Sonntag, 27. November 2016

Keine Herbstlethargie

Hallo,

auch wenn es manch einer nicht glauben kann. Ich lebe noch. Und wie. 

Nachdem der Oktober nach dem Halbmarathon gar nicht mehr lief und ich mit Erkältung im Bett lag startete ich pünktlich am ersten November wieder durch. Das Ziel immerhin auf 2.500 Kilometer dieses Jahr zu kommen wollte ich noch nicht aufgeben auch wenn es manchen Tiefpunkt und Stillstand dieses Jahr gab.

So stand in der ersten Woche ein leichter Aufbau der Form wieder an. Aber nur um in Woche zwei gleich wieder anzugreifen und mit langen Läufen jenseits der 20 Kilometer und Intervallen meinen Körper wieder spüren zu lassen dass es jetzt wieder rund geht. Und er beklagte sich kaum. Ab und an meldete sich die letzten Wochen mein rechtes Knie zu Wort. Bereits schon beim letzten Marathon. Aber mit etwas Schonung und / oder Blackroll ging es dann auch wieder rund. 
Und als dann Mitte des Monats ein kleiner Trail-Gruppen-Nacht-Lauf anstehen sollte war ich natürlich auch da dabei. Viel zu lange (2 Monate) war ich nicht mehr richtig im Wald spielen. Und wie ich es vermisst habe. Eben nicht nur Tempo bolzen und auf langen Asphaltstraßen dahin rennen sondern über Lauf, Wurzeln und im Schlamm meinen Spaß haben und durch viel zu viele Höhenmeter meine Beine zu spüren. 
Und weil das so schön war war ich danach gleich noch zwei Mal diesen Monat in diesem herrlichen Revier. So auch heute morgen bereits. Und da entstanden Bilder die gerade auch zu meiner Situation passen. Langsam lichtete sich der Nebel und die Sonne entfalte ihre herrliche Wirkung und zauberte ein phantastisches Gefühl dahin das ich nur so über Stock und Stein springen konnte und schon fast traurig war als ich nach 15,5 km und 500 HM zurück war. Aber so ein Lächeln hält eben auch mal länger und ich weiß ich bin wieder auf dem richtigen Weg.




So sind es jetzt auch "nur" noch 222 Kilometer bis zu meinem korrigierten Jahresziel und das sollte neben dem Spaß am Laufen machbar sein. Den neben dem Spaß habe ich auch am Handgelenk und am Fuß etwas neues was ich dann zeitnah vorstellen werde.

Bis dahin:
Nach dem Nebel kommt auch wieder die Sonne

Markus

Montag, 17. Oktober 2016

Mein erstes Mal

Hallo,

gestern durfte ich wieder eine Premiere feiern. Zum ersten Mal Pacemaker bei einem Lauf. Und zwar beim Bottwartal Marathon. Allerdings "nur" über die Halbmarathondistanz. Das reichte mir aufgrund der letzten drei Wochen auch. Kaum Läufe, noch weniger Kilometer und nur zwei mal überhaupt über 10 Kilometer am Stück. Also eigentlich gar nicht vorbereitet. Ach, ist es dann nicht gut, dass man gleich eine Zielzeit von 1:30 Stunde hat?

Also Sonntag für zum Start- und Zielbereich Startunterlagen abholen. Dann erstmal warten und dann mit dem Bus zum Startbereich des Halbmarathons so dass wir halben eine Punkt zu Punkt Strecke haben. Schnell noch dass gestellte T-Shirt angezogen, Startnummer und nochmals auf dem Rücken eine Kennzeichnung mit Pace befestigt und langsam nervös geworden. Wie die Tage zuvor auch schon. Denn so wirklich laufen sollte es nie. Aber hey, 1:30h, also eine Pace von 4:15 min/km sollte irgendwie klappen. Und ein paar Leute zählen schließlich auf dich. Also nur den innerlichen Druck noch erhöht.
Kurz vor dem Start gab es dann noch einen bunten Luftballon und dann reihte ich mich in die Masse der Läufer ein. Tendenziell eher zu weit hinten wie ich an den erschrockenen Blicken der Läufer um mich herum erkennen konnte. Aber gut, nach vorne durchdrängeln wollte ich mich jetzt auch nicht. Dann lieber auf den ersten Metern.

Und so ging es dann auch kurz nach 11 Uhr los. Doofe Uhrzeit für mich, da ich schon wieder etwas Hunger hatte und der Bauch sich vom Frühstück noch nicht ganz beruhigt hatte.
Zu Beginn ging es erstmal 2 Kilometer etwas ansteigend und ich schaffte meine Pace. Irgendwo zwischen 4:10 und 4:20 min/km hatte ich mir vorgenommen um einiger massen konstant zu laufen.
Dann ging es jedoch auch 2 Kilometer bergab und wirklich bremsen konnte ich nicht so dass wir zwei Mal deutlich unter der Pace waren. Aber was wir haben haben wir. So auch die einhellige Meinung derer mit denen ich sprach.
Kilometer 5 bis 7 und ich beruhigte das Tempo wieder eine wenig. Ich hatte jetzt immer einen Läufer an meiner Seite und einige hinter mir. Aber trotzdem war es ein einsames Rennen. Denn alle waren mit sich selbst beschäftigt. Auch ich merkte bereits bei Kilometer 7 das dies nicht mein Tag ist. Die ersten Bauchkrämpfe kündigten sich an und auch die Kraft ließ deutlich nach. Aber noch sind 2/3 zu laufen.
Weiter ging es durch Stimmungshochburgen in den Städten und Gemeinden und dann wieder sehr ruhig auf Landstraßen entlang von Reben und Obstbaumwiesen. Sehr schön ist es dort im Bottwartal. Ein absolutes Highlight war ein Drive in Cafe für die ganz faulen Autofahrer die zum Brötchenholen nicht einmal mehr aussteigen wollen.
Die Kilometer liefen so dahin, mal mit mehr, mal mit weniger Bauchkrämpfen. Trinken war für mich zwar wichtig, verursachte aber immer mehr Krämpfe. Aber aufgeben oder langsamer werden wollte ich auch nicht. Nur gut das wir auf der ersten Stunde einen gewissen Vorsprung rausgelaufen hatte. Knapp 1 Minute war es nach 14 Kilometer. Von da an merkte ich auch, dass meine Kilometerangaben und die offiziellen nicht ganz zueinander passten. Laut meiner Uhr fehlten 200 Meter. Also nochmals etwas mehr als eine Minute.
Das kam mir natürlich sehr entgegen und so drosselte ich das Tempo und von nun an ging es eher mit 4:25 min/km Kilometer für Kilometer Richtung Ziel.
Ein Kilometer vor dem Ziel löste sich die Gruppe um mich herum, zeitweise etwa zehn Mann, langsam auf. Manche zogen einen Schlussspurt an, andere fielen leicht ab. Ich versuchte einfach vernünftig ins Ziel zu kommen und ließ mich entspannt übersprinten.
Und nach 1:29:51 h war ich dann auch im Ziel. Ich denke mal das die Zielvorgabe ganz gut umgesetzt wurde ;-)











Was bleibt mir von dieser Erfahrung?
Erstmal sollte man ordentlich trainiert sein und sich nicht gerade in einer Schwächephase befinden wenn man sich als Pacemaker zur Verfügung stellt.
Ebenso sollten eigene Ambitionen zurück gestellt werden. Du machst niemanden glücklich wenn du allen davon läufst.
Und ich sollte mich mehr um meinen Bauch / Magen kümmern. Auf Dauer geht das nicht gut.

Bis dahin:
Ähnliche Erfahrungen?

Markus

Montag, 10. Oktober 2016

Post-Marathon Wochen

Hallo,

zwei Wochen sind vergangen seitdem ich meinen Herbstmarathon erfolgreich gefinisht habe. Zwei Wochen in denen trainingsmäßig weniger, aber dennoch einiges passiert ist.
So ging es direkt am Montag Morgen nach dem Marathon auf Geschäftsreise. Wieder einmal Slowenien und wieder einmal hatte ich wie selbstverständlich meine Laufsachen dabei. Die Tage waren geprägt von arbeiten und die Beine gemütlich auslaufen, den einen gewissen Muskelkater hatte ich durchaus.
Freitags war ich dann wieder im Büro und zum Start ins Wochenende, und meinen Urlaub, gönnte ich mir eine schnelle, hügelige und anspruchsvolle Tour. Nur nicht zu lang. Ausgepowert und glücklich, auch dank meines neuen Equipments am Handgelenk, konnte es dann ab in den Urlaub gehen.

Und so war ich mit meiner Familie letzte Woche in Kreta und wurde bei 25° C und aufwärts verwöhnt. Fast jeden Morgen vor dem Frühstück versuchte ich meine Laufschuhe zu binden und in den Sonnenaufgang am Strand zu laufen. Und wenn ich schon mal da bin wurden auch ein paar zügige Kilometer eingeschoben. Man will ja auch für die Herausforderungen die da noch kommen gewappnet sein!
Schon vor Beginn der Reise hatte ich mir natürlich auch potenzielle Laufziele herausgesucht. Und neben dem Strand reizte mich vor allem ein netter Hügel im Hinterland.
Und so machte ich mich eines späten Nachmittags, die Temperaturen waren irgendwie erträglich, auf den Weg diesen zu erklimmen.
Durch Olivenbaumplantagen gegen die bei uns im Baumarkt angebotenen "Olivenbäume" wie Bambus aussehen kam ich dem Hügel immer näher. Wenn da nur diese Hunde nicht wären. Schon in Slowenien musste ich regelmäßig die Beine in die Hand nehmen wenn so ein Wachhund mich nicht mochte. Und so ging es hier gerade weiter. Nur eben zusätzlich noch ein paar streunende Hunde.
Egal, irgendwann war ich am Fuß des Hügels und begann den Aufstieg. Schritt für Schritt ging es in der wohl doch zu großen Hitze nach oben. Nicht zügig, aber doch gleichmäßig.
Verwundert konnte ich Glockengeläut vernehmen wie ich es sonst nur von den Kühen in den Alpen kennen. Hier waren es Schafe die sich allerdings gut im Gestrüpp versteckten und nicht vor die Linsen wollten.
Nach knapp 6 Kilometern war ich dann oben und machte erstmal eine Pause, Mein Körper war eben doch noch nicht wieder der alte. Ein paar Bilder später und ohne T-Shirt ging es dann in Richtung Meer und Hotel und nach knapp 12 schweißtreibenden Kilometern hatte ich mir das Abendessen dann auch verdient.




Auf jeden Fall konnte ich diese zwei Wochen nach dem Marathon richtig schön genießen und das ohne bisher auf den heimischen Strecken unterwegs gewesen zu sein. Das will ich heute dann endlich mal nachholen, auch wenn mich der deutsche Herbst dann doch etwas abschreckt und mir 20° C mehr gerade irgendwie fehlen.

Bis dahin:
Entspannt nach dem Marathon

Markus