Montag, 10. April 2017

Generalprobe bestanden

Hallo,

laufe ich überhaupt noch? Das könnte man sich fragen wenn man den Blog so anschaut.
Die Frage ist berechtigt und die Antwort ganz klar ja. Wahrscheinlich sogar mehr wie in jedem anderen Jahr bis zu diesem Zeitpunkt. Schließlich sind die Gesamtkilometer dieses Jahr schon fast vierstellig.
Aber wozu all die vielen Kilometer? Die langen Läufe? Und teilweise auch die Höhenmeter die an meinen Kräften nagen?
Ganz einfach. Für mein Frühlingshighlight. Das Innsbruck Trail Alpin Festival Ende dieses Monats. Und da ich wohl ein leichten Knall habe werde ich auch gleich über 85 km am Start stehen. Und da das selbstverständlich noch nicht genug ist müssen auch noch 3.600 Höhenmeter absolviert werden.
Kindergeburtstag, oder? Nunja, wer das denkt war ersten lange auf keinem mehr oder ist zweitens gerade am Training für den UTMB. Bin ich aber nicht und habe daher großen Respekt vor dieser Strecke.
Aber immerhin werde ich fast 20 Stunden Zeit haben diese zu absolvieren. Und das Ziel soll und wird nur sein genau dort anzukommen.
Und um das ganze einmal zu simulieren habe ich mich gestern auf die Trails begeben und bin eine ausführliche Runde gelaufen. Zwar war ein Start noch in der Dunkelheit geplant, aber die Frühjahrsmüdigkeit hielt mich dann doch davon ab so dass ich um 8 Uhr nüchtern und voll ausgerüstet bereit stand und es losgehen konnte. Geplant waren zwei etwas ungleiche Runden durch den herrlichen Wald auf allen Singeltrails die dort so kenne.
Am Anfang noch ziemlich entspannt ging es dahin. Ganz so Stress und ohne Menschenmassen. Der Stress sollte auch bis zum Ende nicht kommen. Die Menschen aber durchaus. Wobei auf den breiten Forstwegen, die ich so gut wie möglich mied, die Wanderer unterwegs waren während auf den Trails die MTB-Fahrer teilweise waghalsig hinunter rasten.
Für mich ging es jedoch weiter gemächlich aber immer im Laufschritt dahin. Und da es eben auch ein Test im Bezug auf die Höhenmeter sein sollte ging es ständig auf und ab. So sammelte ich Kilometer für Kilometer ein. Ab und an gab es ein Schluck Wasser aber die ganze Zeit nicht zu essen und es fühlte sich trotzdem gut an. Nach 17 Kilometern hatte ich dann die erste Runde gemeistert und nahm mir noch rund 10 Kilometer vor. Schließlich wollte ich auch irgendwann mal heim zur Familie. Also wieder ab in den Wald und nach einem weiteren harten Anstieg kam es über 1 Kilometer langer verwurzelter und enger Singetrail hinunter bis ins Tal. Jetzt war ich zwar weitmöglichst vom Auto entfernt, hatte aber wohl auch das breiteste Grinsen auf dem Gesicht. Also nochmals nach oben kämpfen und dann entspannt zurück zum Auto.
Das so entspannt lief hatte wohl auch etwas damit zu tun dass ich zum ersten Mal dort auch mit Stockeinsatz bergan lief. War mir an diesem Tag ein wirklich Hilfe, aber hinunter mag ich sie nicht verwenden. Ich denke das ich trotzdem mit diesen in Innsbruck an den Start gehen werde.

Am Ende standen dann etwas über 28 Kilometer und knapp 1000 Höhenmeter auf der Uhr! Und das in einer Pace von 6:12 min/km. Und das wichtigste. Ohne Kampf und Krampf sondern mit Genuss.
Das viel Training zahlt sich aus. Eine gelungen Generalprobe war das. Auch wenn es in drei Wochen drei Mal so lang und dreimal so hoch gehen wird. Dafür habe ich aber auch mehr als sechsmal soviel Zeit. Sehr beruhigend wie ich finde! :-)

Bis es soweit ist werde ich nun noch eine Woche mein übliches Pensum laufen um dann zwei Wochen lang etwas herunter zu fahren und dem Körper die Chance zu geben zu regenerieren.




Den Rest des wunderschönen Frühsommer-Sonntags verbrachte ich zwischen Hängematte und Spielplatz.

Bis dahin:
Noch jemand in Innsbruck am Start?

Markus

Montag, 6. März 2017

Marathon vor der Haustüre

Hallo,

während nahezu alle deutschen Großstädte einen mehr oder weniger etablierten Marathon durch ihre Straßen haben und einmal im Jahr diese gesperrt werden um tausende Läufer die Schönheit der Stadt näher zu bringen liegt Stuttgart hier weit zurück. Zwar gab es 1993 einen Marathon durch Stuttgart. Aber nur im Rahmen der Leichtathletik WM. In den Jahren darauf etablierte sich ab 1994 der Stuttgarter Halbmarathon der seitdem meist auf der damaligen Marathonstrecke ausgetragen wird und dabei eine Runde umfasst. Dieser ist mittlerweile einer der größten Halbmarathonläufe in Deutschland doch der Versuch hier auch einen Marathon zu etablieren schlug mehrmals fehl. 
Und so war es an Michael Weber, Mitglied im 100 Marathon Club Deutschland, diesen zu organisieren. Und zwar nun schon zum 3. Mal. Ging die erste Austragung mit 18 Teilnehmern noch an mir vorbei konnte ich bei der zweiten leider nicht. So war es dieses Jahr meine Premiere beim Neckarufer Marathon Stuttgart. 
Wie der Name schon verspricht führt uns die Laufstrecke entlang des Neckars. Und zwar in 4 Schleifen mit immer etwa 10 Kilometer. Und um auf die Marathonlänge zu kommen noch eine kleine Zusatzschleife in der ersten der beiden Runden.
So stehen dann gestern morgen 80 Teilnehmer am Neckar bereit, zahlen die lächerlich geringen Anmeldegebühren bar und unterhalten sich in diesem familiären Umfeld. 
Kurz nach neun Uhr geht es dann auch auf die Strecke die uns zuerst neckarabwärts führt und nach 5 Kilometer über eine Brücke samt Verpflegungsstelle und dann auf der andere Seite wieder zurück zum Start. Während die ersten 5 Läufer mit Vollgas davon gezogen sind versuche ich noch mich zu bremsen den mein Ziel ist es unter 3:30h zu bleiben. Mit meinem schweren Beinen die ich schon seit  Tagen habe wird auch das ein hartes Unterfangen. Und schon als wir wieder neckaraufwärts laufen und den Gegenwind spüren bekomme ich einen leichten Krampf in den Waden. Mist, ganz schön früh :-/
Einmal durch Start und Ziel und dann weiter neckaraufwärts. die zweite Brücke steht an und die lächerlichen Höhenmeter spüre ich trotzdem. Egal, dann wird das heute eben ein Kampf. Während wir Schritt für Schritt näher an die Innenstadt von Stuttgart kommen muss ich ein paar Läufer vorbeiziehen lassen und laufe weiterhin allein. Naja, fast. Denn die Strecke ist natürlich nicht abgesperrt und aufgrund des aufkommenden Sonnenscheins kommen die Menschen nach draußen. Wenigstens etwas Unterhaltung auch wenn die meisten aufgrund der Startnummer an meiner Brust etwas verwirrt sind. Denn bis auf einige Pfeile auf dem Boden an Abzweigungen und kleinen Schildern am Rand sieht man nichts von diesem Marathon. Klein aber fein eben.
Die Verflegungsstelle am anderen Ende des Neckars ist erreicht. 16 Kilometer gelaufen und ich gehe ein paar Schritte um vernünftig trinken zu können. Dann wieder über eine Brücke und zurück zu Start und Ziel. Jetzt mit etwas Rückenwind. Immerhin. Dann rund um den Max-Eyth-See, ein Naherholungsgebiet am Rande Stuttgarts und in direkter Umgebung zum Ziel, und ab geht es auf die zweite Runde. Die Beine werden immer schwerer aber wie oft darf ich hier schon einen offiziellen Marathon laufen?! Zwar kenne ich die gesamte Strecke von etlichen Läufen aber trotzdem sehe ich ab und zu kleine Neuigkeiten.
Als es auf der zweiten Runde dann wieder über die Brücke geht und der Wind nun von vorne weht ist die Luft fast mit einem Schlag weg. Gerade mal 26 Kilometer gelaufen aber fast nix geht mehr. Schritt für Schritt laufe ich die 5 Kilometer zum Ziel, schnappe mir einen Kuss von meiner Frau und Cola und gehe auf die letzte Schleife. War die Pace bis dahin die ganze Zeit noch unter 4:45min/km pendele ich mich nun bei 5min/km ein. Das jedoch bis zum Schluss. Denn nun wird fast komplett durchgelaufen. Nur am nächsten Verpflegungspunkt wird nochmal ordentlich Flüssigkeit getankt und dann Zeine beißen und ab geht's. Zwischenzeitlich sogar mit Musik auf den Ohren zur Ablenkung. Den andere Läufer dieser Veranstaltung sehe ich auf der gesamten zweiten Runde nicht mehr. 
10 Meter vor dem Ziel schnappe ich mir dann meinen großen und laufe mit ihm Hand in Hand durch das Ziel. Geschafft. Endlich. Nicht einmal das Bier im Ziel will schmecken. Ich bin einfach nur müde und schlapp und froh über etwas zu trinken und zu essen. Zwar habe ich mich auch unterwegs mit allerlei Leckereien (Stichwort Schinkenhörnchen) verpflegt aber all das schmeckt im Ziel noch besser. 
Dann ein Blick auf die Ergebnisliste: 3:19:58 h. Punktlandung

Und dafür das es nur ein langer Trainingslauf mit Verpflegung für das was da noch kommen mag dieses Jahr sein sollte äußerst gelungen. Klar, etwas Muskelkater gehört nun dazu und ein paare Tage wird das laufen noch schwer fallen aber gelohnt hat es sich trotzdem.






Bis dahin:
Zuhause ist es eben am schönsten

Markus


Donnerstag, 2. Februar 2017

Rückblick Januar

Hallo,

ein Zwölftel des Jahres ist schon wieder ad acta gelegt. Man, ging das schnell und ich denke so gut bin ich noch nie ins Jahr gestartet. Sportlich gesehen. 
So fing es noch mit einer harmlosen 15 km Runde an Neujahr an. Doch schon in der ersten Arbeitswoche beschloss ich einfach auch im Winter wenn möglich einmal pro Woche zur Arbeit und zurück zu laufen. Auf dem schnellsten Weg 16 km einfach. 
Gerade in der schneereichen Phase Mitte Januar wurde das dann noch anstrengend und ich musste bei klirrender Kälte dann auch gezwungenermaßen eine lange Hose aus der Schublade holen damit mein Oberschenkel warm bleibt und nicht verhärtet. 
Zwischendrin gab es einen wunderschönen Halbmarathon an einem frühen Sonntagmorgen. Meist auf Wegen an denen noch keiner seine Spuren im Schnee hinterlassen hatte und wenn dann waren es doch nur Langlaufski die man hier dann doch sehr selten sieht. Aber jemanden mit den Ski an konnte ich nicht entdecken. 
Nach einer weiteren trainingsreichen Woche stand dann noch der komplette Rößleweg an. Das wurde dann erst zum zweiten Mal überhaupt eine Woche mit mehr als 100 Laufkilometer. Trotzdem habe ich das gut weggesteckt und lief weiter. Nicht täglich, aber wenn dann doch mehr wie im alten Jahr. 
Zwischendrin immer mal wieder eine etwas andere Einheit wie z.B. die als ich nach der Arbeit meinte auf 10 Kilometer 500 Höhenmeter abreißen zu müssen. Ganz doofe Idee. Zumindest währenddessen. Danach war's geil.
Oder die als ich den Heimweg von der Arbeit einfach ausbaute und aus den 16 Kilometer einfach einen Halbmarathon machte.
Zum 31.1. dann die dümmste Idee und die schnellste dazu. Einfach mal die Mittagspause genutzt und auf das arbeitseigene Laufband gestiegen. Vollgas war angesagt. Und nach 9 km stieg ich zwar völlig fertig und mit wackeligen Füßen vom Laufband, aber auch mit Schmerzen. Die Schienbeine schmerzen schrecklich. Vor allem beim Treppen hinabsteigen wie nach einem ersten Marathon. Unglaublich. Aber laufen kann ich damit weiterhin. Immerhin.
Insgesamt sind im Januar dann doch tatsächlich knapp 350 Kilometer zusammen gekommen. Ein Wahnsinnswert. Auch für mich. Ich kann mich nicht erinnern ähnlich schon einmal gelaufen zu sein. 
Aber jetzt geht der Blick wieder in die Zukunft und auf die Freue ich mich. Schauen wir mal ob es weiter so gut 



Bis dahin:
Ein guter Start reicht noch nicht

Markus