Mittwoch, 31. Oktober 2018

Motivation

Hallo,

irgendwie dümpelt mein schon lange nicht mehr tägliches Laufen so vor sich her. Hier mal ein paar Kilometer - da mal ein wenig. Aber noch unstrukturierter wie sowieso bereits. Klar, ein Highlight steht dieses Jahr noch an. Die nochmalige Umrundung Stuttgarts auf dem Rößleweg. Wie letztes Jahr als RunMob und am Totensonntag. Immerhin fast 50 Leute werden wir dann sein. Aber selbst wenn es da um einen Sieg gehen könnte, so motiviert mich das nicht wirklich. Fehlen mir doch seit der letzten Umrundung vollständig lange Läufe. Und noch nicht einmal mehr aufraffen um zur Arbeit zu laufen schaffe ich zur Zeit. Und als dann letzte Woche nach 7 Monaten ohne Frieren doch der Herbst kam machte es erst recht keine Lust mehr.
Ich werde zwar auch diesen Monat wieder auf über 250 km kommen, aber aufgeteilt in sehr viele Läufe. So war ich sogar unter anderem während Mittagspausen auf der Arbeit fast 35 Kilometer diesen Monat auf dem Laufband. Ja, auf einem langweiligen Laufband. Immerhin mit Fernseher. Aber schrecklich eintönig. Aber besser wie nix. Und Tempotraining ging damit auch.

Allgemein bin ich zur Zeit wohl nicht so schlecht in Form. Zum Einen lief ich vor 10 Tagen nach dem Renovieren bei Freunden von dort nach Hause. 19 Kilometer. Das längste diesen Monat. Aber besonders Spaß machten Kilometer 3 bis 14. Dort hatte ich Begleitung zweier älterer Fahrradfahrer mit Motorunterstützung. Und ja, so lange sind diese nicht weggekommen von mir. Mal ausgebremst durch Ampeln oder durch Pausen und Berganfahrten. Immer wieder konnte ich diese Überholen und bekam motivierende Worte.

Nach dieser zügigen Einheit war ich auch nicht ganz unglücklich einen Startplatz gewonnen zu haben. Beim Nellinger Kirbelauf. Mit der kürzesten Distanz für mich bisher. 7,3 Kilometer. Aufgeteilt auf 5 Runden. Insgeheim rechnete ich mir hier etwas aus bis ich die Ergebnisliste der Vorjahre studierte und dort reihenweise Zeiten von unter 25 Minuten auftauchten. Aber gut, dann halt einfach mal wieder ein schneller Wettkampf.
Dort angekommen noch 4 Lauffreunde getroffen und zum allerersten Mal bei einem Wettkampf warm gelaufen. Eine ganze Runde auf der Strecke. Durch den Regen war diese gerade auf dem Kopfsteinflaster sehr rutschig. Und wenn ich daran dachte dass bald dort auch Überrundungen stattfinden würden war die Strecke auch nicht so breit.
Egal, los ging's und ich wollte schauen wie lange ich den Schnitt von unter 4min/km halten kann. Schnell merkte ich auch dass die Kilometerschilder nicht mit dem GPS übereinstimmen und die Strecke in Wirklichkeit wohl etwas kürzer ist. Egal, weiter. In meiner dritten Runde fing ich dann an mit Überrunden und konnte so keinen Konkurrenten vor mir mehr erkennen und heranziehen. Bis auf einmal kam ich an den Läufern auch problemlos vorbei. Und durch die kurzen Runden ging das Laufen auch schnell vorbei. Dann hieß es auf in de letzte Runde. Und dann kam mit mir der Sieger über die Zeitmatte. Damit war ich der letzte der nicht selbst überrundet wurde. Der neue Streckenrekord lag damit bei 21:15 min. Unglaublich. Aber auch mir war klar das es eine spitzen Zeit wird. Und so war ich nach 26:30 min im Ziel. 3:48 min/km im Schnitt. Nach genau 7 Kilometern. Statt 7,3 Kilometer. Damit Platz 19 insgesamt und 8. in meiner AK. Ich bin einfach zu jung :-)

Und was bringt die Zukunft? Die erste Anmeldung für 2019 ist bereits erledigt und die zweite folgt morgen. Dann heißt es auch wieder strukturierter trainieren und auf längere Läufe zu setzen. Darauf freue ich mich schon. Zum Jahreswechsel wird es dann so weit sein. 

Bis dahin:
Unverhofft kommt oft

Markus

Montag, 24. September 2018

Lebt den der alte Holzmichel noch?

Hallo,

ja, ich weiß; weder bin ich ein oder der Holzmichel noch wollte ich irgendwem irgendeinen Ohrwurm verpassen, aber etwas rar habe ich mich durchaus gemacht in den letzten Monaten.
Und trotzdem bin ich gelaufen und auch etwas Rad gefahren. Aber habe eben auch gearbeitet, mit der Familie Zeit verbracht und war im Urlaub. 2 Wochen am Gardasee wollen auch genossen und verdient werden.
Nichtsdestotrotz war der August der bis dato laufumfangreichste Monat dieses Jahr. Ja, im Urlaub hatte ich auch ein wenig mehr Zeit und hab es genossen früh morgens mit Dutzenden anderen und doch alleine am Strand und der Promenade des See's zu laufen. Oder eben auch mal im Hinterland. Oder beides. Oder wenn ich es morgens verpasst habe und doch etwas tun wollte eben im klimatisierten Fitnessraum auf dem Laufband. Und meistens direkt danach in Laufklamotten direkt in's Wasser. Egal ob morgens um Sieben oder Nachmittags. Immer ein Genuss.
Und während ich so lief und mir eine mögliche offizielle Läufe von 10 km Volksläufen bis großen Marathons durch den Kopf gingen konnte ich mich nicht so recht entscheiden und so blieb es eben beim privaten Vergnügen.
Jedoch nicht ohne Herausforderungen. Denn während ich mein daheimiges Laufrevier für den Urlaub verlassen habe meinten andere mich auf Strava herausfordern zu müssen; in dem sie dort sogenannte Segmente schneller Laufen als ich. Und das teilweise deutlich und einem unter 3:30 min/km-Schnitt. Und so heißt es im September bisher ab und an für mich: Feuer frei. Und bis auf 3 der 9 Segmente sind wieder alle meine. Mal schauen wie lange. Und ja, auch 7,5 km lange schnelle Abschnitte können Genuss bedeuten. Auch im 4er Schnitt. Zumindest danach wenn man aus dem Grinsen nicht mehr rauskommt.

Doch mein Körper will nicht nur kurz und heftig belastet werden. Und was liegt näher als endlich mal wieder einen langen Trainingslauf einzuplanen. Und da ich schon Läufe für nächstes Jahr plane bei denen ich von ausgehe viel alleine unterwegs zu sein und bei denen es mir vielleicht nicht mehr ganz so gut geht weil meine Kräfte schwinden will ich versuchen zum ersten Mal alleine den Rößleweg zu meistens. Dieser Rundwanderweg um Stuttgart. Mit seinen gut 50 Kilometern und mind. 1000 Höhenmetern.
Und so stand ich am Samstag Morgen um 6:15h auf einem Parkplatz und lief los. Noch im Dunkel und vorsichtig; doch schon nach 3 Kilometern und den ersten Höhenmetern dämmerte es.

Nicht nur das ich die Strecke noch nie ganz alleine (3x in Begleitung) gelaufen bin, auch in diese Richtung habe ich sie noch nie gemeistert. Von meinem Ausgnagspunkt ging es anhand dreier längerer Steigungen bis Km 23 zum höchsten Punkt.
Unterwegs machte ich eine kleine Pause und füllte meine Wasserflasche an einem Brunnen und Frühstückte einen Riegel da ich bereits nach 90 Minuten Hunger bekam.

Stetig ging es nach oben und auch wenn der höchste Punkt samt Gipfelkreuz einen kleinen Umweg darstellte, daran vorbeilaufen kam nicht in Frage:


Mit herrlichen Ausblicken an diesem angenehmen Tag wurde ich immer wieder belohnt und kam auch noch dazu richtig gut voran. Weit weg von irgendwelchen Bestzeiten, aber das Ziel war auch nur anzukommen.
Kurz nach dem "Gipfel" verlief ich mich dann kurz, dreht um, fand einen Wegweiser wieder und versuchte nun auf dem richtigen Weg zu bleiben. Gelang allerdings dort nur kurz, aber ich wusste auch dass mein Weg parallel zum richtigen Weg führen sollte. Allerdings deutlich steiler. So wanderte ich nun das erste mal zügig. Und hatte meinen ersten Hungerast des Tages. Ich merkte deutlich wie mir die Energie fehlte und wusste allerdings auch dass noch 20 Kilometer vor mir stehen. Also essen, essen und essen. Es dauerte 3 bis 4 Kilometer und dann lief es wieder locker leichte. So wie es sein sollte. Bei Kilometer 38 konnte ich dann nochmals meine Wasserflaschen an einem weiteren Brunnen auffüllen und dann ging es hinab zum tiefsten Punkt der Strecke. Dann eigentlich ein Kilometer flach über Stuttgarts Hafen und Bundesstraßen hinweg (der hässlichste Abschnitts des ganzen Weges) aber ich konnte wieder nicht. Nach hinten gefasst, den letzten Riegel und eine kleine Packung Gummibärchen noch gefunden und verschlungen. 
Und wenn man unten ist geht's eben auch wieder hoch. Aber erstmal nicht mehr laufend. Was ich laufen konnte lief ich nun, den Rest wurde gewandert. Durch wunderschöne Weinberge. Nur leider verträgt mein Magen keine Trauben.


Irgendwann fand ich noch einen Apfel. Einen ziemlichen sauren. Aber das war mir da schon egal. Ich benötige Energie. Und die bekam ich. So lief ich nochmals ein wenig bis es durch Stadtteile Stuttgarts ging. Und dort auch einige Treppen hoch. Und ab da war es vorbei. Mit einem Schlag wurde es mir schwindelig, ich nahm den Treppenlauf um oben anzukommen und beschloss die letzen 4 Kilometer nicht mehr zu rennen. Nur noch gesund ins Ziel und daraus lernen. Und noch mehr Treppen zu laufen. Wenigstens gab es unterwegs noch ein paar Brombeeren. Und nochmals einen Apfel. Und so kam ich schon fast erholt nach fast 55 Kilometern am Auto an. Mein bis dato längster Traininglauf überhaupt.

Da kommt so ein Plakat das um Geschwindigkeitsbegrenzungen bittet doch genau richtig :-)

Durch das Auswandern fröstelte es mich ein wenig, also schnell trockene Klamotten an und daheim in die heiße Badewanne. Allerdings nicht allzu lange denn da kam dann ein Feuerwehreinsatz zu dem ich gerufen wurde, aber das ist eine ganz andere Gesichte, die allerdings genauso gut ausging wie mein Lauf. 

Und so lerne ich zumindest in Zukunft mehr Essen mitzunehmen und auch etwas Kleingeld, denn an Möglichkeiten etwas zu erwerben kam ich dann doch vorbei. Trotzdem weiß ich nun das ich gut gerüstet bin und freue mich auf das was kommen mag. Auch wenn es vielleicht etwas länger dauert, der Holzmichel lebt noch.

Bis dann:
Allseits gute Beine

Markus

Montag, 9. Juli 2018

Runden drehen für den guten Zweck

Hallo,

letzte Woche habe ich spontan Wind von einem Lauf bekommen und schon hatte es mich gepackt. Vor allem wenn es für den guten Zweck ist. Nämlich ein Lauf für Kinderrechte. Der 24 Stunden Lauf für Kinderrechte in Stuttgart. Man muss schließlich nicht durchlaufen und jede Runde zählt so meine Devise.
Und da ich seit Mai nicht mehr eine 20 km Strecke am Stück gelaufen bin ist das doch eine gute Gelegenheit mal wieder etwas länger zu trainieren.
So stehe ich dann Samstag Nachmittag pünktlich zum Start um 14 Uhr am Start und trabe los. Losrennen dürfen die Kinder die zahlreich vorhanden sind und ebenso Spaß haben.
Das ganze findet auf einer 400 Meter Tartanbahn statt. Ja, schrecklich, eintönig, zäh, ... so auch meine Gedanken. Aber in Wirklichkeit während meiner gesamten Zeit nicht einmal. Zum Einen sind da die vielen Mitläufer. Zum Reden, Anschweigen, Tempo finden und eben auch die ganzen anderen unbekannten zum Überholen und Platz machen. Und immer am Aufpassen niemanden umzurennen. Denn so mancher bleibt einfach stehen. Und der Höhepunkt ist jede 2 Stunden der Richtungswechsel. Denn nach 1 1/2 Stunden merke ich als ich zum Trinken mal Stehen bleibe deutlich einen Drehwurm. Und schon geht es weiter. Runde um Runde, Schritt für Schritt. Mal im 6er Schnitt mal auch unter 5 min/km, je nachdem wie viel los ist und wer mich begleitet. Nach drei Stunden halte ich an der Anzeigetafel mal an und schaue wie viele Runden es schon waren. Und die Anzeige weicht von meiner Uhr um 3 Runden ab. Ärgerlich. Aber egal. Viel interessanter. Platz 1. Auch wenn es sich hier um einen Gruppenlauf handelt und ich mit meinem Team unter den Top 10 bin ist das noch ein kleiner Anreiz obwohl ich weiß das ich die Nacht nicht mehr vor Ort verbringen werde.
Bis zum Marathon laufe ich durch und trinke regelmäßig. Die Sonne strahlt ununterbrochen auf uns herab und mein Magen braucht ab und an einen Bissen. Dann wird eben auch mal eine Runde gegangen aber weiter bewegt. Etwas Ehrgeiz ist schon noch da. Und irgendwann näher ich mich auch den 50 Kilometern. Zumindest auf meiner Uhr. Als diese dann auch auf der Anzeige ersichtlich sind war es dies für mich. Spaß hat es gemacht, viel gelaufen und Geld erlaufen bin ich auch und Quälen stand heute nicht auf der Tagesordnung.
Zwar bedauern einige meinen Abgang im Team, aber als Führender einfach mal so es sein zu lassen hat etwas. Und auch eine Stunde später habe ich noch geführt :-)
So ging es nach Hause und bei viel Essen, leckerem Kuchen und kaltem Radler ließ ich den Abend ausklingen.



























Der nächste Morgen: Am liebsten wäre ich liegen geblieben, aber meine Jungs nicht :-)
Beim Spielen und Frühstücken reift mein Gedanke den ich dann auch mit meiner Frau bespreche: Wieso nicht nochmal ein wenig dort laufen. Meine Startnummer habe ich mit heim genommen und meine Kinder wollten sowieso schon gestern mit laufen. Kurz Tasche gepackt und dann ging es hoch. Erstaunlicherweise treffe ich sofort bekannte Gesichter. Meine Startnummer befestigt, der Familie welche besorgt und schon rannten sie los. So auch ich. Meine Beine motzten überhaupt nicht und es fühlte sich locker an. Der Untergrund der Bahn spielt da sicherlich auch eine Rolle. Zwar war an diesem Morgen ein gleichmäßiges Laufen nicht möglich aber ein paar Runden mit den Kids zu drehen entschädigt das allemal. Und so rannte ich im zügigen 4:30 Schnitt wann immer ich durfte und entspannte alle paar Runden bei der Familie. So waren nach 1 1/2 Stunden als die Kinder nicht mehr wollten immerhin 15 zusätzliche Kilometer auf der Uhr.

Ergibt dann für mich offizielle 164 Runden bzw. 65,6 Kilometer. Für eine spontane Idee mit ganz viel Spaß und für den guten Zweck vollkommen ausreichend. Und meine Familie hatte auch Spaß, vor allem an der aufgebauten Dusche durch die es jede Runde zu laufen ging und die eine willkommene Erfrischung war.




Bis dahin:
Kinderrechte ins Grundgesetz!

Markus