Montag, 13. November 2017

Wenn's draußen anfängt zu schneien ...

Hallo,

zwar habe ich vor drei Jahren geschrieben dass es ein einmaliges Ereignis war dass ich drinnen laufen, aber am gestrigen Tag war ich über den Umstand nicht ganz undankbar.
Zum zweiten Mal startet ich beim TÜV Rheinland Indoor Marathon in Nürnberg. 55 Runden durch die Prüfanstalt, im Obergeschoss hin, über 22 Treppenstufen eine Etage tiefer, dort ab zur Verpflegungsstelle und weiter bis zum nächsten Treppenhaus, wieder 22 Treppenstufen nach oben und zurück zum Startbereich. 767 Meter pure Lauffreude. Vor allem auf den ersten Runden.
Danach war ich immer froh wieder im Startbereich zu sein. Bei lauter Musik, beim Piepsen meiner Uhr wenn ich wieder eine Runde abdrückte um nicht mitzählen zu müssen und bei meiner Familie die mich begleitete.
Schon früh merkte ich an diesem Tag dass es für mich zäh werden würde. Selbst das reichhaltige Essens- und Trinkangebot alle paar Meter half mir nicht so sehr wie gehofft. Aber ich schleppte mich über die Runden. Eigentlich wäre ich gerne unter 3:30 h gelaufen, aber das war am heutigen Tag utopisch und schon nach der Halbmarathonmarke lief ich Rundenzeiten die nicht mehr auf eine solche Endzeit hindeuteten. Die Treppen nach oben wurden immer länger und irgendwann nahm ich mir vor zumindest bis Runde 40 durchzulaufen. Und so hatte ich erstmal ein Ziel.
Runde 40 kam und dann auch die 41, 42, 43, 44, 45. Aber danach wurde mir fast der Stecker gezogen. Immer im Treppenhaus wurde es mir nun schwindelig. Auch viel Cola half nur bedingt weiter so dass ich nun immer längere Gehpausen einlegte und es nur noch gesund ins Ziel bringen wollte.

Die letzten Runden zählte ich dann auch runter und als es in die letzte Runde ging und ich mitbekam wie sich Läufer mir hinter vom Personal ebenso verabschiedeten um ins Ziel zu laufen beschleunigte ich nochmal. Zumindest etwas Ehrgeiz war noch vorhanden. Und nach einem Zielspurt und einer längeren Pause dort war ich froh nach 3:48:57 h und 455 Höhenmeter = 1210 Stufen im Ziel zu sein.

Langweilig wurde es mir auf der gesamten Strecke wieder einmal nicht. Auch wenn man irgendwann jeden Winkel kennt so ist es doch spannend ständig jemanden vor sich zu haben den man vielleicht doch noch überholen kann. Und auch die Laufstile lassen sich spitze analysieren. Gerade Barfuß kam man wunderbar auf dem warmen Boden auf seine Kosten. Denn während es draußen zeitweise wirklich schneite konnten wir alle leicht bekleidet unsere Runden ziehen.  Tolle, wenn auch sehr kraftraubende Idee!

Hier noch zwei Videos von gestern (Auf einem bin ich zu finden):




Bis dahin:
Schwindelig ist's mir nicht mehr

Markus

Montag, 30. Oktober 2017

Mein Pacemacer-Einsatz im Bottwartal

Hallo,

zwar ist es schon zwei Wochen her, aber die waren stressig, lehrreich aufgrund Schulungen und nicht ganz so sportlich - aber trotzdem habe ich diesen Lauf in Erinnerung behalten. 
Und zwar ging es wieder zum Bottwartal Marathon. Genauer, zum Halbmarathon. Wieder, wie im letzten Jahr, als Pacemaker für die 1:30h Läufer.
Doch bevor ich Sonntags an den Start durfte wollte auch mein Großer noch eine Runde mitlaufen und dabei seine erste Medaille erhalten. Und so ging es bereits Samstag ins nahe gelegene Bottwartal und er durfte sich über 500 Meter austoben und ich bereits meine Startunterlagen, eine Mütze und eine Flasche Wein mit nach Hause nehmen. 

Sonntags ging es dann früh los und nachdem ich meine "Fahne", die mich als Pacemaker markierte abgeholt habe, und nochmals eine Flasche Wein, Kompressionsstrümpfe und ein Laufshirt erhalten habe, konnte ich mich endlich in den Bus zum Startort setzen. Denn die Strecke ist eine One-Way-Runde von Gronau nach Steinheim auf der zweiten Hälfte der Marathonläufer. 
Im Bus durfte ich mich dann einige Kommentare von Läufern anhören wie man den mit der "Fahne" rennen kann und auch so schnell und ich wußte es ehrlich gesagt selber nicht. Aber ich wollte es versuchen. Schließlich war diese an eine Art Rucksack befestigt der ziemlich eng zu sitzen schien. Nur die Höhe der Konstruktion machte mir etwas Angst.
Nachdem dann die ersten Marathonläufer an uns vorbei waren durften auch wir schon bald auf die Strecke und ich musste mich wie immer erstmal freilaufen. Die ersten zwei Kilometer sollte etwas bergan gehen, aber da war ja noch Kraft vorhanden. und als wir nach 4 Kilometer und dem gleichen bergab Stück wieder am Start waren konnte ich mehr oder weniger entspannt weiter laufen. 
Eigentlich eher weniger, hatte mich nach dem Köln Marathon, doch mal wieder eine Erkältung heimgesucht und fast eine Woche außer Gefecht gesetzt. Und auch bei diesem Lauf musste ich noch ziemlich Husten und spürte nicht ganz bei Kräften zu sein. 
Daher bremste ich mich zu Beginn auch nicht sondern lief lieber einen kleinen Vorsprung heraus den ich hinten hinaus brauchen würde. 
So vergingen die Kilometer bei herrlichem Herbstwetter und durch stimmungsvolle Ortschaften und ich konnte die Pace einigermaßen halten. Immerhin hatte ich im Gegensatz zum Vorjahr keine Bauchkrämpfe.


Auch die Gruppe um mich herum oder hinter mir war nicht all zu groß sondern bestand meist aus bis zu fünf Mann. Ab und an mal eine kleine Bemerkung wo es hinging und ständig der Blick auf die Ur mit der Gewissheit das es für 1:30h reichen würde. Auch wenn es zum Ende hin wirklich zäh wurde und ich doch pro Kilometer 15 Sekunden auf die Sollzeit verlor konnte ich dann mit 1:29:47 h glücklich und erschöpft ins Ziel einlaufen.
Und da mir dann auch von meinen Mitläufern gedankt wurde konnte ich nicht all zu viel falsch gemacht haben. 


Ob es jedoch nächstes Jahr ein nächstes Mal gibt weiß ich bis dato noch nicht, dafür ist die Jahresplanung einfach noch nicht ausgreift genug.
Eine tolle und stimmungsvolle Veranstaltung ist das aber auf alle Fälle!

Bis dahin:
Im Ziel ist die Anstrengung vergessen.

Markus

Mittwoch, 4. Oktober 2017

Köln - schee bisch

Hallo,

das war er also, der Köln Marathon 2017.
Am Samstag früh bin ich mit Familie entspannt mit dem ICE angereist und da wir direkt an der Lanxess Arena ankamen holten wir auch gleich die Startunterlagen bei Dauerregen ab. Allerdings fand ich die Taschenkontrollen dort am Eingang schon etwas befremdlich, aber ansonsten war es eben eine Marathonmesse. Kennste eine, kennste alle :-)
Nach einem Abstecher zum Hotel und einer Rheinschifffahrt ging es dann zu einem kleinen, aber feinen Italiener und danach zeitig ins Bett...
..wo ich am nächsten Morgen aufwachte, auf die Uhr schaute und feststellte: "Mensch, die Kinder schlafen heute aber lange, ich sollte doch schon frühstücken". So ging es schnell und leise raus aus dem Zimmer wo jeder Tisch mit einer Person in Sportklamotten besetzt war. Spätestens da war klar was heute für ein Tag war.
Gegen 8:15 Uhr verließ ich dann das Hotel und pünktlich zum ersten Startschuß des Tages, dem Halbmarathon, stieg ich aus der Straßenbahn. Dort sollte dann über die nächste halbe Stunde noch Startschüße für die 15.000 Halbmarathonis fallen.
Leider hatte ich eine Jacke vergessen und so froh ich bereits frühzeitig auch wenn ein schöner und sonniger Herbsttag angekündigt war. Irgendwann setzte ich mich in den angrenzenden Bahnhof und konnte mich etwas aufwärmen, die Augen schließen und die Beine schonen. Das tat richtig gut. Dann nochmals bei den wie immer viel zu langen Schlangen vor den Dixis anstehen und die Morgensonnen genießen bevor ich in den ersten Startblock durfte. Und wie ich da so stand und von hinten immer mehr Menschen nachdrückten stellte ich fest dass ich auf Höhe der 3:00h Pacemaker stand. Nein, danke war mein erster Gedanke. Aber da kam auch schon die Streckenfreigabe und die Stadt lag uns zu Füßen.
Los ging es zügig, wohl zu zügig, aber ich war wieder so durchfroren dass ich mich erstmal warm laufen wollte. Und so lief ich mit den Pacemakern mit. Auch freilaufen musste erstmal sein. Diese Gedränge am Start macht mich jedes Mal auf's neue wahnsinnig.
So ging das dann 2 km bis zur ersten Pause. Denn da kam ich am Hotel vorbei und begrüßte erstmal meine Familie :-)
Dann weiter Richtung Süden, immer am Rhein entlang und schon da stellte ich das größte Problem des heutigen Tages fest. Der Wind. Zwar nicht extrem, aber durch die Straßenschluchten immer genau von vorne. Ich versuchte es bereits frühzeitig mit Windschatten hatte aber das Gefühl das es nichts brachte und lief lieber meine Pace weiter, die weiterhin jenseits von Gut und Böse lag.
Auch griff ich gleich zu Beginn zu etwas Wasser und wollte das so beibehalten und lieber zu viel trinken. Als es dann bei Km 14 wieder in Richtung Altstadt ging, ich ein zweites kurzes Päuschen bei meiner Familie einlegt hatte und die ersten Gummibärchen aus meiner Hosentasche verdrückt hatte rief plötzlich zwei nette Damen ganz wild meinen Namen. Gut, der Stand auch auf der Startnummer, an diesem Fall waren es Helge und Elke denen ich nur lachen und verduzt zuwinken konnte :-)



Weiter ging die Reise durch Köln und ich merkte das es nicht sonderlich gut lief. Ungewohnt früh habe ich bereits zuviel Kraft auf der Straße gelassen und damit auch etwas die Lust. Leider. Aber ich reise doch nicht so weit an um nicht ins Ziel zu kommen und das Ding vernünftig zu Ende zu laufen. Und so denke ich in Etappen. Ok, nächste Gummibärchen bei Km 20. Aber als ich die Verpackung in einen Mülleimer an einer Straßenbahnhaltestelle werfen will knicke ich am Bordstein um, hüpfe ein paar Schritte ziemlich komisch auf einem Bein und laufe dann an verdutzen Menschen weiter. Nix passiert. Glück gehabt. Langsam höre ich auch immer öfter meinen Namen rufen und freue mich über jede Anfeuerung. Das tolle sonnige Wetter hatte die Menschen sehr zahlreich an die Strecke getrieben und das tut und Läufern sichtlich gut. Km 24, Friesenplatz. Wieder Pause bei meiner Familie. Das ist alles gut, das beruhigt mich wenigstens und das Wasser direkt danach hilft auch, auch wenn ich jetzt gerne schon Cola hätte. Und auch helfen mir wieder die Anfeuerungen von Helge und Elke.
Jetzt kommen nach sehr vielen Zuschauern teilweise auch ruhiger Abschnitte und die Versuchung ist groß Gehpausen einzulegen. Warum ich es nicht tue weiß ich selbst nicht mehr. Aber ich laufe jetzt das erstmal eine Pace die die 3:15h Pacemaker aufholen lässt. Was mich aber nicht wirklich stört. Schritt für Schritt geht es weiter und ich versuche soviel es geht einzusaugen von der Umgebung; bekomme allerdings auch nicht mehr viel mit.
Dann geht es nach Norden und damit eine Begegnungsstrecke und ich sehr die sehr schnellen Läufer wie entgegen kommen. Auch da gibt es Gehpausen und Läufer an Straßenbahnhaltestellen die nicht mehr können. Hilft mir zwar nicht, war aber psychisch sehr hilfreich. So nehme ich bei Km 32 meine letzten Gummibärchen wie geplant und freue mich über Cola. Sonst nicht so mein Fall aber bei langen Strecken immer gerne genommen. Da ich weiß dass die Begegnungsstrecke mit Ausnahme einer kleinen Runde durch Nippes bis Km 37 mindestens geht nehme ich mir jetzt vor bis dorthin durchzulaufen. Ich weiß zwar nicht mehr viel davon, aber plötzlich drückt mir ein Helfer ein Gel in die Hand und kurz danach eine Cola. Beide waren von der gegenüberliegenden Straßenseite herbeigeeilt und erweiterten die Verpflegungsstelle einfach ein wenig. Danke. Das Gel war zwar eklig süß und ich hatte Angst es nicht zu vertragen aber die Hälfte nahm ich zu mir. Und ansonsten Schritt für Schritt. Nicht stehen bleiben. Und Km 38 das erstmal über einer 5er Pace.
Dann Km 39, meiner Familie, das letzte Mal abklatschen, dieses Mal keine Pause, sonst wäre ich nicht mehr weiter gelaufen sondern ab ins Ziel.



Kurz danach beginnen zahlreiche Absperrungen für die Zuschauer die nun bis zu dreireihig stehen und wie verrückt schreien und jubeln. Jetzt stehen bleiben ist sowieso keine Option mehr und dann eben ab ins Ziel.Ständig höre ich Markus-Rufe und sollte ich jemanden übersehen haben tut mir das leid, aber ich war spätestens da nur noch mit mir selbst beschäftigt. Noch eine Kurve und noch eine, irgendwann sehe ich auch den Dom und nach einer letzten Kurve auch das Ziel. Ich weiß dass es nicht mehr für unter 3:15 h reicht und laufe dann entspannt ins Ziel. 3:15:17 h bleibt dann meine Uhr stehen. Und ich auch. Endlich. Erstmal an ein Gitter lehnen und gut festheben. Mir wurde es sehr schwindlig und ich brauche einige Zeit um wieder bei Sinnen zu sein. 
Dann aber eine schützende Folie, etwas zu trinken und die Finishermedaille später geht es besser. Ich nehme mir 20 Minuten bei der sehr üppigen Verpflegung und versuche auch zu essen, aber Hunger ist nicht vorhanden, dafür literweise Durst. 
Nun endlich die Familie in den Arm nehmen, rein in die warme Dusche und dann ab zum Dom. Nach einer Pause und vielen schönen Gedanken und Gefühlen verbringe ich noch einen schönen Nachmittag mit meiner Familie am Rhein und im Schokoladenmuseum. Verlorene Kalorien müssen schließlich wieder aufgefüllt werden. Und tatsächlich bekomme ich erst 3 Stunden später endlich etwas Hunger. 


Nach einem Tierparkbesuch am Montag Morgen ging es dann auch leider zurück auch wenn mein Großer am Liebsten noch ganz lang geblieben wäre :-)
Auch mir hat es gut gefallen und ich hatte einen tollen Marathon auf einer abwechslungsreichen Strecke. Diese ist zwar meiner Meinung nach nicht Bestzeitentauglich, da zu wind anfällig und mit über 200 Höhenmeter auch zu "hügelig", aber eben ein schöner großer Stadtmarathon wenn jemanden den Trubel mag.
Mein Körper hat die Belastung auf jeden Fall gut weggesteckt und mich bereits in Köln noch 6 km und daheim schnelle 10 km laufen lassen. Denn nach dem Marathon ist vor dem Halbmarathon.

Bis dahin:
Danke Köln

Markus