersten Mal vorkommt, sofort eingesehen und mir eine nagelneue Uhr zugesendet. Diese Reparaturabwicklung verlief sehr schnell, professionell und ohne Probleme. Immerhin.
Meine neue Uhr werde ich heute Abend nun zum ersten Mal ausführen und mal schauen ob dort das Problem auch auftritt.


Preislich gibt es die Uhr im Internet ab 160€ aufwärts. Dies ist gerade noch so im Rahmen wie ich finde. Der Preis war bei mir auch der ausschlaggebende Grund warum ich mir diese Uhr und nicht ein höherwertiges Gerät gekauft habe. Ich bekomme alle Funktionen die ich benötige für einen i.O. Preis.


Fazit:
Die Forerunner 210 ist eine meist zuverlässige GPS-Uhr von Garmin, die mir bei meinen Läufen gute Arbeit leistet. Für den Preis bekomme ich die Funktionen die ich wirklich benötige oder wünsche und kein Schnick-Schnack darum herum.
Sollte die Uhr trotz allem mal eine Defekt haben wird einem ohne Probleme und Kosten geholfen. Das ist sehr vorbildlich.
Nur bei der Verbindung zum PC sollte Garmin dringend eine Verbesserung finden!

Nachtrag:
Das Display beschlägt immer häufiger und bei allen mir bekannten Forerunner 210.


Bis dahin:
Benutzt ihr eine Puls- oder GPS-Uhr?

Markus






Kommentare:

  1. DANKE für diesen Testbericht!!
    Bleibt also doch die Polar FT 60 auf meiner Amazon Wunschliste... =)

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  2. Ich laufe seit kurzem mit Pulsuhr, aber mit einer Polar und ich liebe sie.
    Aber ohne GPS, da ich das übers Handy aufzeichne.

    Allerdings muss ich mich noch einpendeln, wie ich mit dem angezeigten Puls umgehe :D

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  3. Ein wirklich schöner und ausführlicher Bericht - vielen Dank! Ich laufe auch mit einer Garmin - allerdings den Forerunner 910. Dort ist die Verbindung zum Computer mit einem ANT Stick (d.h. drahtlos) gelöst und man müht sich nur noch beim Laden mit dem Kabel ab (und auch dort deutlich weniger). Vorher hatte ich eine ältere Version und auch dort jeweils massive Probleme mit dem Verbinden. Liebe Grüsse
    Ariana

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  4. Laufe mit dem großen Bruder 610 - hatte vorher den Brotkasten 305, bin mit dieser Uhr sehr zufrieden, bis sie nicht mehr auflud - und ich dank Kulanz ebenfalls eine neue von Garmin erhalten habe - ebenfalls drahtlos - ich mag den Touchscreen !

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  5. Tolle Review - also falls meine mal eingehen sollte.... Ich laufe schon seit fast 5 Jahren mit der Forerunner 305 und bin extrem zufrieden! Klar, das Design ist wirklich nicht supermodern und für Frauenarme vielleicht etwas zu klobig, aber bis jetzt hatte ich noch keine Probleme damit weil ich mich immer darauf verlassen konnte!

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  6. Danke für den ausführlichen Bericht. Seit März nutze ich schon eine Polar und tracke meine Läufe via Handy, trotzdem bin ich schon seit Monaten mit einer Garmin am liebäugeln, das ganze werde ich nochmal überdenken. Falls der Weihnachtsmann aber eine vorbeibringen sollte, würde ich natürlich nicht nein sagen :)

    Und danke für deinen Kommentar, du hast Recht und zwar in jedem Punkt den du ansprichst. Wahrscheinlich bin ich einfach zu verbissen und will unbedingt noch die Zahl auf der Waage sehen die ich mir bis Ende des Jahres vorgenommen habe. Das sollte aber nunmal nicht im Fokus stehen, sondern weiterhin gesund und sportlich zu Leben. Aber irgendwie wird man bzw. eher Frau das mit der Waage nicht so einfach los, da werde ich noch einige Therapiesitzungen mit mir selber abhalten müssen :D

    Aber lieben dank für deinen Denkanstoß und deine zahlreichen Tipps was das Laufen angeht :)
    Grüße :)

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  7. Die Uhr ist eine schiere Katastrophe. Braucht ewig zum Erkennen eines Satelliten-Signals (funktioniert nur bei stahlendem HImmel in vertretbarer Zeit), ansonsten kann man beten, ob das Sch...-Ding überhaupt ein Signal findet. Und dann darf man nochmals beten, dass es das Signal nicht wieder verliert (was andauert vorkommt). Ich wollte sie schon öfters einfach wegwerfen, so sauer war ich auf das Teil. Garmin steht nicht mehr auf meinem Wunschzettel.

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    1. Ja, tatsächlich hat sich die Technik aber bei Garmin gebessert. Mit der FR 220.bin ich sehr zufrieden.

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  8. Das Problem mit der GPS-Erkennung kann ich leider nur bestätigen. Dauert gefühlt eine halbe Ewigkeit. Gerade bei kälteren Temperaturen möchte ich sofort loslaufen und nicht lange rumstehen, bis endlich das Signal erkannt wurde. Gestern hat's ca. 15 Min. (!!) gedauert....

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    1. Ohja, hat echt sehr lange manchmal gedauert. Bin froh das Nachfolgemodell zu haben. Da geht es erheblich schneller

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