Montag, 8. Juli 2013

Montafon-Arlberg-Marathon 2013

Hallo,

was für ein Wochenende!
Ich war in Österreich, genauer gesagt an der Grenze zwischen Voralberg und Tirol, bzw. der Montafon- und der Arlberg-Region.
Dort gibt es den Montafon-Arlberg-Marathon, der beide Regionen miteinander verbindet.
Und wie das in Österreich nun mal so ist ist es etwas bergig. Und so war das mein erster Bergmarathon mit 1.300 postiven und 900 negativen Höhenmeter, den vieles der Strecke mussten wir zum Zielort auch wieder herunterlaufen.

Aber von Beginn an:
Am Freitag, dem Tag vor dem Start, stand erstmal die Startunterlagenabholung an. Hat zwar etwas gedauert, aber funktionierte reibungslos. Neben der Nummer gab es dort dann auch einen Schwamm, einen Gutschein fürs Hallenbad und eine Fahrkarte zum Startort mit der der Bahn, da ich im Zielort genächtigt habe.
Durch eine erforderliche und lange Anreise am Samstag Morgen von 1 1/2h musste ich bereits vor 7h mit der Bahn losfahren, kam dann aber mit zweimaligen Umsteigen pünktlich und rechtzeitig im Silbertal am Start an.
Dort war eine schöne und fröhliche Stimmung und auch die Sonne zeigt sich schon deutlich.

Bild 1: Am Start

Bild 2: Wird ein warmer Tag

Bild 3: Tolle Bergkulisse

Pünktlich um 9h ging es dann los und ich hatte richtig Spaß daran. Ich hatte mir zum ersten Mal keine bestimmte Zeit vorgenommen sondern wollte mit Genuss laufen und das möglichst entspannt. So hatte ich auch zum ersten Mal bei einem Lauf meine Kamera dabei. Zwar sind einige Bilder unscharf, dennoch möchte ich diese hier posten.

Bild 4: Am Start

Bild 5: Endlich geht's los

Bild 6: An diesem Fluss gings nun bergan (Km2)

Direkt nach dem Start ging es auf der breiten Hauptstraße erst einmal 2km bergab. Auch wenn ich entspannt lief konnte ich garnicht so langsam wie ich wollte und überholte schon einige.
Nach 2km überquerten wir dann den Fluss und liefen mit der ersten Steigung zurück Richtung Startgelände.

Bild 7: Jetzt geht's hoch

Bild 8: Noch bin ich entspannt

Bei Km4 überquerten wir dann auch die Startlinie. Dort erwarteten uns dann auch einige Zuschauer und vor allem Kinder die Spalier standen und uns abklatschten. Der Kinderlauf startet dann auch kurze Zeit darauf.  
Natürlich hörte es dann anschließend in den Bergen naturgemäß auf das Zuschauer am Streckenrand standen, aber die Wanderer, Teilnehmer des Marsches oder Mountainikerfahrer die wir trafen feuerten einen an oder hatten eine tollen Spruch auf den Lippen.

Bei Km4 war dann auch schon der erste Verpflegungsposten eingerichtet. Zu Trinken gab es: Wasser, Iso in diversen Geschmacksrichtungen, Apfelsaft. An zwei Posten gegen Ende des Laufes gab es dann auch Cola.
Auch essen konnte man gut: Neben obligatorischen Bananen gab es Äpfel, Kekse und Müsliriegel. 
Mir hat das alles sehr gut gereicht.

Die folgenden Kilometer 4 bis 8 ging es leicht ansteigend durch den Wald bergan bis zur nächsten Verpflegung. Bei allen Verpflegungen bin ich dann aber auch kurz stehen geblieben (wie eigentlich alle) und habe mich ausreichend verpflegt. 

Bild 9: Anstieg durch den Wald

Bild 10: Zu sehen gab es immer etwas

Bild 11: Hätte mich gerne erfrischt

Nach dieser Verpflegung stand dann jedoch der erste größere Anstieg bevor. Recht gut und locker konnte ich diesen jedoch meistern. Zu diesem Zeitpunkt fühlte ich mich sowieso noch spitze und hatte sehr viel Spaß.

Bild 12: Immer weiter hoch

Bild 13: Man sieht mir die Anstrengung schon an

So plätscherten dann auch die Kilometer einer nach dem anderen herab und ich lief und lief. Vorbei an Wasserfällen und wilden Stromschnellen. Vorbei an Kühen und mit meinen Mitläufern. 
Es hätte ewig so weitergehen können....

Bild 14: Die Kühe haben's halt schön ;-)

Dann ging es jedoch Richtung die letzten ansteigenden Kilometer und es sollte nochmals richtig steil werden. So langsam taten mir die Oberschenkel etwas weh und die Sonne drückte von oben. So entschloss ich mich dann auch gezwungenermaßen bei Km 20 nur noch zu gehen und so einen Kilometer zurück zulegen. 

Bild 15: Die Gehpause war erforderlich

Bild 16: Hier versagten meine Beine

Bei Km 21 war dann auch keine nennenswerte Steigung mehr zu sehen. Dafür hörte der Schotterweg dort auf und ein Trail, bestehend aus Steinen, Flüssen, Matsch und Gras begann. Man kam garnicht darum herum durch das Wasser zu rennen oder mit einem Fuß im Matsch zu landen. Aber immerhin war es warm und die Füsse bald wieder trocken.
So ging das dann etwa drei bis vier Kilometer lang. Und da mir meine Gesundheit wichtig war und ich mir teilweise durchaus etwas unsicher war bin ich auch hier vieles nur gegangen. Aber lieber so, wie sich da oben zu verletzten...

Bild 17: Ab durchs Wasser

Bild 18: Trail

Bild 19: Matschparty

Bild 20: Langsee an der Grenze zwischen Voralberg und Tirol

Bild 21: Auch hier gings noch bergan

Bild 22: Grenze zwsichen Voralberg und Tirol

Zum Thema Sicherheit: Natürlich steht nicht an jeder Ecke ein Zuschauer oder gar ein Sanitäter. Aber bergan (dort habe ich darauf geachtet) standen mindestens alle 2 Kilometer Sanitäter oder Helfer der Bergwacht. Außerdem war ein Helikopter im Einsatz.

Nach diesem interessanten Trail hatte ich zwar etwas Zeit und Plätze verloren aber nun ging es ja auch bergab. Und so ließ ich es dann auch rollen. 

Bild 23: Endlich bergab


Doch anstatt das es nur bergab ging gab es leider auch 2 knackige Gegenanstiege. Nicht lang, aber steil genug um mich zum Laufen zu bewegen. Diese Bewegung hielt meine Muskulatur dann leider nicht mehr aus.
Aber trotzdem verrannten die Kilometer nur so.. :-)

Bei Kilometer 33 kamen wir dann am wunderschönen Verwallsee vorbei und ich wusste bis St. Anton und dem Orteingang, wo meine Frau auf mich wartet, ist es nicht mehr weit.

Bild 24: Verwallsee

Bild 25: Mir ging es noch immer erstaunlich gut


 Und so kam ich dann auch bei Km 36 am Ortseingang an und machte erstmal eine kleine Pause :-)

Bild 26: Hier komme ich

Bild 27: Und weiter geht's

Die folgenden zwei Kilometer kannte ich vom abgehen vom Vortag. Dort ging es dann schön hinab bis wir eigentlich nur noch 300m vom Ziel entfernt waren. Doch statt direkt hineinzulaufen musste nun noch eine größere Runde um das Dorf gelaufen werden. Und dort erwischte es mich. Ich war fix und fertig. Meine Beine wollten einfach nicht mehr und jeder Schritt wurde eine Qual. 
Kurze Aufmunterung bekam ich dann noch von mitrennenden Kühen entlang der Strecke doch die Kilometer in der Sonne, die ich teilweise auch im Flachen gehend absolvierte, gaben mir den Rest. 

Bild 28: Hier galt es die Kühe zu überholen

Doch als ich dann auf die Ziellinie einbog war aller Schmerz vergessen und der Stolz überwiegte. Eine tolle Stimmung trieb einen die letzten 200m an und so kam ich nach 04:04:57h überglücklich ins Ziel!

Bild 29: Da vorne ist schon das Ziel

Bild 30: Geschafft!

Im Ziel erhielt ich dann zuerst einmal eine Finisher-Medaille und gleich anschließend alles zu trinken und essen was man benötigt. Nein, eigentlich sogar noch mehr. Ich versuchs mal aufzuzählen: Diverse Säfte, Wasser, diverse Iso-Drinks, Red-Bull in drei Ausführungen, alkoholfreies Bier, Banane, Äpfel, Trauben, Nektarinen, Aprikosen, Pfirsiche, zweierlei Melonen, Süßigkeiten. 
Und vor allem ausreichend Sitz- und Liegemöglichkeiten, die man auch mit seinen Begleitpersonen teilen konnte und durfte. Eine so tolle, friedliche, ausgelassene und fröhliche Stimmung habe ich noch in keinem Ziel erlebt!

Bild 31: Am Ausruhen

Nachdem ich mich gestärkt hatte wollte ich dann auch mal einen Blick auf die Ergebnisliste riskieren. Und was ich da sah erfreute mich. Platz 26 bei allen und Platz 2 in meiner Altersklasse! Ich durfte also auf die Siegerehrung warten :-)

Bild 32: Auf dem Treppchen

Bild 33: Mit meinem Preis

Als Preis gab es dann eine Kuhglocke für mich. Ein sehr originelles und lautes Give-away, aber mir gefällt es sehr gut :-)))



Fazit:

Strecke: 
Anspruchsvolle und bergige Strecke mit einem spannenden Trail in der Mitte

Organisation:
Für alles war gesorgt. Eigentlich für sogar noch mehr.

Verpflegung:
Wüste nicht wie man die toppen soll

Stimmung: 
Am Start und Ziel sehr schön. Dazwischen ist man sehr einsam.


Bis dahin:
Eine absolute Laufempfehlung!


Markus







Kommentare:

  1. Hey, ich gratuliere dir zum gefinishten Bergmarathon und natürlich zum 2. Platz in deiner Altersklasse!! Echt super!! (die Kuhglocke ist ja witzig!!!!)
    Einen Bergmarathon stelle ich mir ja noch heftiger vor als einen ganz "normalen", ich weiss nicht ob ich das könnte bzw. wäre das trainieren in einer flachen Region für mich etwas schwieriger.
    Aber die Berge haben schon etwas ganz Besonderes an sich, die Fotos die du gemacht hast sind ja einfach wunderschön! Der glitzernde Langsee ist echt traumhaft!
    Ich finds ja echt witzig, dass auch Kühe direkt auf der Strecke mitgelaufen sind, die wussten wahrscheinlich gar nicht was an diesem Tag los war ;-)
    Du hast wirklich einen schönen Bericht verfasst, hat echt Spaß gemacht mitzulesen - durch die Fotos wirkt das alles noch viel lebendiger :-)
    Ich wünsch dir eine gute Erholungswoche, LG!!

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  2. Wirklich ganz wunderbare Eindrücke hast du da eingefangen. Traumhaft schön anzuschauen und dein Bericht ist natürlich auch super.

    Herzlichen Glückwunsch zum 2. AK Platz. Großartig! ... und es gab eine Glocke, das ist ja so herzig schön.

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  3. Hallo Markus
    Gratuliere dir zur tollen Berg-Marathon-Laufzeit samt Treppchen-Platz! Genial! Und das bei einer tollen Foto-Reportage und deinem ersten Berglauf!
    Vielen Dank für die vielseitigen Eindrücke! Wunderschön die Landschaft und speziell die Hindernisse auf dem Weg, genauso wie der klingende Preis! Passt zu den Kühen, die du überholen musstest :-)
    Wünsche dir gute Erholung.
    Viele Grüsse
    Marianne

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