Dienstag, 19. Februar 2013

Bottwartal Marathon - die Laufveranstaltung für jedermann

Hallo,

mit etwas Verzögerung möchte ich nun über meinen bis dato letzten Marathon berichten. Hierbei handelt es sich um den Bottwartal Marathon.
Wie der Name schon verrät wird dieser Marathon im Bottwartal gelaufen. Start und Ziel ist in Steinheim an der Murr. Dies alles befindet sich etwa mittig zwischen Stuttgart und Heilbronn.
Die Veranstaltung beinhaltet nicht nur den Marathon, sondern zahlreiche Läufe am Samstag und Sonntag an einem mittleren Wochenende im Oktober.  Samstags finden neben der kleinen Läufermesse und der Startnummerausgabe (beides findet auch sonntags noch statt) die Kinder-, Behinderten- und Schülerläufe statt. Hierfür werden dem Alter entsprechende Distanzen angeboten.
Der eigentliche Lauftag ist jedoch sonntags. Dann sind auch im Großteil des Bottwartals die Straßen gesperrt und es ist kaum noch ein Durchkommen wenn man nicht zu Fuß unterwegs ist oder Schleichwege kennt.
Folgende Wettbewerbe stehen zur Auswahl:
- Marathon
- Halbmarathon
- 3/4 Marathon
- 10km Lauf
- 10km Walking
- 10km Nordic Walking
- Teammarathon (3 Teilnehmer für den Marathon)
- Staffelmarathon (8 Teilnehmer für den Marathon)

Wie man sofort feststellt ist für jeden Trainingsstand, Alter und Läufertyp der passende Wettbewerb dabei.

Mit Ausnahme des Halbmarathons starten und enden alle Läufe in Steinheim. Der Halbmarathon wird nach der Hälfte der Marathonstrecke, 1 1/2h nach dem Marathonlauf, in Gronau gestartet und endet dann ebenso in Steinheim.
Alle Läufe über die Marathondistanz starten gleichzeitig. Trotz allem ist das Läuferfeld überschaubar und es gibt kein großes Gedränge auf der breiten Straße zu Begin.

Aber zuerst einmal zur Abholung der Unterlagen. Die ist in einer Sporthalle direkt am Start und Ziel untergebracht. Gemeinsam mit der Läufermesse.
Neben seiner Startnummer erhält man noch mehrere kleinere Präsente (Pflaster, Nudeln, etc.) und im letzten Jahr gab es auch noch eine kleine Flasche Wein dazu. Dies liegt auch sehr nahe, den das Bottwartal ist bekannt für seine Weinberge und Weine. Und gerade im goldenen Oktober strahlen einem die Reben in den schönsten Farben entgegen.
Außerdem gibt es in einer weiteren Sporthalle die Möglichkeit sein Gepäck zu deponieren. Nach dem Zieldurchlauf findet dort auch eine Massage statt(kostenfrei).
An diesem kalten und etwas nassen Oktobermorgen wurde uns Läufern am Ausgang der Halle zusätzlich noch warmer Zitronentee angeboten den ich sehr gerne angenommen habe. Dies sollte der etwas Lauf von mir werden bei dem ich nicht mit einem Kurzarm-Shirt an den Start gehen konnte…

Der Start erfolgte dann pünktlich um 9:30h und das Läuferfeld, angeführt von einem Fahrzeug und einigen Radfahrern und al erste Läufe zwei Afrikaner, setzte sich in Bewegung.
Der erste Kilometer ging deutlich hinab vom Startgelände in die Innenstadt von Steinheim. Schon da wusste ich jedoch, dass der letzte Kilometer wieder genau da hoch führen sollte. Dies verdrängte ich jedoch schnell wieder…
Am Start und in der Innenstadt standen für einen solchen Lauf verhältnismäßig viele Zuschauer, die einen auch lautstark unterstützten.
Die nächsten Kilometer führten über Feldwege in Richtung Murr wo abermals viele Zuschauer eine grandiose Stimmung machten. Anschließend ging es zurück nach Steinheim wo dann bereits 10km absolviert waren.
Zu diesem Zeitpunkt bin auch an Verpflegungsständen vorbeigelaufen. Diese waren bestens vorbereitet, die Helfer erfahren und professionell und die Auswahl absolut okay. Neben Wasser gab es isotonische Getränke und Tee. Außerdem zum Essen Bananen und Äpfel. Und später auch noch Kuchen und Cola. Ich finde einfach, dass das mehr als ausreichend ist.

Zurück zur Strecke:
Über Landstraßen ging es eben weiter nach Kleinbottwar und über etwas hügelige Wegen entlang von Feldern und Reben nach Großbottwar.  Schon hier bemerkte ich, dass dies kein erhoffter flacher Lauf werden würde, sondern es hügelig wird.
So ging es dann entsprechend auch weiter. Über einen kurzen Abstecher nach Oberstendfeld ging es nach Gronau, wo die Halbmarathonläufer starten. Da ich zu diesem Zeitpunkt mit 1:27h den Halbmarathon geschafft hatte hieß das, dass die Läufer dort 3 min nach mir starten und dann hinter mit rennen würden. Aber es hieß auch, dass mich dort einige hundert Läufer erwateten und zujubelten J
Außerdem ist Gronau als Stimmungshochburg bekannt und diesen Ruf machten sie alle Ehre. Gronau ist wirklich kein großes Dorf, aber dort hatte man das Gefühl, dass die gesamte Dorfgemeinschaft auf den Beinen war um die Läufe anzufeuern. Aber für sie gab es auch einen Anreiz: Freibier! Den die Läufer durften in den Wochen nach dem Lauf abstimmen in welchem Ort die beste Stimmung herrschte. Und absolut verdient gewann dort Gronau.
Aber der Lauf war dort erst zur Hälfte gelaufen. Weiter ging es hügelig nach Beinstein und dann genauso weiter zurück nach Oberstenfeld. Dort wurde diesmal mehr von der Stadt gesehen und auch mehr Stimmung fand statt. Als es dann raus aus Oberstenfeld ging war es fast die gleich Strecke zurück nach Steinheim wie hinzu. Also über Großbottwar und Kleinbottwar nach Steinheim. Dort musste dann jedoch nicht noch einmal nach Murr abgebogen werden. Sondern es ging direkt 1km lang berghoch zum Ziel. In der Zwischenzeit waren zahlreiche Halbmarathonläufer und wahrscheinlich auch Läufer des 3/4 Marathons an mir vorbeigelaufen. Und auch die Strecke hatte mir zu diesem Zeitpunkt den Rest gegeben. Aber ich biß auf die Zähne, und bis auf 100m, joggte ich die Steigung hinauf um das Ziel nach 3 Stunden, 9 Minuten und 5 Sekunden zu erreichen. Mit dieser Zeit war ich dann auch mehr als zufrieden.
Im Ziel gab es dann für alle Frauen eine Rose und auch ich nahm für meine Frau, die mich beim Lauf unterstütz hat, eine mit. Und nach etwa 200m hinter der Ziellinie war man auch bei der Zielverpflegung angekommen. Dort hat sich Kaufland, ein Sponsor des Laufes, nicht lumpen lassen und wirklich die Läufer gut versorgt. Es gab verschieden Säfte, Wasser, Cola, Tee und Bier (alkoholfrei) und zu essen div. Müsliriegel, Obst, Hefezopf.

Noch ein paar Worte zu der Anzahl der Läufer. Bis zur Halbmarathonmarkierung war nicht wirklich viel los. Die wenigen hundert Läufer der Marathondistanzen hatten sich bereits kurz nach dem Start gut verteilt. Aber auch mit den Halbmarathonläufern und zu einem späteren Zeitpunkt den Läufern des 3/4 Marathons wurde es selten eng auf der Strecke. Nur an einer Stelle fand ich es zu eng. Dort wurde auf einem schmalen Feldweg gelaufen und es konnten max. drei Läufer nebeneinander laufen. Meistens jedoch nur zwei. Sobald aber eben jemand überholen wollte konnte es passieren das man auf das Gras rechts und links ausweichen musste.

Außerdem gab es an der Veranstaltung zwei weitere Kritikpunkte, die jedoch beide mich nicht betroffen haben:
1. 3/4 Marathon
Scheinbar wurden die Läufer falsch geleitet und so sind sie neben etwa 33km nur etwa 24km gelaufen. Ist natürlich schade für die Läufer, aber dafür gibt es dieses Jahr einen Freistart für die betroffenen Läufer.

2. Gepäcktransport
Die Läufer des Halbmarathons hatten die Gelegenheit ihr Gepäck von Gronau nach Steinheim transportieren zu lassen. Diese hätte auch ich verwendet. Leider wurde wohl vergessen, das es Streckensperrungen gibt und das Gepäck war nicht rechtzeitig im Ziel, so dass die Läufer warten mussten bis sie duschen konnten.


Kurzbewertung:

Strecke:
Landschaftlich schöne Strecke durch alte Ortschaften, entlang von Feldern und Wiesen und vor allem entlang von Weinbergen und unterhalb von mehreren Burgen. Leider etwas hügelige Strecke, so dass diese meistens nicht bestzeitentauglich ist.

Organisation:
Klein aber fein. So lässt sich dieser Marathon beschreiben. Alles eine Nummer kleiner wie z.B. in Franfurt, aber deswegen keineswegs schlechter. Eher familiärer und entspannter. Alles vorhanden was ein Läufer benötigt.

Verpflegung:
Alles Tip-Top. Vor allem im Nachzielbereich mehr als ausreichende Verpflegung.

Stimmung:
In den Ortschaften teilweise richtig geile Stimmung mit Gänsehautfaktor. Zwischendurch jedoch auch sehr sehr ruhige Abschnitte. Da war mir etwas zu wenig los. Aber es soll auch Läufer geben denen so etwas liegt.


Und hier noch ein Bild von mir bei der Halbmarathondurchquerung in Gronau:



Bis dahin:
Laufen macht Freu(n)de

Markus

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