Donnerstag, 13. Juli 2017

Muss das sein?

Hallo,

gestern auf'm laufenden Heimweg von der Arbeit ist mir was passiert was mich noch immer aufregt.
Ich laufe mehr oder weniger entspannt über die Feldwege, links und rechts von mir stehen Weizen, Gerste und Mais wunderschön da und von oben kommt ein kräftiger Schauer.
Wie aus dem Nichts kommt jedoch von hinten ein einhändig fahrender Radfahrer haarscharf an mir vorbeigezogen und das obwohl der Weg knapp 4 Meter breit sein dürfte. Aber gut, ist ja nichts passiert.
Was mich eher aufregte war dass als er zwei Meter an mir vorbei war etwas mit viel Kraft in ein Weizenfeld warf. Und während ich dem Wurf nachschaue und dann kapiere das da gerade die Plastikverpackung, seiner wohl notwendigen Energiezufuhr, mitten in das zukünftige Mehl wandert ist der Radfahrer leider schon 50 Meter weiter.
Von da an rege ich mich die letzten sechs Kilometer innerlich auf. Nicht nur über ihn der hier den Müll so dämlich entsorgt obwohl er einen Rucksack auf hatte und sicherlich darin Platz gewesen wäre. Nein, auch über mich, darüber dass ich nicht schneller reagiert habe und ich gefragt habe "Muss das sein?"

Bis dahin:
Schonmal ähnliches erlebt und wie reagiert?

Markus

Montag, 10. Juli 2017

Muskelkater-Alarm

Hallo,

spinne ich jetzt komplett? So gestern früh mein Gedanke als ich im Startbereich des Mudiator bei Ulm stehe. Über 16 Kilometer und rund 50 Hindernisse, verteilt auf 2 Runden, warten auf mich.
Wieso ich das mache? Naja, Startplatz gewonnen :-)

Und so stelle mich eben in die Startaufstellung und denke mir, läuferisch kann ich bestimmt mithalten, aber ob meine Muskeln im Oberkörper hier auch mithalten können bezweifle ich.
Und dann der Startschuss. Wie die Verrückten renne die ersten los. 3:30 Pace. Sagmal, was habt ihr vor?
Dann das erste Hindernis. ein 1m langer, ca. 30 cm im Durchmesser starker Baumstamm 50 Meter weit tragen. Noch geht das. Weiter wie die Hasen. Nun hieß es einen Traktorreifen immer wieder umzuschmeißen bis eine gewisse Strecke erreicht war. Oh, das wird hart. Immerhin gibt es bei dem dritten Hindernis eine Abkühlung und wir "dürfen" zwei Mal ins Wasser springen ehe wir nach einem weiteren Sprint Sackhüpfen müssen. Und ich spüre wie mich die Kraft verlässt. Es hilft ja nichts, es geht weiter. Auf Platz 7 liegend renne ich den anderen hinterher und erstelle erstaunt fest dass nun ein Schwebebalken auf dem Programm steht. Allerdings aufgrund der vor uns gestarteten 1 Runden Läufer ein erheblicher Stau dort entstanden ist. Und 10 Minuten warten will hier keiner. Also vorbei gerannt und zur Strafe 15 Liegestützen. So wie bei jedem Hindernis das man nicht schafft oder eben auslässt.
Weiter geht es mit dem Tragen von Betonklötzen, dem Überklettern von Absperrgittern und Wänden von bis zu 2,5 Meter, das Erklimmen von riesigen Strohballen, das Durchrobben von Autoreifen und unter Absperrgittern während man mit einem Feuerwehrschlauch nass gespritzt wird, ....
Und irgendwann ist man wieder im Startbereich wo die meisten Hindernisse auf einen warten. Klettern, Hangeln an Seilen, Ringen und Stöcken (ich fühlte mich wie ein nasser und unbeweglicher Sack) und zum Abschluss jeder Runde eine riesige aufblasbare Rutsche. Geiles Teil.
Nach der ersten Runde liege ich auf Platz 6, haben viel zu viele Liegestützen gemacht und ca. 3 Minuten Rückstand auf den Führenden. Und wenn das jetzt zu Ende wäre würde ich auch nicht jammern. Aber ich musste mich ja für 2 Runden anmelden :-)
Also weiter geht's. Und bis zum 2. Platzierten (zumindest dachte ich das er es ist) war es nicht weit. Also Hindernis für Hindernis wieder hinter mich bringen. Zu fünft im Abstand von 200 Meter laufen wir. Mal überhole ich zwei, dann liege ich wieder weiter hinten und ich habe langsam im Oberkörper keinerlei Kraft mehr. Und mir fehlt Energienachschub. Mein Frühstück liegt 5 Stunden zurück und seitdem hatte ich nichts mehr gegessen. Immerhin hatte ich reichlich Wasser. Die vorhandenen Bananen habe ich ignoriert.
Als wir wieder auf den Sportplatz einbiegen sind wir noch zu viert und alle gleichauf. Jetzt heißt es eben auch durchziehen. Schnell hier noch klettern, dort die Liegestützen machen weil warten jetzt nicht mehr geht und jemand schreit da kommt der Zweite. Meine Familie jubelt mir zu und ich gebe alles. Hoch geht's zum letzten Mal rutschen, direkt vor und hinter mir ein Konkurrent und dann im Sprint ins Ziel.
Völlig entkräftet liege ich da. Was war das nun? Auf jeden Fall nichts was ich öfters machen möchte. Und doch womöglich der dritte Platz?
Nach kurzer Erholung und Stärkung gehe ich zu den Zeitnehmern und schaue nach. Nix da Podium. 3 Sekunden trennen mich vom dritten Platz und auch drei vom 5. Platz.
Aber so muss ich bei der Hitze, die ich unterwegs gar nicht gemerkt habe, nicht noch 4 Stunden lang warten sondern kann nach Hause fahren. Mit dem Wissen einem ganz üblen Muskelkater zu erhalten. Aber auch mit einer ordentlichen Portion Stolz und Demut.





Bis dahin:
Aua

Markus

Montag, 3. Juli 2017

Wieder zurück

Hallo,

ein Monat Elternzeit,
ein paar Tage Urlaub noch im Anschluss,
zwei Wochen Urlaub im Tannheimer Tal,
etwas Renovierungsarbeit zu Hause.
All das liegt in den letzten sechs Wochen hinter mir und nun hat mich der Alltag wieder eingeholt. Leider, aber nun gut.

Gerade die letzten zwei Wochen Familienurlaub im Tannheimer Tal gaben mir aber auch die Erholung und Kraft die ich brauchte.
Neben Wandern, Baden und Familienzeit kam das Laufen gerade hier aber auch nicht zu kurz, und so kam dabei dann doch ein kleines Trainingslager bei heraus.

Immerhin waren es in den 14 Tagen 129,4 km mit 5188 HM. Endlich mal richtige Berge vor der Türe. Und wenn an laufen mal nicht mehr zu denken war wurde es eben Speedhiking. Aber aufgeben kam eben auch hier nie in Frage.
Und so genoss ich neben frühmorgendlichen Runden um den traumhaften Vilsalpsee auch mehrere großartige Laufrunden bis auf knapp 2000 HM und teilweise gigantischen Aussichten.

Aber genug der Worte - hier die Bilder:



Immerhin gefiel es mir so gut dass ich am Ende lieber noch eine tolle Runde dort hinlegte und dann auf einen gewonnen Startplatz beim Montafon-Arlberg-Marathon verzichtete und lieber direkt nach Hause fuhr. Genuss ist wenn das Herz mitspielt.

Und so konnte ich gestern doch gleich mal zuhause meine Form "im Flachen" testen und was soll ich sagen. Wow. Gleich zwei Mal war ich gestern laufen und die über 20 km lief ich jeweils deutlich unter 4.30 min/km. Läuft also. Auch wenn nicht wirklich ein schneller Lauf geplant war oder ist. Manchmal muss man eben seinen Körper reizen.

Bis dahin:
Einen guten Wochenstart

Markus